CyberH September 26, 2011 Hallo, nicht zuletzt durch einen Beitrag im Blog des Privatanlegers Fonds - die wichtigsten Kosten und Gebühren möchte ich in die Runde fragen, welche Bedeutung ihr der TER von ETFs beimisst. Es scheint immer wieder der ETF besonders gerne im WPF genommen zu werden, der eine niedrigere TER ausweist als ein Produkt einer anderen KAGs. Inwieweit ist die TER bei ETFs also fuer euch von wahrer Bedeutung, wenn der ETF den entsprechenden Index, den er trackt, sehr gut abbildet? Klar ist mir dabei: Aus der Vergangenheit kann nicht auf die Zukunft geschlossen werden. Nehme aber eine gewisse Wahrscheinlichkeit an, dass das Management die Gebuehren auch in der Zukunft einigermaßen im Griff hat. Der Gedanke geistert mir schon längern durch´n Kopf und ich habe bisher keine wirkliche Erklaerung dafuer, weshalb die TER bei den großen ETFs mit gewichtiger Bedeutung gerne als Entscheidungsgrundlage genommen wird , obwohl viele ETFs sehr nah auch ueber einen mittleren-längeren Zeitraum betrachtet an der Performance des zugrundeliegenden Index kleben . Durch die Geschaefte mit SWAPs und Leigeschäfte werden ja, so mein Verstaendnis, viele Kosten gedeckt und damit koennte es mir im Grunde Anleger egal sein, ob die TER nun bsw. 5 oder 15 Basispunkte hoeher/niedriger ist. Wenn es bereits hierzu eine Diskussion gab...bin leider nicht drauf gestossen und daher fuer einen Hinweis sehr dankbar Viele Grüße, CyberH Diesen Beitrag teilen Link zum Beitrag
Adun September 26, 2011 Kosten sind dann aussagekräftig, wenn sie vollständig erfasst sind und das Produkt ansonsten im wesentlichen gleich ist. Zusätzliche Kosten wie erfolgsabhängige Kosten (auch bei ETFs und Indexfonds vorhanden, und zwar bei Outperformance durch Wertpapierverleih oder Optimierungen) und versteckte Steuervorteile für die KAG (bei Swaps), die nicht weitergegeben werden, sowie Kontrahenten- (bei Swaps im ETF) und Emittentenrisiken (bei Indexzertifikaten im ETF) werden dabei oft vernachlässigt. Im Endeffekt muss man sagen, dass die wirklichen Kosten auch bei ETFs schwer zu ermitteln sind und es gefährlich ist, nur auf die TER zu schauen. Diesen Beitrag teilen Link zum Beitrag
CyberH September 26, 2011 Im Endeffekt muss man sagen, dass die wirklichen Kosten auch bei ETFs schwer zu ermitteln sind und es gefährlich ist, nur auf die TER zu schauen. Da bin ich voll und ganz bei dir. Der Branche kann es nicht schaden, wenn sie schon massiv mit Transparenz werben, auch diese in einem hohen Umfang zu liefern. Besonders die Transaktionskosten würden mich bei so manchen ETFs interessieren. Für mich hat die TER daher an Bedeutung verloren. Irgendwie muss man da offenbar auf sein Bauchgefühl hören. Ohnehin gibts ja viel gewichtigere Aspekte, mit welche Faktoren für welche Assets Entscheidungen getroffen werden. Es bleibt mit den ETFs auch weiter ein bisschen Stochern im Trüben, auch wenn man - im Vergleich zu den aktiven Fonds - besser weiß, worin man investiert ist. Will aber die Diskussion synthetisch vs. voll replizierend nicht neu entfachen Diesen Beitrag teilen Link zum Beitrag
Malvolio September 26, 2011 · bearbeitet September 26, 2011 von Malvolio Also meiner Ansicht nach ist die TER schon von großer Bedeutung, speziell für den Langfristanleger. Man muss natürlich die Kirche im Dorf lassen, aber auch ein paar Zehntel Prozent mehr oder weniger sind bei größeren Summen und langen Laufzeiten eben auch Geld. Daneben gibt es aber natürlich auch andere Einflussgrößen. Gerade bei nicht Swap-basierten ETFs kann natürlich auch die Nachbildung des Index mehr oder weniger gut gelingen (das weiß man aber auch immer erst hinterher). Werpapierleihe usw. können auch eine Rolle spielen, sind aber für den Anleger auch nicht so leicht einzuschätzen. Man kann und sollte sich natürlich die historische Entwicklung ansehen, wie gut oder schlecht der jeweilige Index abgebildet wurde .... aber ex-ante ist die TER eigentlich die einzige "handfeste" Größe, mit der man rechnen kann. Bei kurzfristigen Geschäften ist natürlich die TER und der ganze o.g. Kram nicht ganz so wichtig, da kommt es eher auf die Ankauf-Verkauf Spanne an und das regelmäßig marktgerechte Kurse gestellt werden. Bei ETCs und sonstigen Spezialfällen gibt es natürlich ggf. immer noch weitere Einflussgrößen ... aber da könnte man sicher Bücher drüber schreiben. Diesen Beitrag teilen Link zum Beitrag
CyberH September 26, 2011 Also meiner Ansicht nach ist die TER schon von großer Bedeutung, speziell für den Langfristanleger. Man muss natürlich die Kirche im Dorf lassen, aber auch ein paar Zehntel Prozent mehr oder weniger sind bei größeren Summen und langen Laufzeiten eben auch Geld. Daneben gibt es aber natürlich auch andere Einflussgrößen. Gerade bei nicht Swap-basierten ETFs kann natürlich auch die Nachbildung des Index mehr oder weniger gut gelingen (das weiß man aber auch immer erst hinterher). Werpapierleihe usw. können auch eine Rolle spielen, sind aber für den Anleger auch nicht so leicht einzuschätzen. Man kann sich natürlich die historische Entwicklung ansehen, wie gut oder schlecht der jeweilige Index abgebildet wurde .... aber ex-ante ist die TER eigentlich die einzige "handfeste" Größe, mit der man rechnen kann. Bewusst ist mir, dass die TER immer mehr an Bedeutung gewinnen würde, je länger man die zeitliche Spanne seines Investment betrachtet. Nur ist es nun mal so, dass eben, wie du schon angesprochen hast, andere Einflussgrößen die übliche Interpretation der TER vermutlich ad absurdum führen könnte, denn was nützt es mir, wenn ich eine vergleichsweise niedrige TER habe, der Fonds aber durch seine "Zusatzgeschäfte" eben nicht wirklich gut der Performance des Index folgen kann. Im NAV sind ja die Gebühren bereits berücksichtigt. Wie gut der ETF sich zu seinem unterliegendem Index schlägt läßt sich ja relativ einfach rausfinden. Was wir alle nicht wissen ist eben, welche Abweichung er in der Zukunft haben wird, bzw. durch was die Gesamtkosten reduziert werden können. Die KAG sichert sich durch die Ausweisung der Kosten auf jeden Fall ihre Einnahmen. Gleichzeitig versuchen sie, die Performance zu optimieren, um möglichst nahe am Index zu sein. Diesen Beitrag teilen Link zum Beitrag
Ramstein September 26, 2011 Es gibt wenig Neues unter der Sonne: http://www.wertpapie...post__p__711247 Diesen Beitrag teilen Link zum Beitrag