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halbleiter

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halbleiter
Dir ist aber schon bekannt, dass die Moderne Portfoliotheorie nach Markowitz nur als theoretisches Konstrukt zur Ex-Post-Analyse taugt, nicht aber als praktisches Anlagetool, weil die Optimierung sehr empfindlich auf Schätzfehler reagiert?

 

Ja, das ist mir bekannt. Das ist Thema in vielen Papers zur MPT. Dort werden auch Lösungsansätze diskutiert, z.B. die Black-Litterman Optimierung, die hier sehr schön beschrieben ist. Technisch wäre das kein Problem, da die entsprechenden Funktionen im Excel Add-in enthalten sind.

 

Mein aktuelles Problem ist weniger die Genauigkeit der berechneten Renditen/Volatilitäten (statistischer Fehler) sondern deren absolute Größe (systematischer Fehler). Offensichtlich bilden die verwendeten Zeitreihen (1999-heute) keinen repräsentativen Zeitabschnitt ab. Mit Null- bzw. Negativrenditen im 3-, 5- und 10-Jahreszeitraum kommt man nicht weiter. Andererseits möchte ich natürlich nicht einfach "sinnvolle" Renditen aus der Luft greifen oder vermeindlich repräsentative Zeitabschnitte definieren. Gerade diesen Gurufaktor will ich ja eliminieren.

 

Da bleibt dann wohl nur der Wechsel auf andere, ältere Indices. Leider gibt es nur wenige geeignete.

 

viele Grüße,

halbleiter

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boll

Mein aktuelles Problem ist weniger die Genauigkeit der berechneten Renditen/Volatilitäten (statistischer Fehler) sondern deren absolute Größe (systematischer Fehler). Offensichtlich bilden die verwendeten Zeitreihen (1999-heute) keinen repräsentativen Zeitabschnitt ab. Mit Null- bzw. Negativrenditen im 3-, 5- und 10-Jahreszeitraum kommt man nicht weiter. Andererseits möchte ich natürlich nicht einfach "sinnvolle" Renditen aus der Luft greifen oder vermeindlich repräsentative Zeitabschnitte definieren.

Hallo Halbleiter,

ich stelle einfach mal ein paar Fragen:

Ab welcher Länge ist ein Zeitreihe repräsentativ? Wofür ist sie repräsentativ und warum?

Wenn x Jahre repräsentativ sein sollen, wie wäre dann der Schluss von diesen vergangenen x Jahren auf die Zukunft gegeben?

Wenn z.B. der Index I in den vergangenen 30 Jahren eine durchschnittliche Rendite von 7,98% erzielte, kann es dann nicht sein, dass wir in den folgenden 30 Jahren eine durchschnittliche Rendite von "nur" 3,07% haben werden oder vlt sogar 12,74%? Wenn der Analysezeitraum auf 50 Jahre vergrößert wird, erhält man dann eine bessere Schätzung für die zukünftigen 30 Jahre?

Bringen solche statistischen Analysen einen wirklichen Mehrwert gegenüber dem Pi-Mal-Daumen-Ansatz? Was habe ich von der (wissenschaftlich) erlangten Genauigkeit (zwei Nachkommastellen)? Soll die berechnete Genauigkeit eine Sicherheit für zukünftige Investitionen darstellen, die es ex ante imho gar nicht geben kann?

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halbleiter
ich stelle einfach mal ein paar Fragen:

Ab welcher Länge ist ein Zeitreihe repräsentativ?

Eine Zeitreihe ist für mich dann ausreichend repräsentativ, wenn sie elementaren Plausibilitätskriterien genügt. Dazu gehört z.B. eine positive Korrelation von Risiko und Rendite. Nullrenditen (vor Inflation) können nicht repräsentativ sein, weil es die entsprechende Assetklasse dann nicht gäbe, es sei denn, es handelt sich um ein Kasino.

 

Wenn z.B. der Index I in den vergangenen 30 Jahren eine durchschnittliche Rendite von 7,98% erzielte, kann es dann nicht sein, dass wir in den folgenden 30 Jahren eine durchschnittliche Rendite von "nur" 3,07% haben werden oder vlt sogar 12,74%?

Das kann durchaus sein und steht auch nicht im Widerspruch zu meinem Repräsentativbegriff solange das Gesamtgefüge plausibel bleibt.

 

Wenn der Analysezeitraum auf 50 Jahre vergrößert wird, erhält man dann eine bessere Schätzung für die zukünftigen 30 Jahre?

Mathematisch gesehen ja, weil das Konfidenzintervall (ein statistisches Genauigkeitsmaß) von der Stichprobengröße abhängt. Ökonomisch sicherlich nur dann, wenn im betrachteten Zeitraum die wirtschaftlichen und politischen Rahmenbedingungen weitestgehend vergleichbar waren. Analysen über Zeiten wirtschaftlicher Umbrüche hinweg (Industrialisierung, Globalisierung um nur die Größten zu nennen) haben dagegen eine deutlich geringere Prognosekraft oder führen gar zu unsinnigen Ergebnissen (s.o.)

 

Bringen solche statistischen Analysen einen wirklichen Mehrwert gegenüber dem Pi-Mal-Daumen-Ansatz?

In meinem angestammten Berufsfeld auf jeden Fall. Simple Intuition (Bauchgefühl) ist, u.a. bedingt durch selektive Wahrnehmung und Gedächtnis, nicht unbedingt der beste Ratgeber. Davon leben ganze Wirtschaftszweige. Und Pi-Mal-Daumen basierend auf umfangreicher, langjähriger Erfahrung kommt einer zumindest qualitativen statistischen Analyse schon recht nahe.

 

viele Grüße,

halbleiter

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