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klaush

iShares EUR Corporate Bond ex-Financials 1-5yr (IE00BKT6BH25)

Empfohlene Beiträge

klaush
· bearbeitet von klaush

Hallo,

 

mein Depot (größer 200k) ist wie folgt aufgeteilt:

  • lange frist (weltweit gestreutes ETF Aktienportfolio) - ca. 83% (soll nicht Gegenstand der Diskussion sein)
  • Mittlere frist - ca 6%
    A3EEYP Fixed Income One ("vom Andreas Beck")
  • Kurze frist - ca. 11%
    DBX0AN Xtrackers II EUR Overnight Rate Swap UCITS ETF 1C ("ESTR")
    Tagesgeld, Girokonto

 

Nun möchte ich den Anteil der mittleren frist erhöhen. Mir schwebt folgende Depotaufteilung vor:

  • lange frist ~70%, mittlere frist, ~20%. kurze frist ~10%
  • Diese würde ich Schritt für Schritt durch neue Investitionen erreichen.

 

Folgende Eigenschaften stelle ich mir für die mittlere frist vor:

  • Anleihen vorwiegend im Euroraum (daher scheidet schonmal der vom Kommer promotete Fond A40E7Q L&G Corporate Bond ex-Banks Higher Ratings 0-2Y ETFs wegen dem sehr hohen US Anteil aus). Hintergrund: mein Anteil in der langen Frist beträgt schon ca. 50% US Anteil, daher mein Gedanke für den Anleiheteil eher in den Euroraum zu gehen.
  • Währung: Euro (kein Kurswechselrisiko)
  • geringe Gebühren (daher scheiden weitere Invesitionen in den A3EEYP aus, den Anteil des A3EEYP würde ich aber behalten wie er jetzt ist.)
  • durchschnittliche Duration: 3-5 Jahre
  • geringer oder kein Anteil von Bankanleihen (finde den Grundgedanken vom Kommer logisch, siehe: https://gerd-kommer.de/klumpenrisiko-anleihen-etf/, daher scheidet schonmal der A0RPWQ iShares € Corp Bond 1-5yr aus, aufgrund ~38% Bankenanteil)
  • Rendite soll oberhalb des ESTR liegen, ähnlich wie der A3EEYP. Im Falle eines Crashes (wie z.B. bei Corona) wäre ein Drawdown von 3-5% akzeptabel. Bei großen Zinsänderungen wie in 2022 ist klar dass der Drawdown größer ist und dass solch ein Fond um die 2-3 Jahre benötigt um sich wieder zu berappeln. Daher ist es kein Tagesgeldersatz sondern etwas für die mittlere frist.
  • Rating: durchschnittlich gut, aber nichts spekulatives (also S&P BBB Rating ist  akzeptabel, darunter eher nicht). Daher scheiden Anleihen-Fonds im Bereich High Yield / Fallen Angels etc. aus. Für die Rendite meines Portfolios habe ich mein weltweit gestreutes ETF Aktienportolio. Im Falle eines Chrashes möchte ich kein Aktienähnliches drawdown haben.

 

Wozu überhaupt mittlere frist in Anleihen?

  • Diversifikation (Depot um die weitere Assetklasse Anleihen zu erweitern)
  • Option schaffen um im Falle eine Crashes in die lange frist umzuschichten
  • Bei notwendigen privaten Ausgaben die einige Jahre vorher abzusehen sind: Option der umschichtung in die kurze Frist. Beispiel: das man das Dach saniert bzw. Wohnung saniert/ ein neues Auto kauft / Kind Führerschein macht/studiert etc. weiß man ja in der Regel einige Jahre schon vorher, so dass man rechtzeitig umschichten kann

 

Noch eine Überlegung

  • Aggregatoren wie z.B. der A2PJZJ Vanguard Global Aggregate Bond  haben lange Durationen im Portfolio. Daher auch die höheren Drawdowns bei der Zinswende in 2022.
  • Es gibt ja auch Fonds, die sich nur auf den Euroraum beschränken, da sieht es aber auch nicht besser aus. (z.B.: A0RGEP iShares Core Euro Corp Bond).
  • Zumindest der A2PJZJ hat sich noch nicht wirklich seit der Zinswende erholt. Anderseits: Historie ist noch lange keine Garantie auf die Zukunft...


Durch diese ganzen Überlegungen bin ich letzlich auf den A2PRGZ iShares EUR Corporate Bond ex-Financials 1-5yr ESG gekommen.
Was finde ich gut:

  • ähnliche Renditen (wenn auch etwas geringer) wie der A0RPWQ und A3EEYP, aber eben gut dass es ohne Bankenanteil ist und ein passiver ETF ist. Aber wie gesagt: Historie ist keine Garantie auf die Zukunft.
  • erfüllt meine geforderten Eigenschaften oben.

 

Was finde ich nicht optimal, kann aber damit leben:

 

Was mich verwirrt:

  • warum ich keinen anderen Fond mit solchen Merkmalen gefunden habe und wieso dieser Fond noch nicht in diesem Forum diskutiert wurde. (Habe via Suchmaschinen danach gesucht - oder war ich nur zu dumm die Suchmaschine zu bedienen?)

 

weitere Fragen:

  • Sind meine Gedanken soweit logisch? Irgendwo Denkfehler enthalten? Selektive Wahrnehmung?
  • Welche Alternativen seht ihr zum A2PRGZ Shares EUR Corporate Bond ex-Financials 1-5yr ESG ?
  • Ist es so, dass dieser Fond eine Art Exot ist? Wobei bei einem Fondsvolumen über 1 Milliarde Euro kann man eigentlich nicht von einem Exoten sprechen...
  • Was würde aus Eurer Sicht generell gegen diesen Fonds sprechen? Übersehe ich etwas?

 

Grüße,
Klaus

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Euronensammler
· bearbeitet von Euronensammler
vor 8 Stunden von klaush:

wieso dieser Fond noch nicht in diesem Forum diskutiert wurde.

Weil die Diskussion sehr schnell in die Grundsatzdiskussion KISS-mit-nur-Aktien-plus-Tagesgeld abgleitet, derer sich manche nicht aussetzen möchten.

Ich hatte den Fonds vor ESG und in der Zeit vor der Negativzinsphase über mehrere Jahre. Fand ihn gut. Vermutlich gibt es aber auch 1001 Argumente dagegen, wenn man anfängt, ihn zu filetieren.

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satgar
· bearbeitet von satgar
vor 9 Stunden von klaush:

A3EEYP

Zwei Fragen: bist du denn grundsätzlich mit dem Fonds zufrieden, insbesondere mit dem Ergebnis nach Kosten? Dann würde man darin ja nur bedingt ein Problem sehen. Oder willst du es einfach breiter gestreut wissen? Weil eine Vorgabe war das in deinem Thread so, erstmal nicht.

 

Über die 1822direkt kann man auch den A3EEYN kaufen, also die billigere Insti-Tranche ;-)

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Euronensammler

Wenn der Schock über den Zinscrash mal vergessen sein wird, werden sich wahscheinlich viele den Langfristchart anschauen und zum Bruder mit höherer Duration wechseln. Es ist halt die Frage, ob man sich den Fonds ins Depot legt und ihn dann faktisch auf Ewigkeit liegen lässt. Nach 20 Jahren sagt man dann: Hätte, hätte, Fahrradkette ich doch den mit höherer Duration genommen.

Der Bruder hat ein ähnliches Volumen, ist also ähnlich beliebt. Vielleicht nimmt man die ausschüttende Variante (wg. Vorabpauschale und Steuern beim Wechsel) und kann bei unsicherer Zinslage in die 1-5 J Version gehen, ansonsten in die mit höherer Duration.

https://www.fondsweb.com/de/vergleichen/ansicht/isins/IE00B4L5ZG21,IE00B4L5ZY03,LU0225880524

grafik.thumb.png.f5c7b67d1355ed3dae3065e50e3cccc4.png

 

Will man etwas Anbieterdiversifikation, gibt es zum iShares ex-Fin z.B. die Alternative Deka iBoxx EUR Liquid Non-Financials DE000ETFL383. Für die Laufzeiten 1-5 J hat UBS ein Bündel ETFs.

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oktavian

Wäre eine Mischung aus länger und mittlerer Frist mit 60% lang / 40% mittel in einem ETF dank der 30% Teilfreistellung eine Überlegung wert?

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Sapine

Ich finde die Überlegungen sehr interessant gerade auch mit dem Aspekt, nicht zu viel in Banken zu haben.

 

Von Mischfonds Aktien/Anleihen habe ich mich gedanklich komplett verabschiedet, weil Anleihen meiner Einschätzung nach eine situationsabhängige Steuerung benötigen, ganz so wie @Euronensammleres von seinem Depot berichtet. Ich will in einer Niedrigzinsphase nicht in einem Mischfonds gefangen sein und bei steigenden Zinsen, die Kursverluste mitnehmen müssen. Der Mischfonds wäre dann im Vorteil, wenn sich am Zinsniveau nichts ändert, aber an so etwas glaube ich nicht und natürlich sind sie auch ok für Anleger, die den Markt nicht genauer beobachten. 

 

Auch wenn ich nur mit einem sehr kleinen Teil in Anleihen investiert bin, habe ich meinen A3EEYN Fixed Income One (I) zuletzt ein wenig aufgestockt und werde ihn noch weiter aufstocken auf Kosten vom Geldmarktfonds. Klar ist der vom Risiko höher als Tagesgeld aber es ist überschaubar und ich will die Position genau wie Du als Reserve für größere Reparaturen am Haus vorhalten. Beck wurde kürzlich von Timo Baudzus interviewt und hat sich auch zur Entwicklung von Anleihen geäußert mit Blick auf die anstehende Staatsverschuldung (ab ca. Min. 29 interessant zum Thema). Er würde aktuell höhere Laufzeiten bevorzugen und erwartet deutlich niedrigere Geldmarktzinsen. Beim Income One geht das aber nicht, weil der auf niedriges Risiko festgelegt ist. 

Mir scheint Deine Planungen gehen in eine entsprechende Richtung. Für mich sind Langläufer eher (noch) keine Option und gebe mich mit den Zinsen im mittleren Bereich zufrieden. 

 

Statt 1-5 Jahre fände ich so was wie 3-8 sehr interessant, aber keine Ahnung welche Produkte es in dem Segment sonst noch gibt. 

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satgar
· bearbeitet von satgar
vor 9 Minuten von Sapine:

Er würde aktuell höhere Laufzeiten bevorzugen und erwartet deutlich niedrigere Geldmarktzinsen. Beim Income One geht das aber nicht, weil der auf niedriges Risiko festgelegt ist

Wobei er die ja auch kauft, wie z.B. XS2806495896 oder XS2999659456

 

Die aktuelle Duration ist so rund 4 Jahre mit einer Mischung aus kürzeren Laufzeiten und längeren Laufzeiten. Aber ja, so stark wie er derzeit wohl gerne würde, kann er in längere Anleihen nicht verstärkt gehen, weil es ihm wohl seine Duration und Risikoeinstufung in SRI 2 zerschießen würde. Das ist das, was du meinst letztlich.

vor 9 Minuten von Sapine:

abe ich meinen A3EEYN Fixed Income One (I) zuletzt ein wenig aufgestockt und werde ihn noch weiter aufstocken auf Kosten vom Geldmarktfonds

Ich übrigens auch ;-)...spätestens ab August dann, wenn mein derzeitiges TG Angebot mit 3,75% ausgelaufen sein wird.

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Sapine
vor 50 Minuten von satgar:

Wobei er die ja auch kauft, wie z.B. XS2806495896

Wie im Video angesprochen längere Laufzeiten nur in kleinen Mengen, wegen der Begrenzung.

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klaush

Danke für die zahlreichen Kommentare und Hinweise.


Was ich in meinem ursprünglichen Posting so nicht erwähnt habe:

 

1)Fixed income one
Zunächst einmal bin ich mit dem Fixed Income One zufrieden, mit einer TTWROR von fast 11% für Anleihen in weniger als zwei Jahren kann man wahrlich nicht meckern.

Nach der Zinswende habe ich den Fond gekauft, weil ich mich überhaupt nicht mit Anleihen ausgekannt habe, der Beck aber für mich sehr glaubwürdig ist bzw. ich ihn mit seinen Argumenten sehr überzeugend fand. Mittlerweile habe ich mich mit Hilfe von diversen Videos vom Beck/Kommer aber auch durch diverse Blogartikel / diverse "Literatur" (Paper/Ebooks vom Beck) in das Thema etwas eingearbeitet.

Neben den Gebühren Thema, habe ich noch den Gedanken, dass doch der Beck früher oder später in Rente geht. Sicherlich ist er das Aushängeschild / Werbefigur / Berater des Fondmanagements. Die Performance des Fonds hängt ja maßgeblich davon ab, wie gut/ wie professionell das Fondmanagement arbeitet. Ich glaube nicht, dass der Beck seinen guten Namen für Amateure her gibt - was ist aber wenn er tatsächlich mal weg ist?
 

vor 12 Stunden von satgar:

[... ]Oder willst du es einfach breiter gestreut wissen? Weil eine Vorgabe war das in deinem Thread so, erstmal nicht. [...]

Ja! Aus diesem Grund trifft genau das zu, dass ich hier breiter streuen möchte und ich mich nicht nur auf den Beck bzw. seine Geschäftspartner verlassen möchte.
Mit einem passiven ETF, der regelbasiert in die entsprechenden Wertpapiere investiert fühle ich mich einfach wohler. 

 

 

2)Zinscrash

vor 12 Stunden von Euronensammler:

Wenn der Schock über den Zinscrash mal vergessen sein wird, werden sich wahscheinlich viele den Langfristchart anschauen und zum Bruder mit höherer Duration wechseln. Es ist halt die Frage, ob man sich den Fonds ins Depot legt und ihn dann faktisch auf Ewigkeit liegen lässt. Nach 20 Jahren sagt man dann: Hätte, hätte, Fahrradkette ich doch den mit höherer Duration genommen.

Der Bruder hat ein ähnliches Volumen, ist also ähnlich beliebt. Vielleicht nimmt man die ausschüttende Variante (wg. Vorabpauschale und Steuern beim Wechsel) und kann bei unsicherer Zinslage in die 1-5 J Version gehen, ansonsten in die mit höherer Duration.

https://www.fondsweb.com/de/vergleichen/ansicht/isins/IE00B4L5ZG21,IE00B4L5ZY03,LU0225880524

 

Ich werde glaube ich diese Zinswende nicht vergessen :-)

Schauen wir uns an was in den letzten 15 Jahren passiert ist: Finanz/Bankenkrise, Eurokrise, Niedrigzinsphase, Corona, Zinswende, Ukrainekrieg, Trump, März-Schock, etc.

Ich gehe nicht davon aus dass die Welt untergeht, aber ich gehe davon aus das die nächsten Jahre nochmal deutlich volatiler / unvorhersagbarer / überraschender werden als die Jahre davor. Ich gehe davon aus, dass wir in den nächsten Jahren die ein oder andere "überraschende" Zinswende noch sehen werden. Meiner Meinung nach werden wir ständig mit einer unsicherer Zinslage leben müssen. Ja, wie die einen Experten sagen, gibt es gute Gründe dass Zinsen im Euroraum sinken. Aber genauso gut kann man sagen, dass aufgrund der enormen Schulden die die Eurostaaten gerade aufnehmen letztlich Geld aus dem "nichts" erschaffen wird (früher hätte man gesagt "gedruckt wird" - heutzutage ist ja eh alles digital). Das kann (muss aber nicht) zur erhöhten Inflation führen und das kann (muss aber nicht) zu höheren Zinsen führen. Höhere Zinsen bedeuten enorme Kursverluste mit Anleihen mit hoher Duration. Lange rede kurzer Sinn: Ich weiß einfach nicht in welcher Richtung sich die Zinsen weiter entwicklen. Daher mein Anspruch ein prognosefreies Depot zu haben. Das heißt, dass ein switchen zwischen verschiedenen Fonds (lange Duration vs kurzer Duration) auf der mittleren frist für mich nicht in Frage kommt.


Für mich kommt nur in Frage aufgrund privater Themen meine Gewichtung des Depots anzupassen, oder tatsächlich im Falle eines Crashes (Drawdown 20%) von der mittleren/kurzen Frist in die lange Frist umzuschichten - wobei da trotzdem die Frage ist in wie fern es dann zur privaten Situation passt, bzw. ob man dann tatsächlich die "Cohones" hat das dann zu tun. Bei Corona hatte ich diese "Cohones" ein bisschen das so zu tun ;-)

 

 

vor 12 Stunden von Euronensammler:

Will man etwas Anbieterdiversifikation, gibt es zum iShares ex-Fin z.B. die Alternative Deka iBoxx EUR Liquid Non-Financials DE000ETFL383.

Der Fond hat hohe Durationen. Daher die hohen Drawdowns im vergleich zum A0RPWQ (und meines bisher favorisierten A2PRGZ bzw. unten dargestellt die ausschüttende variante aufgrund des längeren verfügbaren Historie).
https://www.fondsweb.com/de/vergleichen/ansicht/isins/DE000ETFL383,IE00B4L60045,IE00B4L5ZY03

Innerhalb der letzten 10 Jahre, waren die beiden Fonds mit den 1-5 Jahren Durationen einfach besser. Wie gesagt, ich erwarte in den nächsten Jahren eher mehr "Überraschungen" in Politik und Wirtschaft.

 

vor 12 Stunden von Euronensammler:

Für die Laufzeiten 1-5 J hat UBS ein Bündel ETFs.

Klasse, danke für den Tipp. Schaue ich mir mal am Wochenende an.
Bisher habe ich bei justetf nur nach "meinen" Parametern gesucht, da sind diese Fonds nie gekommen. Habe nun aufgrund Deines Tipps nach Anbieter "UBS" und Duration= "3-5 Jahren" gesucht und auf Anhieb diverse "1-5 Jahre" Anleihen ETFs gefunden.
Randbemerkung: seltsam dass es keinen Filter gibt "1-5 Jahre" für die Duration bei Justetf

 

 

 

weitere Kommentare:

 

vor 12 Stunden von satgar:

Über die 1822direkt kann man auch den A3EEYN kaufen, also die billigere Insti-Tranche ;-)

Hier arbeite ich mit dem KISS Prinzip. :-) Möchte nur einen Broker haben. Wegen eines max 20% Anteils im Depot einen zusätzlichen Broker zu nehmen ist mir einfach zu aufwendig. Zumal der Unterschied in den Kosten bei meinem Volumen nicht ins Gewicht fallen.
Aber danke für den Hinweis.

 

vor 12 Stunden von oktavian:

Wäre eine Mischung aus länger und mittlerer Frist mit 60% lang / 40% mittel in einem ETF dank der 30% Teilfreistellung eine Überlegung wert?

Meinst du sowas wie A2P7TK Vanguard LifeStrategy 60% Equity?
Nein, interessiert mich eher nicht. Die beinhalteten ETFs kann man ja auch einzeln kaufen und dann selbst mischen.
Ich halte nichts von solchen Mischfonds. Ich verstehe, dass man hier eventuell etwas Steuern sparen könnte. Aber ich möchte eher eine klare Struktur meines Depots.

 

vor 12 Stunden von Sapine:

Ich finde die Überlegungen sehr interessant gerade auch mit dem Aspekt, nicht zu viel in Banken zu haben.

 

Von Mischfonds Aktien/Anleihen habe ich mich gedanklich komplett verabschiedet, weil Anleihen meiner Einschätzung nach eine situationsabhängige Steuerung benötigen, ganz so wie @Euronensammleres von seinem Depot berichtet. Ich will in einer Niedrigzinsphase nicht in einem Mischfonds gefangen sein und bei steigenden Zinsen, die Kursverluste mitnehmen müssen. Der Mischfonds wäre dann im Vorteil, wenn sich am Zinsniveau nichts ändert, aber an so etwas glaube ich nicht und natürlich sind sie auch ok für Anleger, die den Markt nicht genauer beobachten. 

 

Auch wenn ich nur mit einem sehr kleinen Teil in Anleihen investiert bin, habe ich meinen A3EEYN Fixed Income One (I) zuletzt ein wenig aufgestockt und werde ihn noch weiter aufstocken auf Kosten vom Geldmarktfonds. Klar ist der vom Risiko höher als Tagesgeld aber es ist überschaubar und ich will die Position genau wie Du als Reserve für größere Reparaturen am Haus vorhalten. Beck wurde kürzlich von Timo Baudzus interviewt und hat sich auch zur Entwicklung von Anleihen geäußert mit Blick auf die anstehende Staatsverschuldung (ab ca. Min. 29 interessant zum Thema). Er würde aktuell höhere Laufzeiten bevorzugen und erwartet deutlich niedrigere Geldmarktzinsen. Beim Income One geht das aber nicht, weil der auf niedriges Risiko festgelegt ist. 

Mir scheint Deine Planungen gehen in eine entsprechende Richtung. Für mich sind Langläufer eher (noch) keine Option und gebe mich mit den Zinsen im mittleren Bereich zufrieden. 

 

Statt 1-5 Jahre fände ich so was wie 3-8 sehr interessant, aber keine Ahnung welche Produkte es in dem Segment sonst noch gibt. 

Wie schon geschrieben mit der situationsabhängigen Steuerung bzgl. Zinsen tue ich mich schwer.
Das einzigste was ich mir vorstellen könnte auf der kurzen Frist bei Negativzinsen den Xtrackers II Overnight durch sowas wie einen IE00BCRY6557 iShares Euro Ultrashort Bond zu ersetzen. Das wäre für mich das was ich maximal situationsbedingt steuern würde :-). 

Stimme Dir insofern zu, dass Langläufer für mich auch keine Option sind.
Wie kommst du darauf, dass 3-8 Jahre interessanter sein könnten? Was wäre für Dich das Argument? Könnte man das durch Fakten/Zahlen/Daten plausibilsieren? Das fände ich interessant.

 

 


 

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Sapine
vor 38 Minuten von klaush:

Stimme Dir insofern zu, dass Langläufer für mich auch keine Option sind.
Wie kommst du darauf, dass 3-8 Jahre interessanter sein könnten? Was wäre für Dich das Argument? Könnte man das durch Fakten/Zahlen/Daten plausibilsieren? Das fände ich interessant.

Im Moment würde ich es noch nicht machen und ich bin mir dabei auch keineswegs sicher. Den Mut zu echten Langläufern habe ich nicht. Nach meinem Empfinden wird das Risiko nicht ausreichend entlohnt. Aber wenn die Zinsstrukturkurve sich durch Senkungen der Zentralbank am kurzen Ende weiter normalisiert, könnte Beck recht haben, dass etwas längere Laufzeiten besser rentieren werden als 3-5. 

 

Was die Abhängigkeit von Beck angeht, sehe ich das ähnlich wie Du. Im Gegensatz zu Aktienfonds kann man ausschüttende Rentenfonds aber viel leichter umschichten, weil wenig Gewinne im Kurs stecken. Insofern sehe ich das nicht so kritisch. Man muss es allerdings beobachten und die Wahl ist weniger pflegeleicht.

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Trader42
vor 1 Stunde von klaush:

Nein, interessiert mich eher nicht. Die beinhalteten ETFs kann man ja auch einzeln kaufen und dann selbst mischen.
Ich halte nichts von solchen Mischfonds. Ich verstehe, dass man hier eventuell etwas Steuern sparen könnte. Aber ich möchte eher eine klare Struktur meines Depots.

Hmm man spart da gar nicht mal so wenig Steuern. Anfangs ist es relativ egal, aber 1. Gibt auf den einzelnen Anleihen-ETF keine Teilfreistellung (mal eben 30% der steuerlast) und 2. Wird Rebalancing sobald die einzelnen ETFs mal wirklich Rendite gemacht haben richtig teuer. In Kombination schlägt das auf Dauer stark durch. Ich würde die enthaltenen ETFS keinesfalls beide einzeln ins Depot holen. Sollte man an beiden ETFs interessiert sein, ist dieser Mischfond definitiv weit überlegen.

 

Unabhängig davon würde ich die enthaltenen Anleihen in dem Lifestrategy größtenteils nicht zum sicheren Teil des Depots zählen. Mit Ultra Short Euro government bonds sind die nicht wirklich vergleichbar. Da wird ja der globale Anleihenmarkt abgebildet.

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oktavian
vor 10 Stunden von klaush:

Meinst du sowas wie A2P7TK Vanguard LifeStrategy 60% Equity?

ja, ich hoffe aber noch auf mehr Produkte. Kenne derzeit keine besseren Misch-ETFs. Ich denke mit technischer Entwicklung werden custom ETFs irgendwann für uns normale Bürger bezahlbar. Dann hätte man eine Steuerersparnis beim rebalancing und durch TFS. Ich sage nur: im Blick behalten.

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ncc11

Danke für die Inspiration zu dem ETF. Mir ist aufgefallen, dass es einen ähnlichen ETF von Xtrackers gab (LU0484968655), der bereits liquidiert wurde. Das Fondsvermögen des Ishares ETF (IE00BKT6BH25) von ~ 42 Mio € seit 2019 lt. justetf ist auch nicht so hoch.

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klaush
· bearbeitet von klaush
Am 27.3.2025 um 09:18 von Euronensammler:

Will man etwas Anbieterdiversifikation, gibt es zum iShares ex-Fin z.B. die Alternative Deka iBoxx EUR Liquid Non-Financials DE000ETFL383. Für die Laufzeiten 1-5 J hat UBS ein Bündel ETFs.

  • habe mir eben mal die 1-5J von UBS angeschaut: die haben einen sehr hohen Bankenanteil (40%) laut verfügbaren letzten Jahresbericht - passt nicht.
  • Deka iBoxx EUR Liquid Non-Financials DE000ETFL383 - hat mir zu lange Laufzeiten

 

vor 22 Stunden von Trader42:

Hmm man spart da gar nicht mal so wenig Steuern. Anfangs ist es relativ egal, aber 1. Gibt auf den einzelnen Anleihen-ETF keine Teilfreistellung (mal eben 30% der steuerlast) und 2. Wird Rebalancing sobald die einzelnen ETFs mal wirklich Rendite gemacht haben richtig teuer. In Kombination schlägt das auf Dauer stark durch. Ich würde die enthaltenen ETFS keinesfalls beide einzeln ins Depot holen. Sollte man an beiden ETFs interessiert sein, ist dieser Mischfond definitiv weit überlegen.

  • dann muss ich mir das Steuerthema bzgl. Teilfreistellung mal bei Gelegenheit anschauen, ob das wirklich so viel bringt. Hatte ja bis vor 2 Jahren keine Anleihenfonds, sondern nur Aktien ETFs und Girokonto/Tagesgeld.
  • Rebalancing führe ich nicht durch aktiven Verkauf und Kauf durch. Sondern in dem ich bei Neuinvestionen darauf achte in meinem Depot in untergewichtete Bereiche zu investieren. Wobei es mir nicht so wichtig ist ob mal ein Bereich 5-10% drüber oder drunter liegt. Hat bisher ganz gut so geklappt und spart so natürlich auch Steuern.
vor 13 Stunden von oktavian:

ja, ich hoffe aber noch auf mehr Produkte. Kenne derzeit keine besseren Misch-ETFs. Ich denke mit technischer Entwicklung werden custom ETFs irgendwann für uns normale Bürger bezahlbar. Dann hätte man eine Steuerersparnis beim rebalancing und durch TFS. Ich sage nur: im Blick behalten.

  • Ich hatte mich bisher immer gefragt wozu solche Misch-ETFs gut sein könnten. Das scheint in der Tat ein Argument zu sein. Mal sehen was so für Produkte in den nächsten Jahren auf den Markt kommen. Danke für die Idee!
vor 23 Stunden von Sapine:

Im Moment würde ich es noch nicht machen und ich bin mir dabei auch keineswegs sicher. Den Mut zu echten Langläufern habe ich nicht. Nach meinem Empfinden wird das Risiko nicht ausreichend entlohnt. Aber wenn die Zinsstrukturkurve sich durch Senkungen der Zentralbank am kurzen Ende weiter normalisiert, könnte Beck recht haben, dass etwas längere Laufzeiten besser rentieren werden als 3-5. 

 

Was die Abhängigkeit von Beck angeht, sehe ich das ähnlich wie Du. Im Gegensatz zu Aktienfonds kann man ausschüttende Rentenfonds aber viel leichter umschichten, weil wenig Gewinne im Kurs stecken. Insofern sehe ich das nicht so kritisch. Man muss es allerdings beobachten und die Wahl ist weniger pflegeleicht.

  • top - gut zu wissen das jemand auch fast so ähnlich denkt wie ich ;-). Wobei ich eher thesaurierende Fonds bevorzugen würde, zwecks Steuerstundungsthematik. Aber wahrscheinlich sagt jetzt jemand, dass es nur bei Aktien-ETF relevant ist wegen der 30% Teilfreistellung? So richtig blicke ich da noch nicht durch...

 

vor 9 Stunden von ncc11:

 Das Fondsvermögen des Ishares ETF (IE00BKT6BH25) von ~ 42 Mio € seit 2019 lt. justetf ist auch nicht so hoch.


https://www.fondsweb.com/de/IE00BKT6BH25

Hier steht das das Fondsvolumen bei über einer Milliarde ist!

 

https://www.justetf.com/de/etf-profile.html?isin=IE00BKT6BH25#basisinfos

Hier ist die Fondsgröße mit ~42mio angegeben

 

https://extraetf.com/de/etf-profile/IE00BKT6BH25?tab=overview

Bei extraetf auch lediglich 42mio

 

Comdirect spuckt wiederum als Fondsvolumen 1 milliarde aus.

 

https://www.ishares.com/uk/individual/en/products/310288/?switchLocale=y&siteEntryPassthrough=true

https://www.ishares.com/de/privatanleger/de/produkte/310288/

 

Hier steht

Anteilsklassenvermögen

Per 27.März2025

EUR 42.112.650

 

Fondsvermögen

Per 27.März2025

EUR 1.108.786.661,01


Hier ist der Begriff des "Anteilsklassenvermögen" ganz gut erklärt:

https://www.fondsclever.de/ratgeber/lexikon-investmentfonds/anteilsklasse/

 

Zitat

Was ist eine Anteilsklasse?

Viele Investmentfonds haben eine unterschiedliche Anteilsklasse. Dabei handelt es sich um Anteile am selben Fonds. Die Werte innerhalb eines Fonds unterscheiden sich nicht voneinander, sodass die Wertentwicklung bei jeder Anteilsklasse ähnlich ist.

Sie unterscheiden sich aber zum Beispiel bei den laufenden Kosten, der Verwendung der Erträge oder in der Währung. Abweichungen hinsichtlich der Wertentwicklung können dadurch entstehen, dass die laufenden Gebühren unterschiedlich hoch sind. Man sagt zu den Anteilsklassen auch Tranchen.

Jede Anteilsklasse hat eine eigene Wertpapier­kennnummer (WKN) [...]

 

Justetf hat es also nicht ganz korrekt dargestellt. Wieder etwas gelernt! Mir war dieser Aspekt vor der Recherche so nicht bewusst.

Das Fondsvermögen ist also tatsächlich bei über 1 Milliarde Euro. Das wird glaube ich nicht so schnell eingestellt ;-)

 

 

Stand meiner Recherche

  • Die Kombination keine Bankenanleihen ("ex-Financials") mit Duration kleiner als 5 Jahren habe ich nur einmal gefunden und zwar bei dem, den ich am Anfang erwähnt habe: A2PRGZ iShares EUR Corp Bond ex-Financials 1-5yr ESG
  • bei den anderen gefundenen 1-5y Fonds ist mir der Anleihenanteil der Banken mit ca 40% im Schnitt einfach zu hoch. Ich sehe das jetzt nicht dogmatisch, ich würde ja als Kompromiss auch etwas nehmen mit sagen wir mal 10% Bankenanleihen... aber sowas habe ich nicht gefunden. 40% sind mir einfach zu viel.
  • umgekehrt haben andere ex-Financials Fonds mir eine zu hohe Duration. Bei Krisen hat man dadurch einen zu hohen drawdown. Dafür habe in meiner langen Frist meine Aktien ETFs.
  • ein Gegenargument gegen den A2PRGZ habe ich also nicht gefunden. Mich verwundert halt nur dass es das Konstrukt nur einmal gibt - das lässt mich noch etwas zögern.

 

Ergänzung - editiert am 28.03.

  • der A40E7Q L&G Corp. Bd ex-Banks Higher Ratings 0-2Y ("quasi vom Gerd Kommer") hat ja genau das was ich oben beschrieben habe: keine Bankenanleihen und geringe Duration. Allerdings ist er ja aufgrund seiner gesamten Charakteristik und Renditeprofil eher ein "Geldmarkt naher Fond". Also zu kleine Duration (im Durchschnitt 1,1 Jahre) bei sehr hohem Rating. Ist also eher etwas für die kurze frist. Allerdings auch hier nix für mich, da hoher US Anteil. Ausserdem nehme ich hier für einfach den Xtrackers II Overnight...

 

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Fondsanleger1966
· bearbeitet von Fondsanleger1966

Hallo, herzlich willkommen im Forum!

 

Am 26.3.2025 um 23:38 von klaush:

Irgendwo Denkfehler enthalten?

Ja.

 

Diese beiden Wünsche sind nicht miteinander vereinbar:

Am 26.3.2025 um 23:38 von klaush:
  • durchschnittliche Duration: 3-5 Jahre
  • [...]
  • [...] Im Falle eines Crashes (wie z.B. bei Corona) wäre ein Drawdown von 3-5% akzeptabel.

... , denn sie bedeuten, dass die Anleihen im Schnitt nur ca. 1%pkt in der Rendite ansteigen dürfen. 

 

In einem richtigen Crash (also nicht bei einem lauen Lüftchen wie Corona) wird das bei weitem nicht reichen. 

 

Siehe hilfsweise z.B. https://fred.stlouisfed.org/series/BAMLC2A0C35YEY (auf "max" gehen), wo der Anstieg in der Finanzkrise insgesamt 3,5%pkt für 3-5jährige Corporate Bonds betrug (korrekterweise müsste man jetzt noch einen Index ex Banks finden, aber den kannst Du bei der angegebenen Quelle auch selbst suchen).

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HeavyCrown

Gerade gesehen, dass Vanguard kürzlich einen neuen ETF aufgelegt hat der vielleicht auch für dich interessant wäre.

 

Vanguard EUR Corporate 1-3 Years Bond UCITS ETF EUR. Gibt es in der ACC (IE00BH04FZ00) und DIS (IE00BDD48S37) Version.

Domizil: Irland

 

Da er noch relativ neu ist (11.03.2025) konnte ich noch keine genaueren Informationen finden.

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Yerg
vor 14 Stunden von klaush:

Wobei ich eher thesaurierende Fonds bevorzugen würde, zwecks Steuerstundungsthematik. Aber wahrscheinlich sagt jetzt jemand, dass es nur bei Aktien-ETF relevant ist wegen der 30% Teilfreistellung?

Der Steuerstundungseffekt ist unabhängig von einer Teilfreistellung. Aber meiner Meinung nach hier trotzdem irrelevant: bei einem Anleihenfonds mit kurzer/mittlerer Laufzeit wird die Rendite ungefähr in dem Bereich liegen, der auch bei thesaurierenden Fonds durch die Steuer auf die Vorabpauschale zu versteuern ist. Daher ist nach derzeitigem Steuerrecht kein signifikanter Stundungseffekt zu erwarten. Ich würde mich bei der Fondssuche in diesem Bereich daher nicht von vornherein festlegen. Wenn es den Wunschfonds in beiden Varianten gibt, kannst du natürlich die thesaurierende nehmen.

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ferdicharms

Zur Zeit sind die Risikoaufschläge für Unternehmensanleihen nicht allzu hoch.
Das zusätzliche Risiko der Unternehmensanleihen Investment-Grade zu europäischen Staatsanleihen wird aus meiner Sicht nicht ausreichend genug über den Zins kompensiert.
Bei einer durchschnittlichen Duration von 2 Jahren sind es zur Zeit gerade mal im Schnitt 0,6%.
Gerade als Diversifikation zu Aktien bieten sich daher europäische Staatsanleihen IG eher an.

https://extraetf.com/de/etf-comparison?products=IE00BGJWWY63-etf,LU2008760592-etf,IE00BKT6BH25-etf
(unter "Bonitätsstruktur" können die aktuellen Yields verglichen werden)

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klaush
vor 15 Stunden von Fondsanleger1966:

Siehe hilfsweise z.B. https://fred.stlouisfed.org/series/BAMLC2A0C35YEY (auf "max" gehen), wo der Anstieg in der Finanzkrise insgesamt 3,5%pkt für 3-5jährige Corporate Bonds betrug (korrekterweise müsste man jetzt noch einen Index ex Banks finden, aber den kannst Du bei der angegebenen Quelle auch selbst suchen).

Der Anstieg im Dec 2007 von 5,37% auf October 2008 auf 8,59% ist in absoluten Zahlen beeindruckend. Es ist fast eine Verdopplung. Ab August 2010 hat es sich eingependelt auf ein Niveau von 2-3%.
Meine Vermutung:
Hätte man also entsprechende Anleihenfonds einfach ~drei Jahre gehalten, so wäre man zwischendurch zwar kräftig im minus. Aber spätestens ab Ende 2010 sogar wieder im plus. Vorausgesetzt, man hätte nicht gerade in den Fonds zum großen Teil Bankanleihen gehalten von Banken die abgewickelt worden sind.

Wenn man aber sich die Periode von Juli 2021 (1,18%) bis Oktober 2023 (6,22%) anschaut, so liegt hier eine Verfünfachung vor. In absoluten Zahlen ist es zwar weniger als bei der Finanzkrise 2007/2008 aber in relativen Zahlen ist doch der Anstieg viel schlimmer!? Oder interpretiere ich das falsch?

 

Einen Index mit Ex Banks o.ä. konnte ich leider auf FRED nicht finden. Aber danke für den Link, kannte ich vorher so noch nicht.


Nun habe ich einfach mal nach entsprechenden ETFs gesucht, mit einem Auflagedatum vor 2007, um meine Vermutung zu untermauern:

 

1)Nach einiger Recherche, habe ich einen Unternehmensfond (mit USD als Währung) gefunden:

  • iShares iBoxx $ Investment Grade Corporate Bond ETF (Bloomberg Index Ticker: IBOXIG)
  • https://www.ishares.com/us/products/239566/ishares-iboxx-investment-grade-corporate-bond-etf#/
  • Dieser ist im Nov 2008 um 10% gefallen und war dann aber ein Jahr später wieder auf dem originalen Niveau
  • übrigens Stand 2025, mit 23% Anteil von Bankanleihen und einer "effective Duration" von 8 Jahren
  • Wie hoch der Anteil während der Finanzkrise war, lässt sich leider nicht mehr herausfinden.
  • Bei der Zinswende: von 2021 auf 2023, ist dieser übrigens um 25% gefallen und ist bis heute mit 8%(!) im minus.

2)entsprechender ETF im Euroraum

Meine Interpretation:
Aus Sicht der Performance dieser beiden Fonds, war die Zinswende in 2022 deutlich schlimmer, als die Finanzkrise in 2008.
Oder habe ich irgendwo einen Denkfehler?
weiterer Gedanke: Man könnte denken, dass eine Zinswende - Durationsthematik -  aus dieser Sicht deutlich größeren Einfluss hat, als die Bonität gewisser Sektoren (Banken). Das ist allerdings eher eine anekdotische Beobachtung und kein wissenschaftlicher Beweis.

 

vor 10 Stunden von HeavyCrown:

Gerade gesehen, dass Vanguard kürzlich einen neuen ETF aufgelegt hat der vielleicht auch für dich interessant wäre.

Danke für den Hinweis.

 

 

vor 9 Stunden von Yerg:

Der Steuerstundungseffekt ist unabhängig von einer Teilfreistellung. Aber meiner Meinung nach hier trotzdem irrelevant: bei einem Anleihenfonds mit kurzer/mittlerer Laufzeit wird die Rendite ungefähr in dem Bereich liegen, der auch bei thesaurierenden Fonds durch die Steuer auf die Vorabpauschale zu versteuern ist. Daher ist nach derzeitigem Steuerrecht kein signifikanter Stundungseffekt zu erwarten.

Danke auch für diesen Hinweis.

 

 

vor 8 Stunden von ferdicharms:

Zur Zeit sind die Risikoaufschläge für Unternehmensanleihen nicht allzu hoch.
Das zusätzliche Risiko der Unternehmensanleihen Investment-Grade zu europäischen Staatsanleihen wird aus meiner Sicht nicht ausreichend genug über den Zins kompensiert.
Bei einer durchschnittlichen Duration von 2 Jahren sind es zur Zeit gerade mal im Schnitt 0,6%.
Gerade als Diversifikation zu Aktien bieten sich daher europäische Staatsanleihen IG eher an.

https://extraetf.com/de/etf-comparison?products=IE00BGJWWY63-etf,LU2008760592-etf,IE00BKT6BH25-etf
(unter "Bonitätsstruktur" können die aktuellen Yields verglichen werden)

 

Meine Gedanken hierzu:

  • der Unterschied zwischen dem ESTR (z.B.: LU0290358497 Xtrackers Overnight) und den von Dir erwähnten europäischen Staatsanleihen IG liegt ja auch nur bei 0,5% (auf die letzten 12 Monate bezogen). Mit dieser Argumentation könnte man sagen: Wozu wegen derzeit 0,5% Unterschied überhaupt ein Zinsänderungsrisiko eingehen? Einfach den Overnight nehmen, und man hat kein Zinsänderungsrisiko.
  • in der kurzen Frist habe ich ja auch schon in den Overnight investiert (siehe mein erstes Posting)
  • Mein Anspruch ist es ein prognosefreies Depot zu haben, und nur zwischen den verschieden Fristen die Allokationen zu ändern (siehe mein erstes Posting). Aber innerhalb einer frist (z.B. mittlerere frist), möchte ich nicht ständig die "Pferde" wechseln. Ich kann ja nicht wissen ob nun in den nächsten Monaten die Zinsen fallen oder steigen. Ich kann auch nicht wissen ob nun in Zukunft das halten von Unternehmensanteilen genug über den Zins kompensiert wird oder nicht.
  • Aber meiner Meinung nach ist eines sicher: Unternehmensanleihen ist nochmal eine andere Assetklasse (als Aktien, aber auch nochmal anders als der Overnight oder andere Geldmarktfonds), die man zur Diversifikation nutzen kann. Ich würde dies aber nicht in meinem Depot in der lange Frist sehen wollen, sondern in der mittleren frist. In der langen frist performen Aktien-ETFs einfach historisch besser: Rendite von Eigenkaptital  ist erstmal theoretisch unbegrenzt, während der Kupon einer Anleihe vorher begrenzt ist. Die Funktion in der mittleren frist, ist für mich die, das drawdowns bei Unternehmensanleihen im IG bei kurzer Duration (bis 3 Jahre) weniger sind als bei Aktien. Der Anlagenhorizont (für mich 5 Jahre) ist einfach deutlich kürzer. Aktien können diese Funktion nicht leisten. Gründe für mich für die mittlere Frist habe ich oben im ersten Posting beschrieben.
  • Es folgt also für mich, dass ich Unternehmensanleihen (als ETF) suche mit den von mir beschriebenen Eigenschaften. Ob das nun über den Zins zukünftig "belohnt wird" oder nicht kann ich vorher nicht wissen.

 


 

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klaush
· bearbeitet von klaush

noch ein paar weitere Gedanken

https://extraetf.com/de/etf-comparison?products=LU0290358497-etf,IE00BCRY6557-etf,IE00BKT6BH25-etf,IE0032523478-etf

hier habe ich die erwähnten fonds gegeneinander "antreten" lassen.

Meine Interpretation:

-der iShares € Corp Bond ex-Financials 1-5yr (2,77 Jahre durchschnittliche Duration) ist generell konservativer als der iShares € Corp Bond Large Cap UCITS ETF (4,8 Jahre ) und hat daher in den letzten Jahren davon profitiert. Auch war der Drawdown bei der Zinswende deutlich geringer.

-wenn nun aber das aktuelle "Zinsregime" sich stabilisiert, dann wird früher oder später der Large Cap Bond den ersteren "überholen" (siehe z.B. Performance ab Juli 2020).

-der Bond ex-Financials 1-5yr wird wiederum in den nächsten Jahren besser renditieren als der overnight / ultashort bond sollte sich das aktuelle "Zinsregime" stabiliseren (so in etwa bleiben wie es jetzt ist). Sollten die Zinsen aber steigen, dann wird kurzzeitg der Bond ex-Financials 1-5yr schlechter rentieren als der overnight / ultashort bond (wobei "kurzzeitg" auch 2-3 Jahre bedeuten können).

-Auf die letzten 12 Monate bezogen rentiert der Bond ex-Financials 1-5yr gerade mal mit 1,07% besser als der overnight. Aus dieser Sicht lohnt sich das Risiko nicht. Wie aber zuvor geschrieben weiß ich nicht wie die Zukunft ist. Es gibt aber die Hoffnung dass das Invest in Unternehmensanleihen zukünftig besser belohnt wird als jetzt. (Muss eigentlich so sein, sonst würde doch niemand Unternehmensanleihen kaufen - und historisch gesehen gibt es Phasen wo es sich gelohnt hat - nur weiß niemand wann wieder so eine Phase beginnt)

-In jedem Falle wäre es eine weitere Assetklasse für die Diversifikation.

 

Aus dieser Denke würde ich für die mittlere frist also eher den konservativeren Fond nehmen: iShares € Corp Bond ex-Financials 1-5yr

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LongtermInvestor
vor 9 Stunden von klaush:

Meine Interpretation:
Aus Sicht der Performance dieser beiden Fonds, war die Zinswende in 2022 deutlich schlimmer, als die Finanzkrise in 2008.
Oder habe ich irgendwo einen Denkfehler?

Also ich fasse es mal ganz kurz und knapp zusammen. 2008 führte die Krise zu fallenden Zinsen, was Anleihen stützte. In 2022 führte die Inflation zu steigenden Zinsen, was Anleihen belastete. Deshalb war der Anleihenmarkt 2022/23 deutlich schwächer als während der Finanzkrise.

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LongtermInvestor
vor 9 Stunden von klaush:

Aus dieser Denke würde ich für die mittlere frist also eher den konservativeren Fond nehmen: iShares € Corp Bond ex-Financials 1-5yr

 

Die Rückzahlungsrendite beträgt hier rd, 2,7%. 

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klaush
vor 9 Stunden von LongtermInvestor:

Also ich fasse es mal ganz kurz und knapp zusammen. 2008 führte die Krise zu fallenden Zinsen, was Anleihen stützte. In 2022 führte die Inflation zu steigenden Zinsen, was Anleihen belastete. Deshalb war der Anleihenmarkt 2022/23 deutlich schwächer als während der Finanzkrise.

ich sehe das so:
bei beiden Ereignissen stiegen die Zinsen zunächst stark ("überraschend") an, um danach zu fallen.

2022 war der Anstieg der Zinsen viel stärker als 2008.

2009 sind die Zinsen auch wieder relativ schnell wieder gefallen. Seit letztem Jahr scheinen die Zinsen wieder zu fallen, aber nicht in dem gleichen Maß wie damals 2009.

Ob nun für die historisch niedrigen Zinsen ab 2010 die Finzanzkrise oder doch die Eurokrise ("Griechenland und co.") verantwortlich war, ist glaube ich eine andere Frage.

 

vor 9 Stunden von LongtermInvestor:

 

Die Rückzahlungsrendite beträgt hier rd, 2,7%. 

 

Bin mir nicht ganz sicher was du exakt meinst.

Bei Extra-ETF gibt es das "Yield to Maturity" (Rendite bis zur Enfälligkeit - hypothetischer Wert). Da muss man schon sagen, dass dieser Sich eher marginal unterscheidet zwischen den Ultrashort, 1-5y, Bond Large Cap (alle um die 3%)
https://extraetf.com/de/etf-comparison?products=LU0290358497-etf,IE00BCRY6557-etf,IE00BKT6BH25-etf,IE0032523478-etf

(siehe unter dem Punkt Bonitätsstruktur - letzter Begriff).

Der Punkt Duration, hat letztlich auch einen starken Einfluss - das wäre vermutlich das Argument für einen Fond mit Staatsanleihen :-)

 

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klaush
· bearbeitet von klaush

Wenn ich reflektiere, was eigentlich die "Gurus" so empfehlen

  • Kommer: Geldmarktfonds / Geldmarkt nahe Fonds. Siehe das neueste Video (link zum Video) von seinem Mitarbeiter, ab Minute 8:09 - von Anleihen mit längerer Duration wird eher abgeraten- Empfehlung eher Geldmarktfond, dazu passt auch der neueste von ihm promotete Fond: A40E7Q. 
    Laut Kommer also Anleihen nur in RK1

 

  • Beck: klar sein Fixed Income one (A3EEYP) mit einer Durschnittlichen Duration von 4,1 Jahren ( link, siehe Seite 9 im pdf). Das wird sogar für die "kurze Frist" beworben. Wenn ich  diesen mit dem IE00BKT6BH25  iShares EUR Corporate Bond ex-Financials 1-5yr vergleiche https://extraetf.com/de/etf-comparison?products=LU0290358497-etf,IE00BCRY6557-etf,IE00BKT6BH25-etf,AT0000A347S9-fund. Dann laufen die recht ähnlich seit der Auflage des Fixed Income one. Mit 2,77 Jahren ist die derzeitige Duration des des Ishares deutlich geringer. Gedanklich würde ich aber beide bei mir für die mittlere frist einsortieren. Beide Fonds sind in RK2
  • in einem der letzten Videos hatte Beck noch angedeutet zwischen den Zeilen, dass er jetzt in höhere Durationen im IG gehen würde - für mich ist das aber Market timing: passt mir nicht.

     edit: eben noch gefunden link (seite 9)

     

    Zitat

    Konkret bedeutet dies, dass bei gleichbleibender Zinsstrukturkurve zur Umlaufrendite
    noch Kursgewinne hinzukommen, da das „herunterrollen der Zinskurve“ implizit wie
    eine Zinssenkung für die Bestandsanleihe wirkt.
    Je steiler die Zinskurve, desto interessanter können langlaufende Anleihen damit als
    Beimischung auch schon bei einem relativ kurzen Anlagehorizont von 1 bis 3 Jahren
    sein.

     

     

  • Beck hat ja darüber hinaus noch sein LU0397221945 Xtrackers Portfolio ETF. (Seite 17 im PDF). Dieser in RK3. Da dieser mit Aktien gemischt sind, lassen sich die Durationen hier nicht vergleichen. Ich glaube, dass war einfach mal eine Idee von ihm von vor über 15 Jahren, über die er nicht mehr so gerne spricht.



 

Erkenntnis für mich: es scheint also Geschmackssache aus Sicht der Experten zu sein, ob man den Anleiheteil nur im RK1 abbildet oder ob man RK2 beimischt. Beck würde zusätzlich Markettiming betreiben und langlaufende Anleihen beimischen.

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geeman
vor 12 Stunden von klaush:

ich sehe das so:
bei beiden Ereignissen stiegen die Zinsen zunächst stark ("überraschend") an, um danach zu fallen.

2022 war der Anstieg der Zinsen viel stärker als 2008.

2009 sind die Zinsen auch wieder relativ schnell wieder gefallen. Seit letztem Jahr scheinen die Zinsen wieder zu fallen, aber nicht in dem gleichen Maß wie damals 2009.

Ob nun für die historisch niedrigen Zinsen ab 2010 die Finzanzkrise oder doch die Eurokrise ("Griechenland und co.") verantwortlich war, ist glaube ich eine andere Frage.

In der Finanzkrise wusste niemand, wie weit sich das Beben noch ausweitet. Deswegen wurden Anleihen verkauft(!), das Angebot war größer als die Nachfrage. Deshalb fielen die Kurse. Das funktioniert wie bei Aktien. Im Umkehrschluss steigt die "Rendite" der Anleihe. Ob die Anleihen bedient werden, wusste man nicht in der Finanzkrise (ob ggfs. ein Default eintritt), daher stiegen die Renditen (durch fallende Kurse).

Durch "Whatever it takes...", kamen die Kurse von Anleihen entsprechend zurück und die resultierenden Renditen fielen wieder.

 

In 2022 wurden die Zinsen erhöht. Das ist langfristig und daher kommt hier die Duration vollständig zum tragen. In der Krise waren es hauptsächlich kurzfristige Risikozuschläge.

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