ramirez_asdf Dezember 30, 2010 Hallo, ich will keine Schrenkensgespenster an die Wand malen bzw. weiß, dass das Risiko sehr gering ist. Um die Produkte dennoch besser zu verstehen interessiert mich die Lage, wenn der Fondsanbieter bzw. Emittent eines Fonds pleite geht (sei es aktiv oder passiv). 1) Der Fonds wird geschlossen und alle Anteile gehen zum aktuellen Kurs per Geld zurück an Anteilseigner. Würde der Kurs hier einbrechen oder würde der dahinterliegende Index (z.B. MSCI World) den Kurs einigermaßen absichern? 2) Das Sondervermögen geht selbst an den Anteilseigner zurück, d.h. er erhält lauter Einzelaktien die der Anbieter entsprechend in seinem Aktienkorb hatte? Ich nehme an 2) wird nicht gemacht, da dies horrende Transaktionskosten zur Folge hätte (lauter Einzelpositionen müssten an der Börse verkauft werden). Wie sieht die Lage bei Swap-basierten Fonds aus. Falls Punkt 2 einträte würde die Lage sogar schlimmer, da man ggf. auf ETF Swap-"Ersatzaktien" sitzenbleibt, die man nie in seinem Portfolio haben wollte? Diesen Beitrag teilen Link zum Beitrag
obx Dezember 30, 2010 Guck Dir mal die Barin Bank aus England an. Ein Spekulant hatte ja damals in Asien die Barings Bank, die auch Emittent von Fonds war, in den Ruin getrieben. Die Fonds existieren immer noch, da Sondervermögen. Das der Emittent, die Barings Bank, die die Fonds aufgelegt hatte, pleite ging, spielte dort keine Rolle. Diesen Beitrag teilen Link zum Beitrag
Emilian Dezember 30, 2010 · bearbeitet Dezember 30, 2010 von Emilian Hier die Vita des Spekulanten: http://de.wikipedia....iki/Nick_Leeson Diesen Beitrag teilen Link zum Beitrag
Chemstudent Dezember 30, 2010 1) Der Fonds wird geschlossen und alle Anteile gehen zum aktuellen Kurs per Geld zurück an Anteilseigner. Würde der Kurs hier einbrechen oder würde der dahinterliegende Index (z.B. MSCI World) den Kurs einigermaßen absichern? Warum sollte er einbrechen? Wenn sich niemand findet, der den Fonds weiterhin "betreuen" will, wird er liquidiert. Es wird dann wohl - wie bei einer regulären Fondsliquidation auch - entweder eine "Deadline" geben, bis zu der Anteilsrückgaben noch erfolgen können, oder der Fonds wird gleich geschlossen und anschließend liquidiert, also die enthaltenen Wertpapiere verkauft und der erzielte Erlös an die Anleger ausgeschüttet. Wie sieht die Lage bei Swap-basierten Fonds aus. Nicht anders würd' ich meinen. Diesen Beitrag teilen Link zum Beitrag
Raccoon Dezember 31, 2010 Warum sollte er einbrechen? Wenn sich niemand findet, der den Fonds weiterhin "betreuen" will, wird er liquidiert. Es wird dann wohl - wie bei einer regulären Fondsliquidation auch - entweder eine "Deadline" geben, bis zu der Anteilsrückgaben noch erfolgen können, oder der Fonds wird gleich geschlossen und anschließend liquidiert, also die enthaltenen Wertpapiere verkauft und der erzielte Erlös an die Anleger ausgeschüttet. Das ist wohl die Frage - da hier viele Anteile auf den Markt "geschmissen" werden, d.h. Angebot uebersteigt die Nachfrage, koennte es zu einem Kurseinbruch kommen. Diesen Beitrag teilen Link zum Beitrag
Chemstudent Dezember 31, 2010 Das ist wohl die Frage - da hier viele Anteile auf den Markt "geschmissen" werden, d.h. Angebot uebersteigt die Nachfrage, koennte es zu einem Kurseinbruch kommen. Deshalb läuft ja auch die reguläre Fondsauflösung i.d.R. so ab, dass zwischen Schließung des Fonds und Liquidation einige Tage vergehen, und "in aller Ruhe" liquidiert werden kann. Ich sehe hier keinen gravierenden Unterschied zu normalen Fondsliquidationen. Einzig, dass das Volumen sicher höher sein wird als sonst, und daher es vielleicht gar keine "Deadline" geben wird, sondern die Fondsschließung sofort geschieht, um dann über einen längeren Zeitraum in Ruhe liquidieren zu können. Wenn bspw. der Carmignac Patrimoine mit paar Milliarden Fondsvolumen jetzt liquidiert würde, täte man das sicher nicht an einem Tag durchziehen, würde ich denken. Diesen Beitrag teilen Link zum Beitrag
ramirez_asdf Dezember 31, 2010 Erstmal danke für die Beiträge. Zusammenfassend was ich aus den Antworten entnehmen konnte: Der Fonds ist selbst Sondervermögen ist also nicht von Totalverlust wg. bankrotten Emittenten des Fonds betroffen (Ausnahme Ausfallrisiko bei Swap, der aber auf 10% begrenzt ist). Es gibt weiterhin zwei Ausgänge: 1) Ein anderer Emittenten führt den Fonds weiter (z.B. XXX übernimmt Lyxor Geschäfte) 2) Fonds wird geschlossen, um Panik-Verkäufe zu vermeiden und Kurs abzusichern. Nach und nach werden Anteile verkauft und die Erlöse an den Anteilseigner zurückgegeben. Zu 2): In der Praxis würde ich dennoch vermuten, dass der Kurs nach unten geht (da Bankrottgerüchte vor Schließung bereits die Runde machen). Auf der anderen Seite sollte der Kurs nicht einbrechen, da der ETF ja "indexrelevante" Papiere enthält, die ihren Wert immer noch bei Verkauf halten, oder? Wie die Verluste bei Swap basierten ETFs dann aussehen (kann indexferne Aktien enthalten und Swap Partner fällt aus), ist natürlich eine andere Frage. Bei Swap würde man dann Erlöse fern vom eigentlichen Index realisieren. Die Swap Risiken wurden bereits hier diskutiert, wollte das Risiko des "Sitzenbleibens" auf indexfernen Aktien bei Schließung hier nochmal kurz erwähnen Natürlich wäre noch deutlich mehr im Argen wenn Banken wie DB oder Societe General, die sehr nah an ihren Fonds-Anbietern dbx-trackers oder Lyxor sind, fielen. Diesen Beitrag teilen Link zum Beitrag
Chemstudent Dezember 31, 2010 Zu 2): In der Praxis würde ich dennoch vermuten, dass der Kurs nach unten geht (da Bankrottgerüchte vor Schließung bereits die Runde machen). Auf der anderen Seite sollte der Kurs nicht einbrechen, da der ETF ja "indexrelevante" Papiere enthält, die ihren Wert immer noch bei Verkauf halten, oder? Der Kurs eins Fonds ist nichts anderes, als die Summe seiner Bestandteile. Da kann heute die Meldung rauskommen, das Emittent XXX insolvent ist, das juckt den Wert des Fonds nicht. (Das juckt ihn nämlich nur dann, wenn durch diese Meldung auch die Papiere fallen, die der Fonds hält) Der NAV eines Fonds entsteht ja nicht durch Angebot und Nachfrage nach den Fondsanteilen selbst. Wie die Verluste bei Swap basierten ETFs dann aussehen (kann indexferne Aktien enthalten und Swap Partner fällt aus), ist natürlich eine andere Frage. Bei Swap würde man dann Erlöse fern vom eigentlichen Index realisieren. Sofern sich die Liquidation über einen längeren Zeitraum erstreckt und nicht nur der Emittent, sondern auch der Swap-Partner ausgefallen ist, dann kann es natürlich passieren das man Erlöse "fern vom eigentlichen Index" realisiert. Würde also heute von irgendeinem Swapbasierten Fonds Emittent und Swap-Partner ausfallen, dann wäre der Swap weg (wenn sich kein anderer findet) und die im Fonds tatsächlich enthaltenen Papiere (ungleich Indexpapiere) werden verkauft. Zieht sich das Verkaufen über längere Zeit, so wird natürlich das Endergebnis nicht "Index - Swapverlust" sein, sondern "Index - (Swapverlust + Differenz zwischen Index und gehaltenem Wertpapierkorb)". Was aber natürlich auch positiv für den Anleger sein kann, wenn der Index sich während der Liquidation schlechter entwickelt, als der Wertpapierkorb des Fonds. Diesen Beitrag teilen Link zum Beitrag