barbaraP Januar 25, 2011 Auch ich verfolge schon einige Wochen die Diskussionen gespannt in diesem Forum. Da ich auch die Bücher von Kommer und Prof. Otte gelesen habe, plane ich mein Portfolio in ein simples und dennoch gut strukturiertes Portfolio umzustellen. Zunächst einige Eckdaten: 1. Erfahrungen mit Geldanlagen Ich habe bereits einige Jahre Erfahrung mit der Anlage in Blue Chips, Dividenden- und Wachstumsaktien. Dies ist für mich jedoch recht zeitaufwändig und anfälliger als mein geplantes ETF Depot. 2. Darstellung von bereits vorhandener Fondspositionen (Fondsbezeichnung und ISIN angeben): Aktuell halte ich noch einige Aktien mit Stop-Loss, um meinen Aktienanteil zunächst auf 0 zurückzufahren: ENEL, MunichRe, Pfizer, Telefonica Zusätzlich habe ich Anteile an den offenen Immobilienfonds SEB Immoinvest und Kanam Grundinvest. Diese würde ich weiter halten und ggf. aufstocken. 3. Zeitliche Aufwandsbereitschaft für eure Fondsanlage: Ich beobachte die wirtschaftliche Entwicklung, halte es aber für nicht realistisch, bessere Entscheidungen als der Markt vorzunehmen. Auch möchte ich ein passives Portfolio, bei dem ich nicht ständig aktiv werden muss. Daher plane ich die Umstrukturierung meines Depots zu einem ETF Weltportfolio". 4. Risikotyp/Risikobereitschaft/Umgang mit Verlusten: Ein gewisses Risiko kann ich mit meinem Depot durchaus eingehen, jedoch sind für mich Gesamtverluste von mehr als 20% schon an der Schmerzgrenze. Berufliche Situation: selbständig Sparerfreibetrag ausgeschöpft? Ja Aktive und/oder passive Fonds gewünscht Umstellung auf passive Fonds geplant Über meine Fondsanlage 1. Anlagehorizont Als Anlagehorizont habe ich min. 5 Jahre geplant. 2. Zweck der Anlage Der Zweck der Anlage besteht für mich darin, nach einigen Jahren finanziell unabhängig zu sein. 3. Einmalanlage und/oder Sparplan? Einmalanlage, späterer Sparplan (quartalsweise) zum Rebalancing. 4. Anlagekapital: ca. 200T Euro In der Grafik habe ich meine geplante Zielallokation aufgeführt und freue mich auf eure Meinung! Neben eurer Einschätzung habe ich noch zwei konkrete Fragen: 1. Manche iShares ETFs sind in Deutschland gemeldet, einige in Irland? Welchen sollte man bevorzugen? 2. Seht ihr eine Gefahr, nahezu vollständig iShares ETF aufgrund der physischen Replikation zu kaufen? Spricht etwas dagegen, iShares so stark zu gewichten? Diesen Beitrag teilen Link zum Beitrag
Fondsanleger1966 Januar 25, 2011 · bearbeitet Januar 25, 2011 von Fondsanleger1966 Hallo Barbara, herzlich willkommen im Forum! Deine Schilderungen enthalten einige Widersprüche, die Du am besten vor der Umstrukturierung des Depots auflöst. Insbesondere die Spannung zwischen 4. Risikotyp/Risikobereitschaft/Umgang mit Verlusten: Ein gewisses Risiko kann ich mit meinem Depot durchaus eingehen, jedoch sind für mich Gesamtverluste von mehr als 20% schon an der Schmerzgrenze. Berufliche Situation: selbständig 1. Anlagehorizont Als Anlagehorizont habe ich min. 5 Jahre geplant. 2. Zweck der Anlage Der Zweck der Anlage besteht für mich darin, nach einigen Jahren finanziell unabhängig zu sein. auf der einen Seite und auf der anderen Seite eine Zielallokation von 50% Aktien + Rohstoffe. Das passt einfach nicht zusammen. Bei Deiner Zielallokation kann es zu einem Verlust der Gesamtanlage von bis zu 35/40% kommen. Das überschreitet Deine Risikotoleranz um das Doppelte. Gemessen am Berufsstatus "Selbständig" überschreitet die Zielallokation die Lebenszyklus-optimierte Oppenheim-Allokation, die auch das Humankapital berücksichtigt, ca. um das 3-5fache (der genaue Faktor hängt von Deinem Lebensalter ab - er liegt zwischen 10 und 20 Prozent). Deshalb besteht da auch erheblicher Klärungsbedarf - insbesondere was die Konjunktur-/Finanzmarktkorrelation Deines Unternehmerinneneinkommens angeht (Stichwort: Risikotragfähigkeit). 3. Punkt: Die Mindestanlagedauer von 5 Jahren passt ebenfalls nicht zu einem Aktien/Rohstoffanteil von 50%. Und dann ist da noch das Anlageziel: "Der Zweck der Anlage besteht für mich darin, nach einigen Jahren finanziell unabhängig zu sein." -> Das ist so pauschal gesagt erst einmal ein sehr anspruchsvolles Ziel und sollte in einer professionellen Finanzplanung noch genauer aufgeschlüsselt werden: Was bedeutet "finanziell unabhängig" konkret? Was fehlt dafür noch? Wie lässt sich das Fehlende aufbringen? Welchen Beitrag sollen dafür Kapitalerträge und Kursgewinne leisten, welche weitere Entnahmen aus der selbständigen Tätigkeit? Erst wenn die Klärung der Rahmenbedingungen (Risikotragfähigkeit, Risikobereitschaft, Anlagehorizont) abgeschlossen ist und möglichst noch eine Finanzplanung stattgefunden hat, kann eine Anlagestrategie mit Hand und Fuß entwickelt werden. Die Auswahl der Anlageinstrumente für die Umsetzung steht dann erst als viertes an. Dabei sollte bei einem 40% Tagesgeldanteil auch die Kreditqualität gründlich analysiert werden. Für den Hochrisikoanteil bieten sich dann möglicherweise wesentlich pflegeleichtere Fonds an (Stichwort Arero mit automatischer Rebalancierung). Abgesehen davon kann ich an der vorgeschlagenen Allokation den Ausschluss Japans nicht nachvollziehen. Diesen Beitrag teilen Link zum Beitrag
Klaus23 Januar 25, 2011 Nur am Rande: Pflegeleicht und iShares MSCI North America widerspricht sich zumindest aus steuerlicher Sicht. Der Fonds führt mehrfach jährlich Teilthesaurierungen und -ausschüttungen durch. Ich habe in den letzten Tagen von meiner Bank 6 Stornos und anschliessende Korrekturen der Abrechunungen von 2009 und 2010 wegen geänderter steuerlicher Daten erhalten. Der Comstage ETF dürfte in dieser Hinsicht pflegeleichter sein. Diesen Beitrag teilen Link zum Beitrag
Basti Januar 25, 2011 · bearbeitet Januar 25, 2011 von Basti ich bin der gleichen Meinung wie Fondsanleger ! ein Anlagehorizont von 5 Jahren, kann dich auch genauso gut in die nächste Baisse führen (gut, weiß man nicht) - aber finanziell unabhängig sein ist wörtlich genommen mit 200T nicht möglich, wenn man noch im Arbeitsleben steht.... selbstständig bringt auch unternehmerische Risiken mit sich, die ebenfalls abgesichert sein sollten -> in den 200T enthalten??? ansonsten ist die Aufteilung nicht verkehrt - allerdings bei längerer Laufzeit (incl. etwaiger größerer zwischenzeitlicher Verluste) und bei Unabhängigkeit von der Summe (also eventuelle Schwierigkeiten privater oder geschäftlicher Natur können anderweitig überbrückt werden) erst wenn das genauer betrachtet worden ist, kann man sich um die deutschen und irischen Ishares kümmern... (hier machen es die DE´s sicherlich einfacher - falls thesaueriend) Diesen Beitrag teilen Link zum Beitrag
Schinzilord Januar 25, 2011 Wenn ich du wäre, würde ich die "offenen" Immobilienfonds rausschmeissen (natürlich kannst du hier ein paar Prozent "schnelles" Geld machen, das wäre für mich aber eher ein Zock) und stattdessen einen REITs nehmen (z.B. den ishares FTSE EPRA NAREIT global dividend plus für den Immoanteil. Was hast du dir beim PrivEX Private Equity gedacht? Ich hab mir den auch mal angeschaut, hab ihn aber aufgrund der hohen Korrelation zu Aktien wieder sein lassen. Da würde mich deine Motivation interessieren, den mit reinzunehmen. Sonst sind das ja nur sehr wenige Gesellschaften, die auf Private Equity spezialisiert sind. Der Diversifikationseffekt bei PrivEq sollte ja daher kommen, dass es unkorreliert mit dem Gesamtmarkt ist, ob ein speziellen Unternehmen die Wende (Distressed securities) schafft oder ob für ein Startup Unternehmen das Medikament zugelassen wird. Diese diversifikationseffekte fallen leider bei PrivEq Gesellschaften wieder weg, weil die das ganze ja als schnöde Geldanlage betreiben und somit zu stark mit dem Gesamtmarkt korrelieren. Diesen Beitrag teilen Link zum Beitrag
Ramstein Januar 26, 2011 Gibt es einen Grund, den Fixed-Income-Teil nur in schlecht verzinstem Tagesgeld abzulegen? Brauchst du aus beruflichen oder privaten Gründen so eine hohe Liquiditätsreserve? Sonst könntest du in Bond-ETFs (e.g. EMLE) oder konservativer in eine Sparbriefleiter gehen. Bei 80K ist nach oben auf der Rendite/Risiko-Skala natürlich auch viel Platz mit Venezuela, PBA, Griechenland, Bank-Hybriden, Genussscheinen, etc. usw. Willst du nicht, oder hast du dich in diesem Bereich noch nicht informiert? Diesen Beitrag teilen Link zum Beitrag
Nord Januar 26, 2011 Neben eurer Einschätzung habe ich noch zwei konkrete Fragen: 1. Manche iShares ETFs sind in Deutschland gemeldet, einige in Irland? Welchen sollte man bevorzugen? 2. Seht ihr eine Gefahr, nahezu vollständig iShares ETF aufgrund der physischen Replikation zu kaufen? Spricht etwas dagegen, iShares so stark zu gewichten? Also erst mal Glückwunsch zum Vermögen. Zu der Asset Allocation will ich mich jetzt nicht einlassen, da hat sowieso jeder ne andere Meinung. Einige Anmerkungen aber zu den ausgewählten ETFs: Bei 200.000 EUR hast du deinen Freibetrag ja selbst bei nur sehr geringen Ausschüttungsquoten voll ausgeschöpft. Die von dir gewählten ETFs sind aber alle ausschüttend. Ich würde dir daher empfehlen, zunächst grob abzuschätzen, wie hoch die Ausschüttungsquote der ETFs ist. Dann kaufst du entsprechend nur so viel Anteile ausschüttende ETFs, dass du den Freibetrag gerade ausgereizt hast. Den Rest investierst du in ausländisch thesaurierende Swap-ETFs. Die produzieren keine Thesaurierungen und sind daher steuerschonend bis zur Veräußerung. Wenn du beim Rebalancing dann eine Anlageklasse wieder aufstockst, macht es Sinn, für die selbe Anlageklasse einen neuen ETF zu kaufen (z.B. Comstage Stoxx 600 zum db x-trackers Stoxx 600). Wenn du bei einem anderen Rebalancingtermin wieder etwas entnimmst, entnimmst du möglichst nur aus dem neueren ETF. So umgehst du völlig legal die First-in-first-out-Regel und profitierst länger von der Steuerstundung. Diese Steueroptimierung wird dich zwar nicht reich machen, aber bei 200.000 kommt da schon ein bisschen was zusammen. Warum sollte man das nicht einfach mitnehmen? Bzgl. iShares: Keine Gefahr. Fonds sind Sondervermögen. Es zählt nur das, was drin ist. iShares kann vor die Hunde gehen, das macht nix. Wertpapierleihe ist ein anderes Thema. Hat damit aber nichts zu tun und ich halte das Risiko für weit überschätzt. Diesen Beitrag teilen Link zum Beitrag
barbaraP Januar 31, 2011 Vielen Dank für das zahlreiche Feedback! Anbei meine Ergänzungen: @Fondsanleger1966: - Danke für den Hinweis zur Risikotoleranz. Ich denke, dass ich den Anteil zugunsten der sicheren Assetklassen umverteilen werde. - Die Mindestanlagedauer beträgt 5 Jahre und kann daher auch 10 bis 20 Jahre betragen. Ist in diesem Fall der Aktienanteil in Ordnung? - Zum Thema "finanzielle Unabhängigkeit": In 5 Jahren finanziell unabhängig zu sein ist natürlich nicht realistisch, sofern man den Lebensstandard nicht extrem herunterschraubt. - Was meinst du bei dem Tagesgeldanteil mit der Kreditqualität? Die Bonität der Banken? - Zum Arero: Dort kommen doch neben den Kosten der ETF auch die Kosten für den Arero hinzu. Oder sind es Gesamtkosten von ca. 0,6%? - Japan habe ich schlichtweg aufgrund der Einfachheit weggelassen, so habe ich eher auf Kontinentebene die ETFs und nicht auf Länderebene. iShares bietet leider keinen inkl. Japan. @Klaus23: Zum ETF MSCI North America: Ich würde iShares grundsätzlich bevorzugen, da tatsächlich die Wertpapiere enthalten sind, die ich kaufen möchte. Ein comstage ETF oder ähnliche Produkte möchte ich daher meiden. Seht ihr keine Gefahr in diesen nachgebildeten Produkten? @Basti: Neben der Planung hier habe ich zusätzlich noch Rücklagen für die Selbständigkeit. Daher braucht die hier nicht (zu stark) berücksichtigt werden. @Schinzilord: Ich halte die offenen Immofonds gerade jetzt aufgrund der Turbulenzen für sehr attraktiv bewertet und langfristig als eine geeignete Anlage. Deinen Kritikpunkt am Private Equity ETF kann ich nachvollziehen. Aufgrund der starken Korrelation werde ich diesen entfernen. @Ramstein: In dem Bereich für Fixed-Income habe ich mich kaum informiert. Kannst du mir hier geeignete Produkte empfehlen? Ich befürchte, dass die meisten Anleihen bei Zinssteigerungen an Wert verlieren. Kann man hier auch gefahrenlos ETFs einsetzen? @Nord: Danke für den Steuertipp! Diesen Beitrag teilen Link zum Beitrag
Chemstudent Januar 31, 2011 - Zum Arero: Dort kommen doch neben den Kosten der ETF auch die Kosten für den Arero hinzu. Oder sind es Gesamtkosten von ca. 0,6%? Die Gesamtkosten des Areroo betragen 0,74% p.a. Genaue Aufdröselung: https://www.wertpapier-forum.de/topic/31377-grundsaetzliche-fragen-zur-langfristigen-geldanlage-mit-etfs/?do=findComment&comment=565809entry565809 Diesen Beitrag teilen Link zum Beitrag
vanity Januar 31, 2011 ... @Ramstein: In dem Bereich für Fixed-Income habe ich mich kaum informiert. Kannst du mir hier geeignete Produkte empfehlen? Ich befürchte, dass die meisten Anleihen bei Zinssteigerungen an Wert verlieren. Kann man hier auch gefahrenlos ETFs einsetzen? Nur hierzu: Anleihenbasierte ETF verhalten sich hier nicht anders als Anleihen. Auch sie leiden (mehr oder weniger) unter Zinssteigerungen, was nicht verwundert, da ein Renten-ETF auch nichts anderes als ein Anleihenkorb ist. Eines kommt sogar noch hinzu: Während man bei Einzelanleihen die Laufzeit auf den avisierten Entnahmezeitpunkt abstimmen kann (und dann ohne Kursverluste, allenfalls mit einer bescheidenen Verzinsung davonkommt), kann sich bei ETF wegen ihrer rollierenden Wiederanlagemethodik der Zeitpunkt, bei dem keine Verluste mehr vorliegen, durchaus in die Länge ziehen. Diesen Beitrag teilen Link zum Beitrag
Fondsanleger1966 Januar 31, 2011 · bearbeitet Januar 31, 2011 von Fondsanleger1966 Hallo Barbara, Neben der Planung hier habe ich zusätzlich noch Rücklagen für die Selbständigkeit. Daher braucht die hier nicht (zu stark) berücksichtigt werden. das kann man über das Internet nicht so gut beurteilen. Bitte nimm es nicht persönlich, aber die meisten Finanzplanungen von Leuten, die sich zum ersten Mal selbständig machen, sind das Papier nicht wert, auf dem sie gedruckt werden. Ich weiß nicht, wie das bei Dir aussieht (Du schreibst nicht, wie lange Du schon selbständig bist), aber die meisten Selbständigen, die ich kenne, mussten irgendwann mal an das Privatvermögen ran, um schwierige Zeiten zu überbrücken (inkl. meinereiner). - Die Mindestanlagedauer beträgt 5 Jahre und kann daher auch 10 bis 20 Jahre betragen. Ist in diesem Fall der Aktienanteil in Ordnung? Das hängt vor allem von Deiner Reaktion ab, wenn das Depot bei minus 20%, minus 25%, minus 30% oder vielleicht auch minus 35% steht. Und es wirtschaftlich ziemlich zappenduster aussieht. Und die Medien Trübsal blasen. Und Du die Krise auch in Deinem eigenen Unternehmen spürst (wenn Du nicht schon vorher aus Deinem Tagesgeldkonto in das Unternehmen nachschießen musstest; dann liegt der Depotverlust prozentual natürlich entsprechend höher). Objektiv betrachtet sind 20 Jahre schon ein ganz ordentlicher Zeitraum für ein Aktieninvestment. Der Deutsche Aktienindex DAX kam seit 1948 über diesen Zeitraum mindestens auf eine Rendite von 0,9% p.a. - allerdings vor Kosten, vor Steuern und vor Inflation (Quelle: DAI-Renditedreieck). Wenn man diese historische Zahl als Schätzwert für die Zukunft nimmt, wäre nach ETF-Kosten und Abgeltungssteuer also mindestens eine rote Null drin. Nach einer Inflation von 2,5% p.a. würde allerdings im schlechtesten Fall ein realer Verlust von minus 40% entstehen. Insofern wäre ein Anlagehorizont von 25 oder 30 Jahren deutlich vorzuziehen, weil dann zumindest die historischen DAX-Renditen in jedem Fall auch real eine schwarze Null ergeben hätten. In der schon angesprochenen Gesamt-Asset-Optimierung von Oppenheim beträgt die Aktienquote allerdings nur 10-20% (je nach Lebensalter), weil das Humankapital von Selbständigen i.d.R. bereits Aktiencharakter hat. - Was meinst du bei dem Tagesgeldanteil mit der Kreditqualität? Die Bonität der Banken? Ja, und z.B. bei der Bank of Scotland das Länderrisiko, weil daran auch die Einlagensicherung hängt (siehe Island). - Zum Arero: Dort kommen doch neben den Kosten der ETF auch die Kosten für den Arero hinzu. Oder sind es Gesamtkosten von ca. 0,6%? Die bereits genannten 0,74% enthalten sowohl die Kosten des Arero als auch die seiner Investments (v.a. die des Rohstofffonds). Allerdings swappt der Arero, was Du anscheinend nicht magst. Außerdem nutzt er derzeit Anleihen von Landesbanken als Underlying. Für die läuft die Gewährsträgerhaftung in ein paar Jahren aus. Deshalb wird man sich beim Arero künftig die Kreditrisiken im Anleihenportefeuille genauer anschauen müssen. Gleichwohl ist es ein professionell diversifiziertes Produkt, das kostengünstig in nur einer Position den Risikoanteil eines Portefeuilles abdecken kann und dabei recht pflegeleicht ist (automatische Rebalancierung im Fonds), steuerlich allerdings aufwändig (ausländischer Thesaurierer). - Japan habe ich schlichtweg aufgrund der Einfachheit weggelassen, so habe ich eher auf Kontinentebene die ETFs und nicht auf Länderebene. iShares bietet leider keinen inkl. Japan. Japan ist schon so lange schlecht gelaufen. Das Land sollte man jetzt nicht einfach außen vor lassen, wenn man (oder frau) wirklich ein Weltportfolio will. Diesen Beitrag teilen Link zum Beitrag
Nord Januar 31, 2011 Eines kommt sogar noch hinzu: Während man bei Einzelanleihen die Laufzeit auf den avisierten Entnahmezeitpunkt abstimmen kann (und dann ohne Kursverluste, allenfalls mit einer bescheidenen Verzinsung davonkommt), kann sich bei ETF wegen ihrer rollierenden Wiederanlagemethodik der Zeitpunkt, bei dem keine Verluste mehr vorliegen, durchaus in die Länge ziehen. Wobei man trotz Magerzinsen und Zinsänderungsrisiko fairerweise nicht unterschlagen sollte, dass Anleihen durch ihr Long-Volatility-Verhalten Korrekturen am Aktienmarkt ausgesprochen gut abfedern können. Entsprechend hohe Duration und Bonität vorausgesetzt. Ich nenn die schlechte Rendite einfach mal "Versicherungsprämie", wenn es doch gut laufen sollte. Diesen Beitrag teilen Link zum Beitrag
Klaus23 Februar 2, 2011 @Klaus23: Zum ETF MSCI North America: Ich würde iShares grundsätzlich bevorzugen, da tatsächlich die Wertpapiere enthalten sind, die ich kaufen möchte. Ein comstage ETF oder ähnliche Produkte möchte ich daher meiden. Seht ihr keine Gefahr in diesen nachgebildeten Produkten? Vielleicht ist dann noch ETFLab als Anbieter für dich interessant. Einige ETF's von ETFLab sind voll replizierend. Allerdings gibt es nur einen MSCI USA und keinen North America. Ich tue mich selbst schwer, die verschiedenen Risiken unterschiedlicher ETF-Konstrukte abzuschätzen. Es gibt hierzu einige Threads im Forum, z.B. https://www.wertpapier-forum.de/topic/25853-grundwissen-risiko-von-etfsindexfonds-einfach-erklaert-und-auf-den-punkt-gebracht/ Mir war es zum Beispiel wichtig, nicht alle ETF's von einem Anbieter zu nehmen, auch wenn Fonds Sondervermögen sind. Mir sind da zu viele Fragen offen, was eine Insolvenz eines Anbieters in der Praxis bedeuten würde. So etwas möchte ich keinesfalls mit dem gesamten angelegten Kapital erleben. Diesen Beitrag teilen Link zum Beitrag
barbaraP Februar 9, 2011 Vielen Dank erstmal für die sehr hilfreichen Tipps! 2 Fragen habe ich noch: 1. Warum ist der ishares MSCI Nordamerika kompliziert in Bezug auf die Ausschüttungen und Steuerthemen? Ich würde diesen gerne kaufen, die Aussage hat mich jedoch etwas verunsichert. 2. Für den Pazifikraum mit Japan würde ich gerne einen ETF auswählen, der kein SWAP ist. Gibt es hier einen geeigneten und liquiden ETF oder muss ich es über einen Pazifik und einen Japan ETF abdecken? Danke euch! Diesen Beitrag teilen Link zum Beitrag
Nord Februar 9, 2011 1. Warum ist der ishares MSCI Nordamerika kompliziert in Bezug auf die Ausschüttungen und Steuerthemen? Da er kein Swapper ist, ein ausländisches Domizil hat und Teilthesaurierungen der Dividenden vornehmen darf. D.h. wieder viel Zettelkram mit der Anlage KAP. 2. Gibt es hier einen geeigneten und liquiden ETF oder muss ich es über einen Pazifik und einen Japan ETF abdecken? Letzteres. Diesen Beitrag teilen Link zum Beitrag
barbaraP Februar 9, 2011 1. Warum ist der ishares MSCI Nordamerika kompliziert in Bezug auf die Ausschüttungen und Steuerthemen? Da er kein Swapper ist, ein ausländisches Domizil hat und Teilthesaurierungen der Dividenden vornehmen darf. D.h. wieder viel Zettelkram mit der Anlage KAP. 2. Gibt es hier einen geeigneten und liquiden ETF oder muss ich es über einen Pazifik und einen Japan ETF abdecken? Letzteres. Zum MSCI Nordamerika: Das Problem habe ich dann auch mit dem ishares MSCI Emerging Markets, richtig? Dann wird der Zettelkram wohl leider sowieso auf mich zukommen? Diesen Beitrag teilen Link zum Beitrag
Schinzilord Februar 9, 2011 Entweder überhaupt keinen ausländischen Thesaurierer, oder es ist eh schon egal. Man bekommt ja eh die ganze Aufstellung und es wird einem genau gesagt, wo man die Daten in die Anlage KAP einfügen muss. Kopie machen, Original mitschicken und archivieren, fertig ist der Aufwand. Diesen Beitrag teilen Link zum Beitrag
barbaraP Februar 9, 2011 Gut, dann nehme ich ihn mit rein. ;-) Wie würdet ihr den Pazifikteil abdecken, wenn es kein SWAP sein soll? 2 ETF, einmal Pacific ex Japan und einmal Japan (MSCI oder Nikkei?) Ich überlege, einfach den iShares Asia Pacific Select Dividend 30 zu nehmen. 30 Aktien sollten eine ausreichende Diversifizierung ermöglichen. Wie seht ihr das? So habe ich auch Japan zu einem kleinen Teil mit abgedeckt. Oder würdet ihr aufgrund des BIP Anteils mehr von Japan bzw. einen eigenen Japan ETF empfehlen? Diesen Beitrag teilen Link zum Beitrag
boll Februar 9, 2011 Gut, dann nehme ich ihn mit rein. ;-) Wie würdet ihr den Pazifikteil abdecken, wenn es kein SWAP sein soll? 2 ETF, einmal Pacific ex Japan und einmal Japan (MSCI oder Nikkei?) Ich überlege, einfach den iShares Asia Pacific Select Dividend 30 zu nehmen. 30 Aktien sollten eine ausreichende Diversifizierung ermöglichen. Wie seht ihr das? So habe ich auch Japan zu einem kleinen Teil mit abgedeckt. Oder würdet ihr aufgrund des BIP Anteils mehr von Japan bzw. einen eigenen Japan ETF empfehlen? Sofern du den Aufwand (und die Kosten) nicht scheust, kann man durchaus zwei ETFs nehmen. Bei deinem Gesamtvolumen vlt auch mehr?!? SmallCap Japan? 30 Aktien halte ich "ein wenig" für untertrieben. Der Pazifikraum trägt nach der MSCI ACWI-Aufteilung zu etwa 12,7% des weltweiten BIPs bei. Japan macht davon wiederum 3/4 aus, d.h. 8,7% (Stand 10/2010). Ich bevorzuge da eher einen breiteren Index. Für Japan bspw. der Topix (leider nur als Swap verfügbar), daher alternativ MSCI Japan (=promoter"]ETF-Liste). Japan SC =promoter"]hier. Für den Rest dann MSCI Pazifik ex Japan (=promoter"]Liste). Japan muss man nicht haben. Wenn man es aber BIP-gewichtet haben möchte, dann sollte man die Nummer 3 in der Welt nicht außen vor lassen. Diesen Beitrag teilen Link zum Beitrag
Nord Februar 9, 2011 barbaraP, findest du den Aufwand nicht etwas übertrieben? Glaubst du, du wirst arm oder reich, nur aufgrund der Entscheidung für die richtigen ETFs für die Pazifik-Region? Oder auch: Steht das Risiko, dass bis zu 130% (!) Deckungssumme für den ausfallenden Swap nicht ausreichen, in einem Verhältnis zu dem großen Kopfzerbrechen, das du betreibst, um anschließend einen noch größeren Aufwand bei der Portfoliopflege zu betreiben? Diesen Beitrag teilen Link zum Beitrag
Fondsanleger1966 Februar 9, 2011 Entweder überhaupt keinen ausländischen Thesaurierer, oder es ist eh schon egal. Man bekommt ja eh die ganze Aufstellung und es wird einem genau gesagt, wo man die Daten in die Anlage KAP einfügen muss. Kopie machen, Original mitschicken und archivieren, fertig ist der Aufwand. Den Aufwand habe ich auch bei einem ausschüttenden Fonds, wenn ich KAP machen muss. Der eigentliche Aufwand bei den ausländischen Thesauriereren entsteht doch nach dem Verkauf, wenn ich dann die doppelt gezahlte Steuer für z.B. 30 Jahre nachweisen und zurückholen muss. Ich habe das allerdings noch nie gemacht und kann zu dem Aufwand in der Praxis nichts sagen. Hat da schon jemand Erfahrungen mit gemacht? (An KAP sitze ich jetzt schon lang genug) Diesen Beitrag teilen Link zum Beitrag
Klaus23 Februar 9, 2011 Entweder überhaupt keinen ausländischen Thesaurierer, oder es ist eh schon egal. Man bekommt ja eh die ganze Aufstellung und es wird einem genau gesagt, wo man die Daten in die Anlage KAP einfügen muss. Kopie machen, Original mitschicken und archivieren, fertig ist der Aufwand. So, wie ich das verstanden habe, werden die Teilthesaurierungen in den folgenden Jahren wieder mit ausgeschüttet. Wenn ich jetzt einfach die Jahresaufstellung der Bank übernehme, dann versteuere ich diese Erträge im Jahr der Thesaurierung, und die Bank versteuert sie im Folgejahr als Teil der Ausschüttung ein zweites mal? Bisher nur eine Vermutung. Ich hatte noch keine Lust mir das näher anzusehen, vor allem, da die Thesaurierungsbeträge bisher klein gegenüber den Ausschüttungen waren. Vielleicht macht die Bank es ja auch richtig. Vielleicht ist das der Grund für die ganzen Stornos. Leicht verständlich ist es jedenfalls nicht. Abgesehen vom steuerlichen Aspekt: Wenn man den Ertragsabrechnungen der Bank nicht blind vertraut, sondern sie mit den Veröffentlichungen der Fondsgesellschaften abgleichen will, dann sind dank der vierteljährlichen Ausschüttung auch vier Abrechnungen pro Jahr zu prüfen, statt nur eine. Diesen Beitrag teilen Link zum Beitrag
Investor93 Februar 15, 2012 Entweder überhaupt keinen ausländischen Thesaurierer, oder es ist eh schon egal. Man bekommt ja eh die ganze Aufstellung und es wird einem genau gesagt, wo man die Daten in die Anlage KAP einfügen muss. Kopie machen, Original mitschicken und archivieren, fertig ist der Aufwand. Den Aufwand habe ich auch bei einem ausschüttenden Fonds, wenn ich KAP machen muss. Der eigentliche Aufwand bei den ausländischen Thesauriereren entsteht doch nach dem Verkauf, wenn ich dann die doppelt gezahlte Steuer für z.B. 30 Jahre nachweisen und zurückholen muss. Ich habe das allerdings noch nie gemacht und kann zu dem Aufwand in der Praxis nichts sagen. Hat da schon jemand Erfahrungen mit gemacht? (An KAP sitze ich jetzt schon lang genug) Ich hatte die Situation eines ausländischen Thesaurierers in der Steuererklärung für des Jahr 2010. Bei dem Verkauf wurde in der Abrechnung angegeben welcher Betrag für die Vorjahre nochmals besteuert wurde. Der gleiche Betrag wurde auch nochmals auf der Steuerbescheinigung meiner Bank bescheinigt (allerdings auf der Rückseite, leicht zu übersehen) Um den Betrag habe ich die Kapitalerträge (KAP Zeile 7) reduziert. Als Nachweis habe ich nur die oben erwähnte Steuerbescheinigung mitgeschickt, keine anderen Nachweise. Es wurde auch so wie von mir angegeben berücksichtigt. Ich sehe keine Probleme darin, wenn man sowieso eine Steuererklärung abgeben muss!!! Investor93 Diesen Beitrag teilen Link zum Beitrag
Investor93 Februar 15, 2012 · bearbeitet Februar 15, 2012 von Investor93 Zum Aspekt Tagesgeld/Festgeld/Renten: Große Summen in Tagesgeld zu parken halte ich wegen der schlechten Rendite nicht für sinnvoll es sei denn man braucht eine so hohe Reserve jederzeit als Liquidität. Zitat von Barbara: In dem Bereich für Fixed-Income habe ich mich kaum informiert. Kannst du mir hier geeignete Produkte empfehlen? Ich befürchte, dass die meisten Anleihen bei Zinssteigerungen an Wert verlieren. Kann man hier auch gefahrenlos ETFs einsetzen? Wertverlust von Anleihen interessieren Dich nur, wenn Du vor Fälligkeit verkaufst. Unter der Voraussetzung dass Dein Schuldner nicht Pleite geht, bekommst Du bei Anleihen mit fester Laufzeit am Ende den Nennwert wieder zurück. Das, kombiniert mit den jährlichen Zinsen, macht für mich die Sicherheitskomponente der Anleihen aus. Festgeld hat die gleichen Effekte, nur dass man vor Fälligkeit gar nicht an des Geld kommt. Festgeld hat den Vorteil, dass es je Bank und je Anleger eine Einlagensicherung von 100000€ gibt (bei Anlagen in der EU in Währungen der EU-Länder). Wenn Du das Geld so anlegst, dass jedes Jahr Fälligkeiten anstehen, verfügst Du immer mal über zusätzliche Liquidität mit der Du planen kannst oder zu aktuellen Bedingungen wieder neu anlegen kannst. Bei sprunghaft steigender Inflation kann es auch mal zu Negativrenditen kommen aber bei Aktien ist das Verlustrisiko mit Sicherheit höher. Die planmäßige Fälligkeiten des Nennwertes sind in meinen Augen ein ganz entscheidender Vorteil von Einzelanleihen oder Festgeld gegenüber Renten-ETFs oder Rentenfonds. Bei Einzelanleihen ist es natürlich wichtig, auf verschiedene Emitenten zu streuen (Risikostreueung). Bei Tages-/Festgeld sollte man nicht mehr als 100000€ bei einer Bank haben. Ich ziehe Anbieter mit deutscher gesetzlicher Einlagensicherung vor. Viele Grüße Investor93 Diesen Beitrag teilen Link zum Beitrag
Padua Februar 15, 2012 · bearbeitet Februar 15, 2012 von Padua <br><br>Den Aufwand habe ich auch bei einem ausschüttenden Fonds, wenn ich KAP machen muss. <br><br>Der eigentliche Aufwand bei den ausländischen Thesauriereren entsteht doch nach dem Verkauf, wenn ich dann die doppelt gezahlte Steuer für z.B. 30 Jahre nachweisen und zurückholen muss. Ich habe das allerdings noch nie gemacht und kann zu dem Aufwand in der Praxis nichts sagen. Hat da schon jemand Erfahrungen mit gemacht? (An KAP sitze ich jetzt schon lang genug)<br><br><br>Ich hatte die Situation eines ausländischen Thesaurierers in der Steuererklärung für des Jahr 2010.<br>Bei dem Verkauf wurde in der Abrechnung angegeben welcher Betrag für die Vorjahre nochmals besteuert wurde.<br>Der gleiche Betrag wurde auch nochmals auf der Steuerbescheinigung meiner Bank bescheinigt (allerdings auf der Rückseite, leicht zu übersehen)<br>Um den Betrag habe ich die Kapitalerträge (KAP Zeile 7) reduziert.<br>Als Nachweis habe ich nur die oben erwähnte Steuerbescheinigung mitgeschickt, keine anderen Nachweise. Es wurde auch so wie von mir angegeben berücksichtigt.<br><br>Ich sehe keine Probleme darin, wenn man sowieso eine Steuererklärung abgeben muss!!!<br><br>Investor93<br><br><br>Die von Schinzilord und von Dir beschriebe Verfahrensweise kann ich nur bestätigen. Die Steuerbescheinigung von ebase weist die bereits versteuerten Beträge der Vorjahre auch aus und sie stehen sogar auf der Vorderseite. Von KAP Zeile 7 abziehen und fertig. Es gab keinerlie Schwierigkeiten oder Rückfragen des Finanzamtes. Hier im Forum wird die Verfahrensweise der Besteuerung von ausl. thes. Fonds manchmal als äußerst kompliziert dargestellt. Meine Erfahrung sieht da ganz anders aus - einfach und umkompliziert.<br><br>Gruß Padua Diesen Beitrag teilen Link zum Beitrag