Jaky Februar 9, 2020 Hallo, ich habe durch Arbeit und Erbe einen Betrag von ca 100tsd. Ich zahle seit ca. 25 Jahren in die gesetzliche Rentenversicherung ein. Bei meinem ersten Arbeitgeber hatte ich eine Direktversicherung bei der Allianz. Diese besteht seit Arbeitgeberwechsel zwar noch, aber ist beitragsfrei. Ich habe noch ca 20-25 Jahre bis zur Rente. Arbeite derzeit Teilzeit, d.h. es wird kein zusätzliches Geld gespart. Weitere Anlagen: fondsgebundene Rentenversicherung Allianz Lebensversicherung AG EUR 9.246,00 Kapitallebensversicherung Allianz Lebensversicherung AG EUR 18.478,00 Zudem habe ich folgende Fonds mit folgender Stückelung: Nachdem ich nun seit über 10 Jahren 100tsd in Fonds anlege, finde ich, sollte auch etwas dabei herumkommen. Gefühlt habe ich aber eher weniger auf meinem Konto. Ich habe diese Anlagen alle über MLP laufen und ehrlich gesagt keinen Schimmer, was ich an Gebühren bezahle. Nachdem ich nun hier sehr viel im Forum gelesen habe, würde ich auf Eure Mithilfe hoffen. Was würdet Ihr an meiner Stelle tun? Ich habe keine Zeit mich mit Finanzthemen zu beschäftigen. Ich bin durchaus risikofreudig, wenn es etwas bringt. Jedenfalls einen Teil des Betrages. Soll ich MLP verlassen? Passt meine Altersvorsorge soweit? Ich freue mich auf Eure Antworten. Herzlichen Dank vorab! Diesen Beitrag teilen Link zum Beitrag
Sapine Februar 9, 2020 Wie muss ich mir die Geldanlage über MLP vorstellen? Depot/Versicherung/Vermögensverwaltung oder was genau hast Du da abgeschlossen? Es wäre auch schön jeweils die ISIN oder WKN mit anzugeben bei den Fonds. Diesen Beitrag teilen Link zum Beitrag
Jaky Februar 9, 2020 Hallo Sapine, ich habe 2 Rentenversicherungen über MLP abgeschlossen, die über die Allianz laufen. Ansonsten Depot/Vermögensverwaltung, das wie folgt aussieht (nun mit WKN) Diesen Beitrag teilen Link zum Beitrag
Sapine Februar 9, 2020 Grundsätzlich dürften die Kosten für ein Depot bei MLP recht hoch sein. Deren Internetseite ist ziemlich intransparent so dass ich auf die Schnelle keine Details finden konnte. Ich vermute aber dass neben einem Depotentgelt (möglicherweise abhängig von Depotgröße) noch einige Kosten entstehen beim Kauf von Positionen. D.h. jede Umschichtung im Depot verbrennt Geld. Ob die nun den vollen Ausgabeaufschlag erheben oder nur den halben kann ich nicht erkennen. Ich empfehle dringend mal die entsprechenden Abrechnungen darauf durchzuschauen. Heutzutage bieten viele Banken Depots an, bei denen keine oder fast keine Kosten auflaufen. Wer sich entscheidet seine Finanzen selbst in die Hand zu nehmen mit passiven Anlagen, kann entsprechende Fonds für minimale Aufschläge erwerben. Deine Fonds sind alles aktiv verwaltete Fonds, die neben den Kosten bei MLP auch noch hohe jährliche Kosten bei der Fondsgesellschaft haben. Tatsächlich führt das häufig dazu, dass am Ende beim Anleger nur wenig übrig bleibt er aber gleichwohl das Risiko schwankender Märkte trägt. Werden die o.g. Fonds schon länger gehalten oder wird immer wieder mal umstrukturiert? Anders kann ich mir nicht erklären, warum am Ende nicht was über bleibt, denn viele Fonds sind eher gute Fonds aus dem aktiv gemanagten Spektrum. Wenn aber ständig die Fonds ausgetauscht werden, dann entstehen sehr hohe Kosten, die mächtig an der Performance knabbern. Aber auch ohne Umstrukturierungen hast Du bei aktiv gemanagten Fonds immer das Problem, dass die heutigen Stars morgen möglicherweise nur noch Durchschnitt sind und dann sind die Verwaltungsgebühren umso ärgerlicher. LU0438336264 A0NDDA BlackRock Strategic Funds - Fixed Income Strategies Fund A2 Das Teil scheint mir vor allem ein fixed income für die Fondsgesellschaft abzuwerfen. Wenn dann von den langfristig erzielten 0,5 % p.a. noch Gebühren für MLP abgehen würde es mich wundern, wenn Du damit irgendwelche Gewinne machst. Zudem haben sie Dir vermutlich beim Kauf 5,25 % Ausgabeaufschlag abgeknöpft. Die wirst Du kaum jemals wiedersehen. WKN: A1H6XK / ISIN: LU0552385295 Morgan Stanley Global Opportunity Fund (USD) Auch hier wieder ein satter Ausgabeaufschlag für MLP und hohe laufende Kosten für die Fondsgesellschaft. Dennoch läuft der Fonds noch vergleichsweise gut. Anlageschwerpunkt sind wachstumsorientierte Aktien. WKN: 973792 / ISIN: LU0048816135 Invesco Funds - Invesco Greater China Equity Chinesische Aktien bzw. Aktien von Unternehmen, die überwiegend in China tätig sind. Was die Kosten angeht das gleiche wie oben. Sowohl hohe Ausgabeaufschläge als auch hohe laufende Kosten. Der Fonds hält sich vergleichsweise gut. Insofern sollte auch hier unterm Strich was übrig geblieben sein. WKN: A1JJMA / ISIN: LU0571085413 Vontobel Fund - mtx Sustainable Emerging Markets Leaders B Ein Aktienfonds mit Schwerpunkt Emerging Markets. Ähnlich wie bei den beiden vorgenannten, ein vergleichsweiser guter Fonds aus dem Anlagespektrum aber mit sehr hoher Kostenbelastung. Dieser nimmt sogar mehr als 2 % jährlich für die Fondsverwaltung. WKN: A0X754 / ISIN: DE000A0X7541 ACATIS - GANÉ VALUE EVENT FONDS Ein weltweit anlegender Mischfonds mit hoher Aktienquote (70%). Mit nur 1,8 % fast schon ein Billigheimer bei den laufenden Kosten aber auch satte 5 % Ausgabeaufschlag. WKN: A0M430 / ISIN: LU0323578657 Flossbach von Storch SICAV - Multiple Opportunities Ein weltweit anlegender Mischfonds mit flexibler Aktienquote (aktuell 64 %). Dieser hat neben der Verwaltungsgebühr auch noch eine Perfomance fee. D.h. wenn es gut läuft kann sich die Fondsgesellschaft zusätzlich aus den Gewinnen bedienen. Dies war mal ein guter Fonds, aktuell eher Durchschnitt. Gerade weil Du kaum Geld über hast, um für Dich vorzusorgen, solltest Du die Gelegenheit nicht versäumen, aus diesen 100.000 Euro ein schönes Polster fürs Alter oder wofür auch immer zu schaffen. Mit einem Depot bei MLP wird das kaum möglich sein angesichts der hohen Kostenbelastung. Nimm Dir Zeit und lies Dich in das Thema ein. Das erfordert am Anfang ein wenig Zeit, aber nicht mehr als ein oder zwei Wochenenden. Der Pflegeaufwand in den Folgejahren kann man sehr niedrig halten. Als Einstieg für faule empfiehlt sich Ramsteins Sticky ETF-Depot aufbauen PS: Zu den Lebensversicherungen kann ich nicht viel sagen, aber aus diversen Diskussionen hier weiß ich, dass die Kostenbelastung bei MLP Produkten immens ist und sich für den Anleger kaum lohnen können. Solltest Du da die noch laufende Versicherung genauer überprüfen wollen, empfiehlt sich ein eigener Faden, wo Du dann freilich auch Angaben machen musst zu den genauen Konditionen (Tarif etc.). Diesen Beitrag teilen Link zum Beitrag
Jaky Februar 9, 2020 · bearbeitet Februar 9, 2020 von Jaky Aktualisierung Vielen herzlichen Dank für das ausführliche Feedback ! Dann war mein Bauchgefühl doch richtig. Ich kann aus den Kontoauszüge nicht wirklich die Gebühren von MLP herauslesen. Ich hatte noch überlegt für die Altersvorsorge eine kleine Immobilie anzulegen, nur habe ich Angst, dass ich zu viel EK dafür verwenden muss und ich das derzeitige Geld lieber in Fonds anlege. Wenn ich mir quirion ansehe, deren Kosten belaufen sich auf insgesamt 0.88%. Das erscheint mir recht fair. Diesen Beitrag teilen Link zum Beitrag
Quailman Februar 9, 2020 Es gibt ETFs mit deutlich weniger kosten als MLP und auch weniger als quirion Diesen Beitrag teilen Link zum Beitrag
Wuppi Februar 9, 2020 vor 1 Stunde von Jaky: Ich hatte noch überlegt für die Altersvorsorge eine kleine Immobilie anzulegen, nur habe ich Angst, dass ich zu viel EK dafür verwenden muss und ich das derzeitige Geld lieber in Fonds anlege. Der Immobilienkauf ist sicherlich viel zu komplex als in 1-2 Sätzen zu evaluieren ob das "Sinn" macht oder nicht. vor 1 Stunde von Jaky: Wenn ich mir quirion ansehe, deren Kosten belaufen sich auf insgesamt 0.88%. Das erscheint mir recht fair. Wie kommst du plötzlich auf Robo-Advisor bzw. konkret auf Quirion? Wenn du dich mit dem Thema Geldanlage nicht beschäftigen möchtest (was du ja Eingangs geschrieben hast) dann sind Robo-Advisor sicherlich eine Möglichkeit, vermutlich auch besser als das was du aktuell vorliegen hast aber 0,88% sind auch nicht gerade wenig. Ein selber zusammengestelltes Depot mit "Standard" ETFs würde dich vermutlich weniger als 25% davon kosten. Diesen Beitrag teilen Link zum Beitrag
Bolanger Februar 10, 2020 · bearbeitet Februar 10, 2020 von Bolanger vor 21 Stunden von Jaky: Ich habe keine Zeit mich mit Finanzthemen zu beschäftigen. Dann bist Du doch bei MLP gut aufgehoben. Oder bei jedem anderen Vermögensverwalter. Wer eine bessere Rendite möchte, muss sich eben mit dem Thema Geldanlage beschäftigen. Werde Dir erstmal klar darüber, wie viel Zeit Du bereit bist zu investieren. Wenn Du das weißt, dann kannst Du Dir zuerst Gedanken machen, ob man mit diesem zeitbudget selbst in die Anlagestrategie eingreift oder ob das Budget so knapp ist, dass es bei einem vermögensverwalter bleibt. Ach ja... wahrscheinlich ist MLP besser als das geld auf dem Sparbuch zu horten. Diesen Beitrag teilen Link zum Beitrag
odensee Februar 10, 2020 vor 19 Minuten von Bolanger: Dann bist Du doch bei MLP gut aufgehoben. Na dann doch eher Quirion oder sonst ein anderer "Robo". @Jaky du hast ja durch lesen im Forum schon einiges gelesen und gelernt. Ein einfaches "weltdepot" bestehend aus Tagesgeld und einem "Weltweit" anlegendem ETF kostet dich so gut wie keine Zeit und bringt einiges. Ist auch ziemlich egal bei welcher BAnk du das maChst, irgendeine günstige Direktbank, einen ETF und schon stehst du besser als 90% der Deutschen. Man kann viel Zeit in wpf-typische Optimierungen stecken, muss es aber nicht. wichtig ist nur, das du durchhältst und nicht irgendwann Panikverkäufe startest Diesen Beitrag teilen Link zum Beitrag
Jaky Februar 10, 2020 Vielen herzlichen Dank! ich habe mir die empfohlene Literatur gestern teilweise schon bestellt! Ich denke ein Wechsel ist durchaus sinnvoll. Und ich glaube mal den erfahrenen Forennutzer, dass auch ich mir gewisses Wissen aneignen kann. Es schwingt nur eine gewisse Angst mit, etwas falsch zu machen. Diesen Beitrag teilen Link zum Beitrag
Wuppi Februar 10, 2020 vor 10 Minuten von Jaky: Vielen herzlichen Dank! ich habe mir die empfohlene Literatur gestern teilweise schon bestellt! Ich denke ein Wechsel ist durchaus sinnvoll. Und ich glaube mal den erfahrenen Forennutzer, dass auch ich mir gewisses Wissen aneignen kann. Es schwingt nur eine gewisse Angst mit, etwas falsch zu machen. Das Gefühl hatte sicherlich jeder einmal am Anfang. Wichtig ist deshalb, dass du dich langsam an die Sache herantastest und es so einfach wie möglich gestaltest. Klar nach Schema F zu agieren ist da oft einfacher und nimmt vor allem den "Druck" etwas falsch zu machen im Gegenzug zu komplexen Eigenkreationen im Depot. Ließ dich hier im Forum gut durch die Stickies und bestell dir ein paar Bücher bzw. ließ die entsprechenden Blogs (ich für meinen Teil habe mir damals mehr als 4 Monate Zeit genommen um das ganze Thema zu "verstehen" bevor ich investiert habe). Diesen Beitrag teilen Link zum Beitrag
Gast231208 Februar 10, 2020 vor 35 Minuten von odensee: Ein einfaches "weltdepot" bestehend aus Tagesgeld und einem "Weltweit" anlegendem ETF kostet dich so gut wie keine Zeit und bringt einiges. Ist auch ziemlich egal bei welcher BAnk du das maChst, irgendeine günstige Direktbank, einen ETF und schon stehst du besser als 90% der Deutschen. Eben - und folgenden Hinweis muss ich noch loswerden (dafür bekomme ich für jede Erwähnung eine Provision ) Wenn Dir selbst das zu viel Aufwand ist bleibt noch immer das Einfachstdepot: risikoarm = Tagesgeldkonto und chancenreich = ARERO https://www.arero.de/?gclid=EAIaIQobChMItfzS1sjG5wIVjuJ3Ch3UcgWjEAAYASAAEgI5fvD_BwE @Jaky Schau dir das Video mal an, wenn du ne halbe Stunde Zeit hast, dann wird dir einiges klar. Diesen Beitrag teilen Link zum Beitrag