Puppi 22. Februar · bearbeitet 22. Februar von Puppi vor 42 Minuten von Rotenstein: Um zu verstehen, warum die Ergebnisse so unterschiedlich ausfallen, müsste man in die Details der Berechnungen schauen. Fuchs lässt z.B. laufende Kosten weg, die aber in der Praxis auf Produktebene einfach mal da sind. EM stutzt er im Beispiel zeitmäßig, obwohl es mehr Daten gibt. Es gibt also viel Spielraum, die eigene Überzeugung mit "Tricks" so hinzubiegen, dass es glaubhaft klingt. Das gilt natürlich auch für die MCAP-Befürworter. Ich zumindest finde: - praxisnah vergleichen und nicht nur theoretisch...also inklusive aller anfallenden Kosten in der Realität - auch mal realistischer vergleichen in Sachen "wie wird investiert"...nicht nur Einmalanlagen, sondern auch mit Sparplänen etc - verschiedene längere Zeiträume und nicht nur einen gewählten Diesen Beitrag teilen Link zum Beitrag
finisher 22. Februar vor 3 Stunden von Rotenstein: Zitat der Schlussfolgerung aus dem Video: Gängige Ansätze zur Neugewichtung der grossen Regionen, um Klumpen zu vermeiden, sind der Marktkapitalisierung teils beträchtlich in der Rendite unterlegen, können aber gleichzeitig das Risiko in Form von Volatilität und Drawdowns nicht systematisch verringern, einfach aus dem Grund, weil Risiko nicht aus Regionen resultiert, sondern aus Faktoren. Mir fällt auf, dass du Ergebnisse von Backtests seit 1970 als allgemeingültige Regeln in der Gegenwart formulierst. Das ist leider irreführend. Richtig muss der Satz so heissen: "Gängige Ansätze zur Neugewichtung der grossen Regionen, um Klumpen zu vermeiden, sind waren in Backtests seit 1970 der Marktkapitalisierung teils beträchtlich in der Rendite unterlegen, können konnten aber gleichzeitig das Risiko in Form von Volatilität und Drawdowns nicht systematisch verringern, einfach aus dem Grund, weil Risiko nicht aus Regionen resultiert resultierte, sondern aus Faktoren. " Diesen Beitrag teilen Link zum Beitrag
Charly2026 22. Februar vor einer Stunde von Rotenstein: Mir reicht es aber schon, dass es genügend Widersprüche und Unsicherheit gibt, um mich - in Abwesenheit schlagender Argumente für eine komplexe Lösung - aus pragmatischen und verhaltenstechnischen Gründen für die einfachste Lösung zu entscheiden. Und dies ist nun einmal die Ein-ETF-Lösung nach Marktkapitalisierung. 100% Zustimmung! John Bogle sagte: Wenn es für 1 Problem mehrere Lösungen gibt dann wähle die leichteste. Und nachdem ich nicht weiß wie ich es (langfristig) besser mache als mit Marktkapitalisierung und damit die Durchschnittsrendite abgreifen, mache ich es definitiv aber schon mal garantiert nicht schlechter. Diesen Beitrag teilen Link zum Beitrag
Puppi 22. Februar · bearbeitet 22. Februar von Puppi Das Thema ist eh viel zu schwer anhand Backtests zu betrachten. Genau genommen bringen all diese Backtests gar nichts. Solange man breit streut über die Welt, ist alles ok, aber auch völlig unsicher, was ex ante besser läuft....individuell sowieso, weil eben nicht jeder gleich anlegt. Für einen jungen Anleger mit Sparplan wäre eine Verwirklichung des US-klumpenrisikos bei MCAP mit massivem Einbruch z.B. sogar eine positive Sache, weil er mit Sparplänen unten günstiger einkaufen könnte, bis sich der marktkapitalisierende Index langsam mit den Jahren erholt. Auch das stetige Besparen der seit langer Zeit schlecht laufenden EM kann für einen BIP-Anleger positiv sein am Ende. Daher sage ich immer: 1. Das einzige, was man gesichert positiv beeinflussen kann, sind die Kosten. 2. Zusätzlich ist der psychologische/behavioristische Aspekt nicht zu vernachlässigen. Für viele Anleger ist die Wahrnehmung der Entwicklung einzelner Bausteine im Depot eher eine Gefahr. Leider finde ich den Artikel nicht mehr, der das sogar wissenschaftlich im Bereich Behavioral Finance erklärt hat anhand Multi-Asset-Eigenbau-Portfolios. Zu viel Einsicht in jede kleine Zelle des Depots führt beim Mensch meist zu Handlungsdruck und ständigem Drang, "zu justieren". Das Forum hier ist der Beweis schlechthin. Ich kann für mich zumindest sagen: Ich war ewig ein oftmaliger "Rumjustierer". Seit ich MCAP fahre, ist der Drang zum Herumbasteln weg. Es ist für mich pure Akzeptanz geworden, weil ich jetzt weiß, was ich bekomme (so wenig eigene Prognose wie möglich) und null unnötige Kosten zahle. Selbst das schlechte letzte Jahr mit Trump hat mich nicht gejuckt oder Zweifel hervor gebracht. Diesen Beitrag teilen Link zum Beitrag
Rotenstein 22. Februar · bearbeitet 22. Februar von Rotenstein vor einer Stunde von finisher: Mir fällt auf, dass du Ergebnisse von Backtests seit 1970 als allgemeingültige Regeln in der Gegenwart formulierst. Das ist leider irreführend. Richtig muss der Satz so heissen: "Gängige Ansätze zur Neugewichtung der grossen Regionen, um Klumpen zu vermeiden, sind waren in Backtests seit 1970 der Marktkapitalisierung teils beträchtlich in der Rendite unterlegen, können konnten aber gleichzeitig das Risiko in Form von Volatilität und Drawdowns nicht systematisch verringern, einfach aus dem Grund, weil Risiko nicht aus Regionen resultiert resultierte, sondern aus Faktoren. " Die Schlussfolgerung hatte ich direkt aus dem Video zitiert, ohne sie mir notwendigerweise zueigen zu machen. Die Zukunft ist ungewiss, und sie wird sich mit einiger Sicherheit nicht einfach aus der Vergangenheit extrapolieren lassen. Wie ich oben anführte, reicht mir für meine eigenen Entscheidungen aus, dass es heute unbekannt ist, welches Weltportfolio künftig am besten abschneiden wird, und dass es anhand der Daten der Vergangenheit auch durchaus ein nach Marktkapitalisierung gewichtetes Portfolio sein könnte. Warum sollte ich also grossen Aufwand betreiben und mein Portfolio komplex gestalten, wenn ich es auch einfach haben kann? Wäre dagegen aus den Daten der Vergangenheit klar herausgekommen, dass ein Ansatz den anderen systematisch überlegen gewesen wäre, und zwar nicht nur insgesamt seit 1970 oder 1926, sondern auch über alle kürzeren Perioden (etwa von 30 Jahren, die eher meinem Investitionshorizont entsprechen), dann würde ich grundsätzlich überlegen, von der Marktkapitalisierung abzuweichen. Dies scheint nicht der Fall zu sein. Dass die Anlage nach Marktkapitalisierung auch mal zehn, 15 Jahre schlechter abschneiden kann als eine ausgeklügelte Regionengewichtung, das ist klar. Keinesfalls aber muss sie systematisch schlechter abschneiden als eine andere, derzeit bekannte und anwendbare Strategie, wie ja so mancher Experte behauptet, Stichworte "Klumpenrisiko" und "Blasenrisiko". Dass dagegen irgendeine Strategie in den nächsten 15 oder 30 Jahren besser abschneiden wird, ist sehr wahrscheinlich, aber leider wissen wir im Vorhinein nicht, welche Strategie das sein wird. Mit den massiven Umwälzungen, seien diese geopolitischer Natur oder im Zusammenhang mit Künstlicher Intelligenz, fühle ich mit einer sich selbst adaptierenden Strategie am wohlsten. Denn ich kann nicht besser als der Markt abschätzen, welches Gewicht die USA oder China einnehmen sollten, oder welche Firmen von KI profitieren und welche der Disruption anheimfallen werden. Welches Gewicht wird wohl China in 30 Jahren in meinem ETF haben? 3% oder 30%? Welche werden die zehn grössten Unternehmen sein? All dies ist unbekannt, und zwar nicht nur mir, sondern auch all den Marktschreiern, die ihre einem passiven Weltindex angeblich überlegenen Produkte verkaufen wollen. Diesen Beitrag teilen Link zum Beitrag
PKW 22. Februar vor 29 Minuten von Puppi: Zusätzlich ist der psychologische/behavioristische Aspekt nicht zu vernachlässigen. Unter dem Punkt könnte man auch "geteiltes Leid ist halbes Leid" aufführen. Wenn man (wie fast alle) nach MC investiert und die USA performen mies, dann steht man nicht alleine in den roten Zahlen. Diesen Beitrag teilen Link zum Beitrag
finisher 22. Februar vor 12 Minuten von Rotenstein: Warum sollte ich also grossen Aufwand betreiben und mein Portfolio komplex gestalten, wenn ich es auch einfach haben kann? Weil egal wie gut oder schlecht der Aktienmarkt derzeit diversifiziert ist, ihn nichts daran hindert sich weiter zu konzentrieren. Und Konzentrationsrisken, welche diversifizierbar sind, werden vom Markt nicht kompensiert. Es ist nicht komplex. Es gibt einfache und günstige Lösungen, welche sich mit nur 1 bis 2 ETFs umsetzen lassen. Diesen Beitrag teilen Link zum Beitrag
Puppi 22. Februar · bearbeitet 22. Februar von Puppi vor 5 Stunden von finisher: Weil egal wie gut oder schlecht der Aktienmarkt derzeit diversifiziert ist, ihn nichts daran hindert sich weiter zu konzentrieren. ...wodurch MCAP-Anleger weiter dick Rendite einfahren, wie es die letzten 15 Jahre auch war. Spaß beiseite. Es wundert mich sehr, dass du, der vor Kurzem noch einer DER großen MCAP Befürworter warst ("Es ist ein perfektes, adaptives System!") nun einknickst und weiche Knie bekommst. Du wusstest doch, dass das passieren kann...also auch 80% USA etc möglich sind in einem ACWI IMI. Was ist passiert bei dir? Bitte nicht als Angriff verstehen. Es zeigt aber wohl, wie extrem stark Zweifel knabbern an vielen Anlegern und wie schwer es ist, "DEM MARKT" zu vertrauen. Man neigt halt doch wieder zu "Hm...nee...ich mach es doch anders." Ich kann es irgendwo auch verstehen, aber bei dir hätte ich es echt nicht gedacht. vor 5 Stunden von finisher: Und Konzentrationsrisken, welche diversifizierbar sind, werden vom Markt nicht kompensiert. Wie schon öfter gesagt...wir wissen nicht, ob diese Konzentrationsrisiken höher sind als die alternativen Risiken, die sich ergeben, wenn man herumbastelt. Es gibt keine gesichert insgesamt weniger riskante Gewichtung,. Auch anderweitig kann man "bluten", sei es durch geringere Rendite oder andere unvorhersehbare Ereignisse. Will hier ernsthaft jemand behaupten, dass EUROPA, JAPAN oder die EMERGING MARKETS keine eigenen Risiken haben??? Oder nehmen wir Small Caps/kleinere Firmen. Die haben auch ihre eigenen Risiken. vor 5 Stunden von finisher: Es ist nicht komplex. Es gibt einfache und günstige Lösungen, welche sich mit nur 1 bis 2 ETFs umsetzen lassen Da hast du wohl Recht. Ein RAFI3000 wäre so eine Lösung. Kostet halt mehr. Ab zwei ETFs muss man aber rebalancen bei größerem Vermögen. Das sind halt auch höhere Kosten (auch aufgrund Steuern). Diesen Beitrag teilen Link zum Beitrag
finisher 22. Februar vor 1 Stunde von Puppi: Es wundert mich sehr, dass du, der vor Kurzem noch einer DER großen MCAP Befürworter warst ("Es ist ein perfektes, adaptives System!") nun einknickst und weiche Knie bekommst. Du wusstest doch, dass das passieren kann...also auch 80% USA etc möglich sind in einem ACWI IMI. Was ist passiert bei dir? Ich gehe einfach mit offenen Augen durch die Welt und schau mir an, was so alles in letzter Zeit passiert ist. Was ist nicht bedacht habe oder verdrängt habe ist, dass mir das perfekte adaptive System nichts nützt, wenn bestimmte Aktien eines Landes oder einer Region plötzlich nicht mehr handelbar sind. Ein Beispiel aus der realen Welt: Russische Anleger können seit 2022 nur noch russische und chinesische Aktien handeln. Davor konnten Russen ohne Probleme mit lokalen Brokern über die Börse St. Petersburg internationale Aktien direkt in USD handeln. Für einen Russen der streng nach Marktkapitalisierung angelegt hätte, sind diese Aktien jetzt nicht mehr handelbar und vermutlich für immer weg (im besten Fall sind noch ca. 6% russische und chinesische Aktien übrig), also 94% Verlust für den Mcap-Anleger. Diesen Verlust kann man nie wieder aufholen. Das ist das sogenannte Deep-Risk (Bernstein) bzw. ein Black-Swan Event welcher einen permanenten Vermögensschaden verursacht. Man könnte auch sagen, nach Mcap anlegen ist nur optimal, wenn man in einem Land wohnt, wo man auch in Zukunft Zugang zu allen Aktien der Welt hat. Und weil es so eine Garantie nicht gibt, streut man über alle Regionen der Welt so gut wie möglich mit einer leichten Übergewichtung des eigenen Rechtsraumes, weil im eigenen Rechtsraum die Chancen höher sind, dass man auf diese Aktien immer Zugriff hat. vor 1 Stunde von Puppi: Wie schon öfter gesagt...wir wissen nicht, ob diese Konzentrationsrisiken höher sind als die alternativen Risiken, die sich ergeben, wenn man herumbastelt. Es gibt keine gesichert insgesamt weniger riskante Gewichtung,. Auch anderweitig kann man "bluten", sei es durch geringere Rendite oder andere unvorhersehbare Ereignisse. Will hier ernsthaft jemand behaupten, dass EUROPA, JAPAN oder die EMERGING MARKETS keine eigenen Risiken haben??? Oder nehmen wir Small Caps/kleinere Firmen. Die haben auch ihre eigenen Risiken. Man sollte von der ganzen Theorie sich nicht den Kopf vernebeln lassen. Es ist doch eigentlich ganz einfach. Man sollte nicht alle Eier in einen Korb legen, bzw. nicht 60% davon in einem fremden Rechtsraum, wie den USA anlegen. Vor allen wenn man so einfach und günstig diversifizieren kann. vor 1 Stunde von Puppi: Da hast du wohl Recht. Ein RAFI3000 wäre so eine Lösung. Kostet halt mehr. Den finde ich viel zu teuer. Soweit muss man gar nicht gehen. Es gibt ja mittlerweile einen günstige MSCI World Equal Weight von Invesco, bzw. mit einem MSCI World ex USA ETF kann man einen ACWI unkompliziert etwas weniger USA lastig machen. Ich finde man sollte in einem Aktienmarkt investieren, welcher ausreichend gut diversifiziert ist. Das muss nicht unbedingt ein ACWI oder FTSE All World sein. Als ich mich 2008 hier im Forum angemeldet habe, wurde die Welt mit Regionen-ETFs abgebildet, weil alle MSCI World-ETFs sehr teuer waren. Es gab sogar Vorschläge mit nur einem Europa-ETF für den Aktienanteil für besonders konservative Anleger. Man könnte sagen, dies war John Bogles Anlagephilosopie (ein S&P 500 reicht für US-Anleger) umgemünzt auf europäische Anleger. Heute traut sich das niemand mehr vorzuschlagen, weil der Backtest der letzten 15 Jahre nicht schön aussieht. Ein muss auch nicht ein Welt-Portfolio nach BIP sein. Man könnte einfach seinen eigenen Rechtsraum höher gewichten (z.B. Europa) und den Rest der Welt kleiner halten. Das wäre immer noch ein gut diversifiziertes Portfolio, wo man innerhalb der Regionen-ETF, welche ja nach Mcap anlegen, vom komplexen adaptiven System profitiert. vor 1 Stunde von Puppi: Ab zwei ETFs muss man aber rebalancen bei größerem Vermögen. Das sind halt auch höhere Kosten (auch aufgrund Steuern). Normalerweise ist man entweder in der Ansparphase oder in der Entnahmephase. Damit kann man das Rebalancing steuern. Und bei sehr großen Vermögen würde ich sagen sind das einfach Kosten für Risikomanagement. Diesen Beitrag teilen Link zum Beitrag
Puppi 23. Februar · bearbeitet 23. Februar von Puppi @finisher Danke für deine Ausführungen,. Ich kann deine Bedenken nachvollziehen. Meine Gedanken dazu: vor 8 Stunden von finisher: Man könnte einfach seinen eigenen Rechtsraum höher gewichten (z.B. Europa) und den Rest der Welt kleiner halten Wie viel Europa genau würdest du machen? 50% 60% Wie viel USA? 40% 30%. Ich glaube einfach, dass es auf Gesamtebene weniger Unterschied machen würde im Worst-Case als man zunächst vielleicht glaubt. Fast keiner hier lässt USA komplett weg oder macht nur 10-20%. Wer hier wirklich diversifizieren will, der sollte eher über andere Assetklassen arbeiten (Gold, Bundesanleihen etc). Ich glaube einfach nicht, dass ein bisschen Herumjustieren im reinen Aktienpart der große Game-Changer ist, um derartige Deep-Risks zu umgehen. Die USA sind und bleiben eben immer noch der Kern der Aktienkultur. Wenn da wirklich was brennt, ist das global ein Untergang. Daher muss jeder für sich die passende Asset Allocation finden und dazu zählt eben auch, wie viel Geld man in welche Assets/Aktien steckt. Trotzdem halte ich deine Ausführungen für gut und verstehe, dass man deshalb anders gewichtet. Ein Fan von Equal Weight werde ich trotzdem nie. Ich glaube, dass gerade dort Risiken unterschätzt werden. Zudem ist dies eine der kostentechnisch teuersten Varianten. Dann lieber simpel per MCAP-Einzel-Regionen-ETFs bauen finde ich. Aber ja...Möglichkeiten gibt es mittlerweile recht viele...auch einigermaßen günstig. Diesen Beitrag teilen Link zum Beitrag
Nachdenklich 23. Februar vor 12 Stunden von finisher: Man könnte auch sagen, nach Mcap anlegen ist nur optimal, wenn man in einem Land wohnt, wo man auch in Zukunft Zugang zu allen Aktien der Welt hat. Und weil es so eine Garantie nicht gibt, streut man über alle Regionen der Welt so gut wie möglich mit einer leichten Übergewichtung des eigenen Rechtsraumes, weil im eigenen Rechtsraum die Chancen höher sind, dass man auf diese Aktien immer Zugriff hat. Ich finde Deine Überlegungen interessant, zeigt es mir doch, daß es den einen oder anderen gibt, der sich aus der allgemeinen Naivität und eingebildeten Sicherheit zu lösen versucht. Ich weiß, meine Formulierung mit der "allgemeinen Naivität und eingebildeten Sicherheit" wird bei vielen abfälliges oder ablehnendes Kopfschütteln auslösen. Sind das möglicherweise diejenigen, die sich vor fünf Jahren auch nicht vorstellen konnten, daß Rußland in die Ukraine einmarschiert und dann hunderttausende Soldaten verliert, weil die ukrainische Bevölkerung sich anhaltend wehrt? Sind das vielleicht diejenigen, die sich vor einigen Jahren nicht vorstellen konnten, daß ein US-Präsident einem NATO-Mitgliedstaat mit militärischer Intervention droht, falls dieser nicht freiwillig Territorium an die USA abtritt? Die meisten von uns haben wohl nicht die Phantasie, um sich vorzustellen, welcher schwarzer Schwan als nächstes um die Ecke kommt. Sonst wäre er ja vielleicht auch gar nicht mehr schwarz? Wir alle neigen dazu, uns einzubilden, daß die Dinge zumindest grob so weiterlaufen werden wie wir es aus der Vergangenheit heraus abzuleiten können glauben. Diese Einbildung in Frage zu stellen ist doch schon mal gut. Die Frage ist jedoch: Was tun? Hilft es mir wirklich, wenn ich Aktien aus einem Rechtsraum besitze, der von möglicher Disruption nicht betroffen ist, wenn die Fonds, über den ich diese Aktien halte, aus dem Rechtsraum kommt, der von dieser Disruption betroffen ist? Wenn ich einen Fonds aus dem eigenen Rechtsraum habe, hilft mir das, wenn die Lagerstätte der Wertpapiere im disruptierten Rechtsraum liegt? Und selbst wenn die Lagerstätte im eigenen Rechtsraum läge und der Fondsanbieter im eigenen Rechtsraum ansässig wäre, hülfe mir das, wenn mein Fondsanbieter seine Daten nur in einer Wolke hätte, zu der der Zugriff durch eine disruptive Anordnung eines Machthabers in einem anderen Rechtsraum unterbunden werden könnte? Und was ist, wenn die Rechtsstaatlichkeit im eigenen Rechtsraum in Frage gestellt wird? Wir leben in einer so verwobenen Welt mit so vielen gegenseitigen Abhängigkeiten, daß es mir schwer fällt, irgendwelche Antworten auf diese Fragen als ausreichende Lösung zu verstehen. Dennoch halte ich es für gut, sich der Verletzlichkeit unserer Gesellschaft (und damit auch unserer Eigentumsrechte) bewußt zu sein. Sicherlich sollte man sich von den vorhandenen Unsicherheit nicht lähmen lassen, schließlich weiß man eben nicht, wann welcher schwarzer Schwan um welche Ecke kommt, aber man sollte sich bewußt sein, daß Sicherheit meist eine eingebildete Sicherheit ist. (Vielleicht sollte der Fragesteller in einem anderen Faden seine 11 Hektar Land nicht verkaufen?) Diesen Beitrag teilen Link zum Beitrag
Schwachzocker 23. Februar vor 22 Minuten von Nachdenklich: Ich finde Deine Überlegungen interessant, zeigt es mir doch, daß es den einen oder anderen gibt, der sich aus der allgemeinen Naivität und eingebildeten Sicherheit zu lösen versucht.... Wobei man sich fragen muss, wer es ist, der naiv ist?! Derjenige, der sich davon zu lösen versucht, oder derjenige, der es nicht versucht. Diesen Beitrag teilen Link zum Beitrag
Puppi 23. Februar · bearbeitet 23. Februar von Puppi @Nachdenklich Deine Ausführungen sind nachvollziehbar. Ganz genau genommen müsstest du aber anstatt 100% aktive Aktienfonds/ETFs/Einzelaktien zumindest andere Assetklassen nutzen (Edelmetalle z.B.), um deine genannten Risiken zu diversifizieren oder? Was ich die letzten Tage und Wochen gemerkt und auch wieder gelernt habe hier im Forum, ist, dass es doch sehr verschiedene Meinungen und Sichtweisen gibt in verschiedensten Themenbereichen, egal ob in Bezug auf die Wahrnehmung und das Betrachten des Themas "Was ist Risiko?" oder auch im Faden zu "Was ist Vermögen?". Das ist gut so und menschlich. Wer am Ende "Recht" hat...besser sollte ich wohl sagen "Glück"...wird sich zeigen oder auch nicht, weil wie gesagt eben nur der persönliche Anlagezeitraum/die persönliche Lebenszeit zählt und auch da kann man eben Glück oder Pech haben. In diesem Sinne....Danke für all die unterschiedlichen Sichtweisen und Wahrnehmungen. PS: Das mit dem Wort Naivität wäre nicht nötig gewesen. Diesen Beitrag teilen Link zum Beitrag
Schwachzocker 23. Februar vor 4 Minuten von Puppi: @Nachdenklich Deine Ausführungen sind nachvollziehbar. Ganz genau genommen müsstest du aber anstatt 100% aktive Aktienfonds/ETFs/Einzelaktien zumindest andere Assetklassen nutzen (Edelmetalle z.B.), um deine genannten Risiken zu diversifizieren oder?... Das wäre zumindest die rationale Vorgehensweise. Wer zu 100% in Aktien ist, der kann es natürlich leicht mit der Angst zu tun bekommen, was dann zu unsinnigen Handlungen führt. Diesen Beitrag teilen Link zum Beitrag
Puppi 23. Februar · bearbeitet 23. Februar von Puppi vor 8 Minuten von Schwachzocker: Das wäre zumindest die rationale Vorgehensweise. Wer zu 100% in Aktien ist, der kann es natürlich leicht mit der Angst zu tun bekommen, was dann zu unsinnigen Handlungen führt. Wer hier agiert schon 100% rational? Angst....Gier...Tageslaune...Hoffnungen (z.B. in aktive Fondsmanager)...usw. Wir alle sind halt leider Menschen und das macht es so schwer. Schönreden kann man sich seine irrationalen Entscheidung immer recht gut. Diesen Beitrag teilen Link zum Beitrag
leoluchs 23. Februar · bearbeitet 23. Februar von leoluchs vor 12 Minuten von Puppi: Danke für all die unterschiedlichen Sichtweisen und Wahrnehmungen Na, dann sind wir aber noch lange nicht am Ende aller Tage und Weisheiten angelangt. Sollte der Faden eingedenk dessen nicht heißen: "Was ist Investieren?" Vielleicht besser noch mit einer öffentlichen Umfrage gekoppelt werden, damit weitere, bisher verborgene Sichtweisen offenbart werden.? Solange der Thread unter "Investieren nach Marktkapitalisierung" firmiert, geht es, finde ich, weniger um systemische Risiken als um der Marktkapitalisierung inhärente Risiken. Die von @Nachdenklich () genannten und sehr berechtigten Fragen hinsichtlich der "Zukunft unseres Planeten" würde ich eher in einem anderen Faden diskutiert sehen. Diesen Beitrag teilen Link zum Beitrag
CorMaguire 23. Februar vor 30 Minuten von Nachdenklich: ... Ich weiß, meine Formulierung mit der "allgemeinen Naivität und eingebildeten Sicherheit" wird bei vielen abfälliges oder ablehnendes Kopfschütteln auslösen. ... Warum so eine schüchterne Schriftgröße/-farbe? Wenn Du es weißt, warum lässt Du es nicht? Sich überlegen fühlen ist schon geil, nicht? Du selbst mokierst Dich gelegentlich über andere, die sich angeblich "moralisch überlegen" fühlen sollen Sind wir also beim Thema "Ein jeder kehr vor seiner Tür, da hat er Dreck genug dafür" .... um mir mal die biblische Analogie vom Balken zu verkneifen Diesen Beitrag teilen Link zum Beitrag
blueprint 23. Februar vor 1 Stunde von Schwachzocker: Das wäre zumindest die rationale Vorgehensweise. Wer zu 100% in Aktien ist, der kann es natürlich leicht mit der Angst zu tun bekommen, was dann zu unsinnigen Handlungen führt. Dazu müsstest du einräumen, dass Gefühle eine Rolle spielen. Das kann ich mir nicht vorstellen und kommt in meiner Welt nicht vor. Diesen Beitrag teilen Link zum Beitrag
Schwachzocker 23. Februar vor 29 Minuten von blueprint: Dazu müsstest du einräumen, dass Gefühle eine Rolle spielen. Das kann ich mir nicht vorstellen und kommt in meiner Welt nicht vor. Kein Problem! Das räume ich gern ein, führt jedoch nicht dazu, dass ich mich hilflos meinen Gefühlen hingebe und bei der Geldanlage keine Rationalität mehr anstrebe. Diesen Beitrag teilen Link zum Beitrag
blueprint 23. Februar vor einer Stunde von Schwachzocker: Kein Problem! Das räume ich gern ein, führt jedoch nicht dazu, dass ich mich hilflos meinen Gefühlen hingebe und bei der Geldanlage keine Rationalität mehr anstrebe. Das hast du schön gesagt. Diesen Beitrag teilen Link zum Beitrag