Kollege23 17. März · bearbeitet 17. März von Kollege23 Hallo zusammen, ich fang gleich an nach Schema aus dem angepinnten Faden: Über meine Person Bin verheiratet, (Gütertrennung) 45 Jahre, habe keine Schulden, ein Haus, incl. eine FeWo, nur im Sommer vermietet. Ausgaben halten sich in Grenzen, ab und zu ist was am Haus zu machen. Hobbylandwirtschaft trägt sich +-0, leicht schwankend. Meine Immobilie wollte ich demnächst mal schätzen lassen, um hier auch etwas Klarheit zu bekommen. Seit etwa 3 Jahren bin ich nervlich ziemlich fertig, musste mir jetzt eingestehen, dass ich sicher nicht mehr bis zur Rente durchhalte. Ich möchte gerne ab 55 den Absprung schaffen. Meine Frau und ich leben sparsam. Ich habe nicht durchgehend in die Rentenkasse eingezahlt, auf die gesetzliche Rente verlasse ich mich gar nicht. Mein Haus auf der Philippinen habe ich jetzt abgestoßen, um flexibler zu bleiben. Werde dann, wenn es soweit ist, mit der Frau in Miete leben. Wo? Pläne ändern sich einfach zu schnell...im Moment sehe ich aber in D keine Zukunft für uns. Pflichtangaben: 1. Erfahrungen mit Geldanlagen Ich bin seit etwas mehr als 5 Jahren in Aktien und ETFs investiert. Goldanteil 5%, BC 2%. 2. Darstellung von bereits vorhandener Fondspositionen (Fondsbezeichnung und ISIN angeben): Zu viele. Siehe Bilder. 3. Zeitliche Aufwandsbereitschaft für eure Fondsanlage: In den letzten Jahren habe ich mich in der Rückschau zu sehr um Einzelaktien gekümmert und das heißt ja dranbleiben. Ich muss jetzt nach dem jüngsten US-Korrektur eingestehen, dass ich dann doch nicht die notwendigen Nerven dafür habe. Wegen viel Aufwand und schlaflose Nächte möchte ich ich was ändern und meine Zeit besser für Beruf und Familie aufwenden. Da ich auch von schlechten Wirtschaftsnachrichten getriggert werde möchte ich auch davon Abstand nehmen. Also sind risikoreiche Einzelaktien nichts mehr für mich. Folglich muss ich mich breiter aufstellen und will die Rendite dem Marktgeschehen überlassen. 4. Risikotyp/Risikobereitschaft/Umgang mit Verlusten: Wenn der Markt schwächelt ist das eben so. Wenn ich eine falsche Entscheidung getroffen habe komme ich damit nicht (mehr) wirklich klar. Focus ist (noch) Rendite. Optionale Angaben: 1.Alter: 45 2. Berufliche Situation: Angestellter 4000€ netto 3. Sparer-Pauschbetrag ausgeschöpft? Ja 4. Aktive und/oder passive Fonds gewünscht: Passiv. Ich habe gesehen, die aktiven sind auch nicht viel besser, kosten aber mehr. Über meine Fondsanlage 1. Anlagehorizont Wenn ich hier abhaue verkaufe ich die Immobilie. Wenn ich das dann auch inverstiere, könnte ich die Anlage weiterlaufen lassen. In 10 Jahren brauche ich eine Auszahlstrategie. 2. Zweck der Anlage Altervorsorge 3. Einmalanlage und/oder Sparplan? Beides. Aktuell habe ich keinen Sparplan. 4. Anlagekapital: 232k€ Cashbestand (35%), bin schon ziemlich raus aus einigen Positionen 168k€ Aktien (26%) 258k€ ETFs (39%) Ich möchte nach und nach die Einzelaktien auflösen, ggf. noch ein paar Positionen halten. Cash gerne investieren, ich bin aber leider sehr unsicher geworden. Am Wochenende habe ich mir den VanEck Morningstar Dividend (A2JAHJ) ausgeguckt, da weniger US und lief deshalb auch gut. Der wurde mir jetzt auch mehrmals empfohlen aus anderen Quellen als Pendant zu meinem MSCI Core. Problem ist, dass er ausschüttend ist. Möchte da eher was, wo ich echt nicht mehr nachdenken muss. Deviese ist jetzt, verschlanken und sehr einfach bitte. Ich bin für Vorschläge hinischtlich Produkte, als auch einer "Exitstrategie" bzgl. Einzelaktien dankbar, die meisten sind ja leider vom hoch gut entfernt. Bei mir in der Gegend gibt es keine unabhängigen Berater, ich traue da nicht so recht jemanden, der Produkte verkaufen will. Falls ich das Thema in der falschen Kategorie erstellt habe, bitte ich einen Mod das zu verschieben. Danke vorab. Diesen Beitrag teilen Link zum Beitrag
Norica 17. März · bearbeitet 17. März von Norica Es sieht so aus, als hättest Du bisher viele Sachen richtig gemacht. Was mir aufgefallen ist: vor 2 Stunden von Kollege23: Seit etwa 3 Jahren bin ich nervlich ziemlich fertig, musste mir jetzt eingestehen, dass ich sicher nicht mehr bis zur Rente durchhalte. Hängt das hauptsächlich mit dem Job zusammen und wenn ja, gäbe es die Möglichkeit der Arbeitszeitreduzierung? vor 2 Stunden von Kollege23: 4. Risikotyp/Risikobereitschaft/Umgang mit Verlusten: Wenn der Markt schwächelt ist das eben so. Wenn ich eine falsche Entscheidung getroffen habe komme ich damit nicht (mehr) wirklich klar. Focus ist (noch) Rendite. Der Focus (noch) auf Rendite bei gleichzeitig verringerter Risikotragfähigkeit passt nicht zusammen. Nach meiner Auffassung auch nicht, wenn Du die Einzelinvestments in ETFs "tauschst", weil Aktien bleiben Aktien. Leider musst Du letzlich selbst eine Entscheidung treffen. Arbeitsstress und oder Anlagestess kann man durch Jobwechsel/Arbeitszeitverringerung und Risikoverringerung verkleinern oder durch Steigerung der Resilienz ggü den Stressfaktoren oder durch beides. Ein weiterer Punkt ist deine geringe Anlagezeit/Erfahrung. Da wüsste ich nicht, wie man das kompensieren kann. In meinen Augen sind deine Voraussetzungen nämlich sehr gut, dein "Absprung" könnte viel früher passieren. SG Diesen Beitrag teilen Link zum Beitrag
Schwachzocker 18. März vor 15 Stunden von Kollege23: Ich bin für Vorschläge hinischtlich Produkte, als auch einer "Exitstrategie" bzgl. Einzelaktien dankbar, die meisten sind ja leider vom hoch gut entfernt. Die Exitstrategie ist "verkaufen". Dazu gibt es eine Schaltfläche bei Deinem Broker im Depot. Wenn Du Schwierigkeiten hast, diesen zu betätigen, google mal nach "Ankereffekt". Das klingt vielleicht etwas banal, aber mehr ist dazu nicht zu sagen. Ob Du vieles richtig gemacht hat, weiß ich nicht. Das wichtigste hast Du jedenfalls nicht gemacht, eine Asset-Allocation. 1.) Asset-Allocation überlegen! Wieviel möchtest Du riskant anlegen und wieviel sicher? 2.) Aufteilung im riskanten Anteil festlegen. Wenn Du USA untergewichten möchtest lässt sich das mit Regionen-ETFs wunderbar realisieren. Dazu reichen aber 2-5 ETFs. Du hingegen hast einen Zoo. 3.) Strategie für das Rebalancing festlegen. Fertig! Diesen Beitrag teilen Link zum Beitrag
Lazaros 18. März · bearbeitet 18. März von Lazaros vor 33 Minuten von Schwachzocker: 1.) Asset-Allocation überlegen! Wieviel möchtest Du riskant anlegen und wieviel sicher? 2.) Aufteilung im riskanten Anteil festlegen. Wenn Du USA untergewichten möchtest lässt sich das mit Regionen-ETFs wunderbar realisieren. Dazu reichen aber 2-5 ETFs. Du hingegen hast einen Zoo. 3.) Strategie für das Rebalancing festlegen. Fertig! Was auf dem Papier sehr einfach klingt, fällt jedoch ausgewiesenen risikoarm/-reich Experten in der Praxis gar nicht so leicht: Am 15.3.2025 um 16:06 von stagflation: Deshalb ist die Empfehlung von Prof. Weber, prognosefrei anzulegen. Dann braucht man keine Glaskugel! Die Frage ist trotzdem, ob sich Rahmenbedingungen in den letzten Wochen so dramatisch geändert haben, dass man auch dann nachjustieren sollte, wenn man größtenteils prognosefrei anlegt. Die Diskussionen um den "Mar-a-Lago Accord" sind so radikal, dass man seine Anlagestrategie überdenken sollte. Andererseits ist unklar, ob das spinnerte Ideen bei einem Glas Rotwein waren - oder ob ernsthaft geplant wird, so etwas umzusetzen. Diesen Beitrag teilen Link zum Beitrag
Schwachzocker 18. März vor 2 Minuten von Lazaros: Was auf dem Papier sehr einfach klingt, fällt jedoch ausgewiesenen risikoarm/-reich Experten in der Praxis gar nicht so leicht: Doch, das fällt leicht. Man darf allerdings kein Experte sein. Diesen Beitrag teilen Link zum Beitrag
Lazaros 18. März · bearbeitet 18. März von Lazaros vor 5 Minuten von Schwachzocker: Doch, das fällt leicht. Man darf allerdings kein Experte sein. These: Je weniger man sich damit beschäftigt, je weniger Ahnung man hat, je weniger Nachrichten man konsumiert, desto leichter geht's. Diesen Beitrag teilen Link zum Beitrag
Kollege23 18. März vor 45 Minuten von Schwachzocker: Die Exitstrategie ist "verkaufen". Dazu gibt es eine Schaltfläche bei Deinem Broker im Depot. Mir fällt es nicht leicht, das jetzt athock umzusetzen. Die Strategie versuche ich gerade festzulegen für die Zukunft, Cash Bestand ist ja da. Aber meine bestehenden Positionon sind das Problem. Diesen Beitrag teilen Link zum Beitrag
Lazaros 18. März · bearbeitet 18. März von Lazaros vor 3 Minuten von Kollege23: Mir fällt es nicht leicht, das jetzt athock umzusetzen. Die Strategie versuche ich gerade festzulegen für die Zukunft, Cash Bestand ist ja da. Aber meine bestehenden Positionon sind das Problem. Ad hoc fällt mir dazu ein: https://www.amazon.de/Was-macht-man-einem-Problem/dp/3947188129 Diesen Beitrag teilen Link zum Beitrag
Schlumich 18. März vor 1 Minute von Kollege23: Mir fällt es nicht leicht, das jetzt athock umzusetzen. Die Strategie versuche ich gerade festzulegen für die Zukunft, Cash Bestand ist ja da. Aber meine bestehenden Positionon sind das Problem. Ich sag mal so..... Man kann das schon ad hoc umsetzen. Man sollte aber auch bedenken, dass bei aufgelaufenen Buchgewinnen ggf. Steuern beim Verkauf anfallen, wenn es keinen Verlusttopf gibt, der dagegen gestellt werden kann. vor 16 Stunden von Kollege23: Ich muss jetzt nach dem jüngsten US-Korrektur eingestehen, dass ich dann doch nicht die notwendigen Nerven dafür habe. Wegen viel Aufwand und schlaflose Nächte möchte ich ich was ändern und meine Zeit besser für Beruf und Familie aufwenden. Da ich auch von schlechten Wirtschaftsnachrichten getriggert werde möchte ich auch davon Abstand nehmen. Also sind risikoreiche Einzelaktien nichts mehr für mich. Folglich muss ich mich breiter aufstellen und will die Rendite dem Marktgeschehen überlassen. Und Du bist dir sicher, dass das die Lösung ist. Buchverluste in einem breitanlegenden ETF können genauso schmerzen und Nerven kosten wie Buchverluste in einer Einzelaktie. Fazit von meiner Seite: Die Idee zu vereinfachen ist gut. Ich fürchte nur, dass das am Ende nicht Deine gesamten Probleme lösen wird und alle Bedenken beseitigt. Hier könnte es helfen, wenn man weniger ins Depot schaut (und dafür wären dann ETFs "pflegeleichter"). Diesen Beitrag teilen Link zum Beitrag
Kollege23 18. März @Schlumich:Danke für deinen Input. Meine Probleme würde es lösen, wenn ich alles verkaufe. Aber dann habe ich keine Rendite mehr. Also muss ein gewisses Risiko sein. Das mit den Steuern habe ich auf dem Schirm. Aktuell stehe ich ca. bei plusminus Null, was Verluste und Gewinne dieses Jahr angeht. Da muss ich dann noch nach ETFs und Einzelaktien trennen. Im Moment stelle ich eine Strategie auf und muss dann umschichten. Letzteres wird mir am schwersten Fallen, da ich das noch nie gemacht habe. Weniger ins Depot schauen mache ich, mit weniger Positionen wird das, so erhoffe ich es mir, dann leichter fallen. Diesen Beitrag teilen Link zum Beitrag
Schlumich 18. März Gerade eben von Kollege23: Das mit den Steuern habe ich auf dem Schirm. Aktuell stehe ich ca. bei plusminus Null, was Verluste und Gewinne dieses Jahr angeht. Steuerrelevant sind nicht Gewinne und Verluste aus dem aktuellen Jahr, sondern seit Kauf. Diesen Beitrag teilen Link zum Beitrag
Kollege23 18. März OK habe mich falsch ausgedrückt, die Steuern, die ich dieses Jahr durch Verkauf ausgelöst habe, stehen bei plusminus Null. Diesen Beitrag teilen Link zum Beitrag
satgar 18. März vor 6 Minuten von Kollege23: Aber dann habe ich keine Rendite mehr. Hä? Du hast doch eventuell bisher Rendite gemacht. Die realisierst du dann. Und zukünftige Rendite erzeugst du durch dein neues Anlagekonzept. Das alte Anlagekonzept hat doch mit der zukünftigen Rendite erstmal herzlich wenig zu tun. Diesen Beitrag teilen Link zum Beitrag
Puppi 18. März · bearbeitet 18. März von Puppi vor 16 Stunden von Kollege23: Bin verheiratet, (Gütertrennung) 45 Jahre, habe keine Schulden, ein Haus, incl. eine FeWo, nur im Sommer vermietet. Ausgaben halten sich in Grenzen, ab und zu ist was am Haus zu machen. Hobbylandwirtschaft trägt sich +-0, leicht schwankend. Meine Immobilie wollte ich demnächst mal schätzen lassen, um hier auch etwas Klarheit zu bekommen. Seit etwa 3 Jahren bin ich nervlich ziemlich fertig, musste mir jetzt eingestehen, dass ich sicher nicht mehr bis zur Rente durchhalte. Ich möchte gerne ab 55 den Absprung schaffen. Meine Frau und ich leben sparsam. Ich habe nicht durchgehend in die Rentenkasse eingezahlt, auf die gesetzliche Rente verlasse ich mich gar nicht. Mein Haus auf der Philippinen habe ich jetzt abgestoßen, um flexibler zu bleiben. Werde dann, wenn es soweit ist, mit der Frau in Miete leben. Wo? Pläne ändern sich einfach zu schnell...im Moment sehe ich aber in D keine Zukunft für uns. In den letzten Jahren habe ich mich in der Rückschau zu sehr um Einzelaktien gekümmert und das heißt ja dranbleiben. Ich muss jetzt nach dem jüngsten US-Korrektur eingestehen, dass ich dann doch nicht die notwendigen Nerven dafür habe. Wegen viel Aufwand und schlaflose Nächte möchte ich ich was ändern und meine Zeit besser für Beruf und Familie aufwenden. Da ich auch von schlechten Wirtschaftsnachrichten getriggert werde möchte ich auch davon Abstand nehmen. Also sind risikoreiche Einzelaktien nichts mehr für mich. Folglich muss ich mich breiter aufstellen und will die Rendite dem Marktgeschehen überlassen. 4. Risikotyp/Risikobereitschaft/Umgang mit Verlusten: Wenn der Markt schwächelt ist das eben so. Wenn ich eine falsche Entscheidung getroffen habe komme ich damit nicht (mehr) wirklich klar. Focus ist (noch) Rendite. Optionale Angaben: 1.Alter: 45 2. Berufliche Situation: Angestellter 4000€ netto Ich sage dir mal meine persönliche Meinung, die ich habe aufgrund deiner Beschreibung. 1. Es hilft nichts, sich sozusagen mit Gewalt/Brechstange Rendite am Aktienmarkt erzwingen zu wollen, weil es "sich so gehört", die schon gut vorhandene Kohle wahrscheinlich besser vermehrt als mit anderen, weniger nervlich belastenden Anlagen/Assetklassen oder aus panischer Angst vor dem Inflationsmonster. 2. Wenn dein mentaler Zustand (aktuell zumindest) nicht passt, um (hohe) Aktienquoten zu halten, dann ist das einfach so. Falsch wäre, sich zu zwingen, obwohl ein hohes Risiko besteht, dass du dann letztendlich die Nerven verlierst. Die aktuelle Marktschwäche (-10% Minus weltweite Aktien) ist ein Witz im Vergleich zu dem, was irgendwann mal noch auf dich zukommen könnte an "musst du aushalten". Leute, die 2000 und 2008 nervlich einiges mitgemacht haben, wissen, was ich meine - leider gibt es von diesen Leuten auch hier im Forum immer weniger, was logisch ist, denn die immer jünger werdenden Generationen kennen einfach noch keine wirklich belastenden Situationen am Aktienmarkt - Corona war auch nur ein schneller, kurzer Stich, mehr nicht. Glaube bitte nicht, dass sich durch einen reinen Umstieg von Einzelaktien auf Indexfonds/ETFs das Aushalten von turbulenten Marktphasen komplett beseitigen lässt. Auch mit markbreiten Aktienfonds musst du bereit sein, notfalls auch 10-15 Jahre Durchstrecke und Minus auszuhalten. 3. Entscheidender, als auszuwählen, welche Positionen du genau im Portfolio an Produkten haben willst oder welche Aufteilung im Aktienteil du wählen sollst (Regionen etc), ist, dass du für dich einmal klar festlegst, wie viel Geld du in 10, 20 oder 30 Jahren denn überhaupt haben willst, um so zu leben, wie es für dich wünschenswert ist mit deinem/eurem Lebensstil. Und jetzt kommt der wichtigste Satz für dich: Es sollte so viel sein, dass es reicht, aber auch nicht unnötig mehr! In Klartext: Für Geld, welches dein Leben später nicht mehr "verbessert" oder glücklicher macht, ist es nicht wert, dass du Risiken eingehst, die sich bei Verwirklichung dermaßen negativ auswirken, dass dein Kartenhaus zusammenbricht. Meinem Eindruck nach stehst du aktuell finanziell schon sehr gut da und hast vieles richtig gemacht im Leben. Ziel sollte auch sein, das schon Erreichte nicht wieder zu verlieren. An deiner Stelle würde ich mir vornehmen, das Depot erst einmal massiv zu vereinfachen (Übersicht bringt nervlich meist schon sehr Entlastung). Zusätzlich wie oben erwähnt wirklich mal in sich gehen und herausfinden, wie viel Risikoteil (=Aktien) du aushältst und benötigst (das kann auch null sein, auch wenn da viele hier drüber lachen werden) und wie viel sicheren Teil du anlegst. Der sichere Teil ist am einfachsten mit Geldmarktfonds oder kurzlaufenden Bundesanleihen umzusetzen (hier bitte nicht auf jedes 0,...% Rendite achten und sich verrückt machen). Den ganzen anderen Rest (Gold, Bitcoin, länger laufenden Anleihen, Aktien-Faktoren etc) würde ich dir eher nicht empfehlen - das triggert deinen wackeligen, mentalen Zustand sehr wahrscheinlich zu sehr und dass ist nicht nötig. Ich wünsche dir viel Glück für deinen Weg! Diesen Beitrag teilen Link zum Beitrag
Schlumich 18. März Noch mal kurz zurück zum Thema Steuern bei Verkauf: @kellogg: Du schreibst "160k€ in Einzel-Aktien seit ca. 5 Jahren". Wenn ich mir das Depot anschaue, sind da Werte drin, die sehr gut gelaufen sind in den letzten Jahren. Da ist Einiges aufgelaufen an Buchgewinnen, würde ich mal tippen. Wenn Du wirklich aus den Einzelaktien raus willst, würde ich mir überlegen, wie man das möglichst steuerneutral machen kann. Das geht dann nicht über Nacht. Oder Du machst "Augen zu und durch" und zahlst die Steuern. Diesen Beitrag teilen Link zum Beitrag
Puppi 18. März · bearbeitet 18. März von Puppi vor 24 Minuten von Kollege23: Meine Probleme würde es lösen, wenn ich alles verkaufe. Aber dann habe ich keine Rendite mehr. Also muss ein gewisses Risiko sein. Hier sehe ich ein Problem. Das markierte Wort solltest du angehen mental. Es MUSS gar nichts. Was ist, wenn du jetzt nicht verkaufst und dein Depot noch weiter abwärts geht und deinen schon vorhandenen finanziellen, guten Stand deutlich verkleinert? Hast du an dieses Szenario schon einmal gedacht, anstatt nur auf die mögliche Rendite zu sehen? Was würde das mental mit dir anstellen, wenn das Szenario eintritt, was ich gerade beschrieben habe? Was würde deine Frau dazu sagen? Wichtig ist einfach, zu lernen, dass man individuell FÜR SICH herausfinden sollte, was für einen selbst passt und insgesamt zufrieden stellt (finanziell und auch mental). Man sollte sich nicht daran orientieren, was allgemein empfohlen wird, hier im Forum die meisten tun oder angebliche "Experten" rein in der Theorie empfehlen. Rein rational und laut purer Theorie müssten wir fast alle hier wohl 100% Aktien machen und einfach 20+ Jahre nicht hinsehen. Jetzt denke mal nach, warum das völliger Quatsch ist und bei den meisten nicht gut enden würde. Diesen Beitrag teilen Link zum Beitrag
Puppi 18. März · bearbeitet 18. März von Puppi vor 31 Minuten von Schlumich: Oder Du machst "Augen zu und durch" und zahlst die Steuern. Ich weiß, dass diese Option hier im Forum nicht sehr beliebt ist (Steuerstundung wird zerstört - oh Gott = langfristig weniger Rendite usw), aber auch diese Variante kann für manche der richtige Weg sein und wie eine Art Erlösung samt Kraft für einen vernünftigen Neustart. Zudem: Steuern zahlen ist kein Weltuntergang (ich sehe es immer als Spende an die Allgemeinheit und bin froh, dass ich finanziell so gut dastehe, dass es mich nicht juckt). Wenn ich persönlich mir das Depot oben so ansehe und die Zeilen das Themenerstellers dazu lese, dann würde ich persönlich es so machen und alles (bis auf den MSCI WORLD ETF) sofort verkaufen, den Rest erst einmal sicher in einem Geldmarktfonds parken, in Ruhe in mich gehen und mich dann neu aufstellen mit einer vernünftigen, neuen und einfachen Asset Allocation, die ich dann auch durchhalte ohne schlaflose Nächte oder gesundheitsschädlicher Nervenbelastung durch zu viel Volatilität im Depot. Sofern man "den Trick/die Krücke" lernen kann, nicht mehr ins Depot zu sehen für längere Zeit, wäre das natürlich prima. Aus eigener Erfahrung weiß ich aber, dass das alles andere als leicht ist. Diesen Beitrag teilen Link zum Beitrag
satgar 18. März vor 17 Minuten von Puppi: Wenn ich persönlich mir das Depot oben so ansehe und die Zeilen das Themenerstellers dazu lese, dann würde ich persönlich es so machen und alles (bis auf den MSCI WORLD ETF) sofort verkaufen, den Rest erst einmal sicher in einem Geldmarktfonds parken, in Ruhe in mich gehen und mich dann neu aufstellen mit einer vernünftigen, neuen und einfachen Asset Allocation, die ich dann auch durchhalte ohne schlaflose Nächte oder gesundheitsschädlicher Nervenbelastung durch zu viel Volatilität im Depot. Sofern man "den Trick/die Krücke" lernen kann, nicht mehr ins Depot zu sehen für längere Zeit, wäre das natürlich prima. Aus eigener Erfahrung weiß ich aber, dass das alles andere als leicht ist. Seh ich auch so. Vielleicht etwas dazu anlesen. Als Beispiel das Pantoffel Portfolio von Finanztest: https://www.test.de/Anlagestrategie-Pantoffelportfolio-Einzahlphase-5179990-0/ Es ist eigentlich super leicht. Man muss bloß eine persönliche Risikoneigung für sich festlegen. Die Umsetzung ist ein klacks. Diesen Beitrag teilen Link zum Beitrag
Puppi 18. März · bearbeitet 18. März von Puppi vor 17 Stunden von Kollege23: Ich habe nicht durchgehend in die Rentenkasse eingezahlt, auf die gesetzliche Rente verlasse ich mich gar nicht. Diese Zeilen sind mir noch ins Auge gestochen. Magst du kurz erklären, was du damit genau meinst? Rechnest du die gesetzliche Rente also gar nicht ein in deine Entscheidungen zur Asset Allocation? Das wäre ein großer Fehler finde ich. Man kann über die Effektivität und Höhe der gesetzlichen deutschen Rentenversicherung streiten und sagen was man will, aber wer lange eingezahlt hat, kriegt sie später eben sehr sicher und sie wird auch höchstwahrscheinlich weiter ungefähr an die Inflation angepasst etwas steigen. Dass sie später netto nicht mehr so hoch ausfallen wird wie für aktuelle Rentner, ist klar. Trotzdem wäre es fatal,z.B. den späteren, sicheren 1000er netto pro Monat nicht zu berücksichtigen und pauschal mit null Einkommen zu rechnen. vor 4 Minuten von satgar: Es ist eigentlich super leicht. Man muss bloß eine persönliche Risikoneigung für sich festlegen. Die Umsetzung ist ein klacks. Dazu vielleicht noch ein Artikel von Kommer (manchmal liefert er doch noch Gutes): https://gerd-kommer.de/ist-investieren-leicht/ Diesen Beitrag teilen Link zum Beitrag
satgar 18. März vor 5 Minuten von Puppi: Dazu vielleicht noch ein Artikel von Kommer (manchmal liefert er doch noch gute Zeilen): https://gerd-kommer.de/ist-investieren-leicht/ Hm, also als Anfänger und unsicheren Menschen, würde mich das wiederum irgendwie abschrecken. Diesen Beitrag teilen Link zum Beitrag
Puppi 18. März · bearbeitet 18. März von Puppi vor 12 Minuten von satgar: Hm, also als Anfänger und unsicheren Menschen, würde mich das wiederum irgendwie abschrecken. Ersetze "abschrecken" durch "eine vernünftige Demut und Bescheidenheit", dann passt es. Für viele junge Anleger ist der Vermögensaufbau von ganz unten wahrlich nicht besonders schwer. Meiner Erfahrung nach und auch nach Einschätzung vieler Beiträge hier im Forum, ist es eher eine große Herausforderung, eine schon erreichte finanzielle Freiheit bzw ein größeres Vermögen zu erhalten, weiterhin stetig zu vermehren und nicht wieder zu halbieren und damit seinen sehr guten Lebensstandard von einem schon Erreichten wieder senken zu müssen. Man kann darüber streiten, wie gut man die finanzielle Situation des Themenerstellers hier einschätzt, aber da ich einen recht bescheidenen Lebensstil herauslese, bin ich zumindest der Meinung, dass er das Spiel großteils schon gewonnen hat und es daher in erster Linie mit seinem mental wackeligen Zustand/seiner geringen Börsenerfahrung darum geht, das schon Erreichte nicht wieder zu verlieren. Fragen an @Kollege23 1. Wenn ich richtig rechne, warst du vor fünf Jahren im Corona-Crash dann noch gar nicht bzw nur ganz gering investiert in Aktien oder? 2. Dein aufgeführtes Vermögen betrifft nur dich allein oder ist das auch inklusive deiner Frau? Falls Ersteres zutrifft, kannst du dich eh schon zu den reichsten 10% (wenn nicht sogar 5%) in Deutschland zählen. Ist dir das bewusst? Diesen Beitrag teilen Link zum Beitrag
Norica 18. März · bearbeitet 18. März von Norica vor 15 Minuten von Puppi: Rechnest du die gesetzliche Rente also gar nicht ein in deine Entscheidungen zur Asset Allocation? Das wäre ein großer Fehler finde ich. Man kann über die Effektivität und Höhe der gesetzlichen deutschen Rentenversicherung streiten und sagen was man will, aber wer lange eingezahlt hat, kriegt sie später eben sehr sicher und sie wird auch höchstwahrscheinlich weiter ungefähr an die Inflation angepasst etwas steigen. Die Nichtbeachtung der gesetzlichen Rente sehe für einen 45-jährigen als die richtige Annahme, solange sich die Rahmenbedingungen nicht so ändern, das die Pleite des Rentensystems mit höherer Wahrscheinlichkeit abgewendet werden wird, als sie stattfindet. Wenn die nicht eingezahlte Rentenzeit aber auch nicht privat kompensiert wurde, gibt es die bekannten Probleme, die in den Medien allgegenwärtig sind. Scheint mir jedoch im Falle des TO nicht der Fall. SG Diesen Beitrag teilen Link zum Beitrag
Puppi 18. März · bearbeitet 18. März von Puppi vor 8 Minuten von Norica: Die Nichtbeachtung der gesetzlichen Rente sehe für einen 45-jährigen als die richtige Annahme, solange sich die Rahmenbedingungen nicht so ändern, das die Pleite des Rentensystems mit höherer Wahrscheinlichkeit abgewendet werden wird, als sie stattfindet. Da kann man natürlich unterschiedlicher Meinung sein. Wie gesagt glaube ich nicht, dass es einen totalen Zusammenbruch des gesetzlichen Rentensystems geben wird. Auch einen Mit-40er wird in 20 Jahren pro Monat netto doch noch ein nicht unbedeutender Betrag übrig bleiben. Selbst 500/Monat real im Jahr 2045 wären nicht Nichts. Man könnte sich ebenso fragen, ob eine private Vorsorge mit Aktien in 20 Jahren eine dermaßen sichere Entwicklung bringt, um zuverlässig entsprechende Entnahmen pro Monat tätigen zu können. Auch das ist nicht garantiert. Ich würde daher auf beides setzen und beides berücksichtigen. Diesen Beitrag teilen Link zum Beitrag
Norica 18. März · bearbeitet 18. März von Norica vor 7 Minuten von Puppi: Man könnte sich ebenso fragen, ob eine private Vorsorge mit Aktien in 20 Jahren eine dermaßen sichere Entwicklung bringt, um zuverlässig entsprechende Entnahmen pro Monat tätigen zu können. Auch das ist nicht garantiert. Ich würde daher auf beides setzen und beides berücksichtigen. Ja. Allerdings basieren die Ergebnisse der privaten Vorsorge mittels Börse auf Grundlagen, die einen Gewinn erlauben, während das Rentensystem ein System ist, das die Pleite nicht nur begünstigt, sondern geradezu herbeiarbeitet. Wie stehen also die Chancen? SG Diesen Beitrag teilen Link zum Beitrag
Puppi 18. März · bearbeitet 18. März von Puppi vor 9 Minuten von Norica: Wie stehen also die Chancen? Eine schwer zu beantwortende Frage, denn man dürfte sie nicht nur rein rational auf theoretischen Daten beantworten, sondern eben wie schon hier mehrmals von mir gesagt individuell bezogen auf den Anlegertyp und Menschen, der sein Geld an der Börse anlegt. Rückblickende Charts bis zu 100 Jahre zurück unterstützen deine These natürlich eindeutig und dann kann man auch klar sagen, dass die Chancen pro privater Vorsorge mit Aktien dem gesetzlichen Rentensystem haushoch überlegen sind. Das hilft dem Themenersteller aber leider nicht so viel wie es sollte bzw gibt ihm persönlich leider eben keine Garantie, dass er das theoretisch mögliche Ziel auch wirklich erreichen wird. Das muss aber so sein, denn wäre es anders, würde es ja gar kein Risiko geben und jeder hier könnte sicher vorhersehbar mit 100% Aktien in 20 oder 30 Jahren finanziell im 7. Himmel schweben. Wäre der Themenersteller ein mental gefestigter Anlegertyp und hätte er schon 20 oder 30 Jahre Erfahrung an der Börse, würde ich die Lage hier auch etwas anders einschätzen. Dem scheint mir aber nicht so und dann sollte das auch klar angesprochen werden. Im 30 Jahren sind wir alle schlauer in Bezug auf unser Rentensystem. Diesen Beitrag teilen Link zum Beitrag