Zum Inhalt springen
endless_summer

Depot neu ausrichten, wohin mit 30% Tagesgeld?

Tagesgeld, Anleihen, Festgeld  

44 Stimmen

Du hast keine Berechtigung, an dieser Umfrage teilzunehmen oder die Umfrageergebnisse zu sehen. Bitte melde dich an oder registriere dich, um an dieser Umfrage teilzunehmen.

Empfohlene Beiträge

endless_summer

Guten Morgen!

 

Ich möchte Euch kurz mein Depot vorstellen:

 

1. Erfahrungen mit Geldanlagen

 

Bis 2007 habe ich alles überschüssige Geld auf diversen Festgeldkonten und in Sparbriefen gebunkert.

Irgendwann kam der Gedanke, doch noch andere Investitionsmöglichkeiten kennenzulernen. Eins kam zum anderen, fertig war das "Abgeltungssteuer-Depot".

 

2. Darstellung von bereits vorhandener Fondspositionen (Fondsbezeichnung und ISIN angeben):

 

Meine bisheriges Depot sieht folgendermaßen aus:

 

Aktien ETF's:

Nordamerika, WKN A0J206, 15%

Japan, WKN A0ESMK, 5%

Europa, WKN 263530, 12%

Europa Value Strategie, WKN A0EQ01, 7%

Schwellenländer, WKN LYX0BX, 17%

 

= 56 % Aktien

 

Offene Immo Fonds:

AXA, WKN 984645, 2%

Kanam Grund, WKN 679180, 3%

 

= 5 % Immos (Börsenkurse)

 

Euro Unternehmensanleihen ETF:

WKN 251124, 6%

 

Tagesgeld 33 %

 

3. Zeitliche Aufwandsbereitschaft für eure Fondsanlage:

 

Ich interessiere mich für's Wirtschaftsgeschehen und kann entsprechen auch Zeit investieren.

 

4. Risikotyp/Risikobereitschaft/Umgang mit Verlusten:

 

Jetzt kommt eigentlich der wichtigste Punkt: Ich habe mich etwas von dem Abgeltungssteuer Hype mitreißen lassen und war sehr hoch in Aktien investiert.

Den Aktienanteil habe ich von vor ca. 3 Wochen von ca. 75 % auf die oben angegebenen 56 % durch Verkäufe reduziert. Da das Geld in 8-12 Jahren, zumindest teilweise, benötigt wird, will ich das Risiko eher weiter reduzieren als erhöhen.

Durch die Verkäufe und Ausschüttungen bin ich allerdings nun 33% in Tagesgeld investiert. Was meint ihr, was ist sinnvoll? Das Geld erstmal auf dem TG Konto lassen und auf evtl steigende Zinsen warten?

Jetzt mit dem Geld in verschiedene Festgeldlaufzeiten investieren mit der Gefahr, dass die Zinsen rasch und in Naher Zukunft ansteigen? Den vorhandenen Unternehmensanleihen ETF aufstocken? Evtl. Kursrisiken bei Zinsanstieg in Kauf nehmen? Oder doch, zumindest zum Teil, in riskantere EM Staatsanleihen gehen?

 

Ich denke, ich bin nicht der einzige mit dem "Problem", vielleicht habt ihr ein paar interessante Vorschläge.

Gerne lese ich auch Kritiken zur gesamten Depotaufteilung.

 

Grüße

Martin

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag
etherial
· bearbeitet von etherial

Jetzt kommt eigentlich der wichtigste Punkt: Ich habe mich etwas von dem Abgeltungssteuer Hype mitreißen lassen und war sehr hoch in Aktien investiert.

Den Aktienanteil habe ich von vor ca. 3 Wochen von ca. 75 % auf die oben angegebenen 56 % durch Verkäufe reduziert. Da das Geld in 8-12 Jahren, zumindest teilweise, benötigt wird, will ich das Risiko eher weiter reduzieren als erhöhen.

 

Zum Risikoreduzieren wäre es auch möglich gewesen die Positionen zu hedgen. D.h. du kaufst ein Short-Werpapier (je nach Wunsch ShortDax, Short-Mini-Future oder Reverse-Bonus-Zertifikat).

 

- Wenn dein abgeltungssteuerfreies Depot fällt, dann gewinnen diese Wertpapiere (d.h. die Positionen neutralisieren sich).

- Wenn sie hingegen gewinnen, dann erhältst du steuerfreie Gewinne (im abgeltungssteuerfreien Depot) und verrechenbare Verluste (die Steuern auf zukünftige Gewinne mindern).

 

Es gibt natürlich auch Handfeste Gründe warum man nicht hedged (Emittentenrisiko, Rollrisiko, evtl. Kosten > Steuergewinn).

 

Durch die Verkäufe und Ausschüttungen bin ich allerdings nun 33% in Tagesgeld investiert. Was meint ihr, was ist sinnvoll? Das Geld erstmal auf dem TG Konto lassen und auf evtl steigende Zinsen warten?

 

Man müsste jetzt schon wissen wieviel die 33% denn wirklich sind. Wenn das < 10000€ sind, dann sollten sie Liquide bleiben. Bei > 100.000€ hingegen muss man es sich überlegen.

 

Ich denke es ist derzeit ingesamt günstiger immer jeweils zum besten Tagesgeld-Anbieter zu wechseln - am besten mindestens zwei Angebote gleichzeitig wahrnehmen (um Insolvenzrisiken zu minimieren).

 

Gerade wenn der DAX bei 9000 ist, willst du vielleicht nochmal den Aktienanteil hedgen, dann wäre es schade, wenn sämtliches Geld im Festgeld geparkt wäre.

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag
CHX

Man müsste jetzt schon wissen wieviel die 33% denn wirklich sind. Wenn das < 10000 sind, dann sollten sie Liquide bleiben. Bei > 100.000 hingegen muss man es sich überlegen.

 

Würde ich auch so sehen - hängt davon ab, wie groß dein Tagesgeldpolster sein soll. Du schreibst in deiner Umfrage oben "möglichst sicher" - das hiesse entweder TG oder FG.

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag
endless_summer

Jetzt kommt eigentlich der wichtigste Punkt: Ich habe mich etwas von dem Abgeltungssteuer Hype mitreißen lassen und war sehr hoch in Aktien investiert.

Den Aktienanteil habe ich von vor ca. 3 Wochen von ca. 75 % auf die oben angegebenen 56 % durch Verkäufe reduziert. Da das Geld in 8-12 Jahren, zumindest teilweise, benötigt wird, will ich das Risiko eher weiter reduzieren als erhöhen.

 

Zum Risikoreduzieren wäre es auch möglich gewesen die Positionen zu hedgen. D.h. du kaufst ein Short-Werpapier (je nach Wunsch ShortDax, Short-Mini-Future oder Reverse-Bonus-Zertifikat).

 

- Wenn dein abgeltungssteuerfreies Depot fällt, dann gewinnen diese Wertpapiere (d.h. die Positionen neutralisieren sich).

- Wenn sie hingegen gewinnen, dann erhältst du steuerfreie Gewinne (im abgeltungssteuerfreien Depot) und verrechenbare Verluste (die Steuern auf zukünftige Gewinne mindern).

 

Es gibt natürlich auch Handfeste Gründe warum man nicht hedged (Emittentenrisiko, Rollrisiko, evtl. Kosten > Steuergewinn).

 

Durch die Verkäufe und Ausschüttungen bin ich allerdings nun 33% in Tagesgeld investiert. Was meint ihr, was ist sinnvoll? Das Geld erstmal auf dem TG Konto lassen und auf evtl steigende Zinsen warten?

 

Man müsste jetzt schon wissen wieviel die 33% denn wirklich sind. Wenn das < 10000 sind, dann sollten sie Liquide bleiben. Bei > 100.000 hingegen muss man es sich überlegen.

 

Ich denke es ist derzeit ingesamt günstiger immer jeweils zum besten Tagesgeld-Anbieter zu wechseln - am besten mindestens zwei Angebote gleichzeitig wahrnehmen (um Insolvenzrisiken zu minimieren).

 

Gerade wenn der DAX bei 9000 ist, willst du vielleicht nochmal den Aktienanteil hedgen, dann wäre es schade, wenn sämtliches Geld im Festgeld geparkt wäre.

 

Ich habe mich bisher nicht mit Short-Wertpapieren beschäftigt, werde es die Tage nachholen. Hört sich für's erste sehr interessant an. Ich muss sie allerdings erst richtig verstehen lernen, um Risiken abwägen zu können.

 

Der TG Anteil beträgt ca. 35.000.

 

Man müsste jetzt schon wissen wieviel die 33% denn wirklich sind. Wenn das < 10000 sind, dann sollten sie Liquide bleiben. Bei > 100.000 hingegen muss man es sich überlegen.

 

Würde ich auch so sehen - hängt davon ab, wie groß dein Tagesgeldpolster sein soll. Du schreibst in deiner Umfrage oben "möglichst sicher" - das hiesse entweder TG oder FG.

 

Das ist genau das, was ich eben nicht beantworten kann. "Wie groß sollte das Polster sein, um bei möglichen Zinsänderungen investieren zu können"?

Mit möglichst sicher meine ich, dass ich keinesfalls meinen Aktienanteil erhöhen will.

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag
sparfux

Bei Tagelsgeld bist Du flexibel, hast aber das Problem, dass Du kontinuierlich Zinseinnahmen gegenüber länger laufenden Sparbriefen verlierst. Wenn die Zinsen schnell steigen ist das kein Problem, wenn die Zinsen, wie z.B. in Japan, über längere Zeit niedrig bleiben, verschenkst Du kontinuierlich mögliche höhere Zinseinnahmen.

 

Ich würde in Deinem Fall eine Sparbriefleiter mit max. 5 Jahren Laufzeit aufbauen. Das sind dann 6 Teile (1xTagesgeld, 5xSparbriefe). Die durchschnittliche Laufzeit beträgt damit nur 2,5 Jahre. Damit bist Du auch mit Blick auf mögliche Zinssteigerungen in naher Zukunft flexibel genug und bekommst jährlich geschätzt ca. 1,0% mehr Zinsen - immerhin ~350 pro Jahr.

 

Ansonsten würde ich nicht den Aufwand mit Short-Papieren oder so treiben. Einfach neue Spargroschen kontinuierlich in sichere Anlagen - also Tagesgeld oder Sparbriefe stecken, bis das gewünschte Risikoverhältnis hergestellt ist.

 

Unternehmensanleihen würde ich ganz weglassen. Die stellen nur eine Mischung von Aktien- und Anleihenrisiken dar. Du kannst das Geld genauso in Akien und Sparbriefe aufteilen.

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag
bb_florian

Unternehmensanleihen würde ich ganz weglassen. Die stellen nur eine Mischung von Aktien- und Anleihenrisiken dar. Du kannst das Geld genauso in Akien und Sparbriefe aufteilen.

 

Das ist grober Unfug. Ich wundere mich eh immer, dass hier im Forum so wenig Anleihen benutzt werden; Anleihen sind grade dafür gut, wenn man kein Aktienrisiko haben will, aber keine 100%-Sicherheit braucht. Ein Portfolio mit Anleihen ist normalerweise deutlich weniger volatil als ein nur aus Aktien und Sparbriefen gemischtes Portfolio... Das echte Manko an Anleihen ist, dass da relativ hohe Gebühren anfallen, man sich relativ gut auskennen muss und es keine guten und günstigen Fonds gibt meines Wissens.

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag
H.B.

[ Da das Geld in 8-12 Jahren, zumindest teilweise, benötigt wird, will ich das Risiko eher weiter reduzieren als erhöhen.

Durch die Verkäufe und Ausschüttungen bin ich allerdings nun 33% in Tagesgeld investiert. Was meint ihr, was ist sinnvoll? Das Geld erstmal auf dem TG Konto lassen und auf evtl steigende Zinsen warten?

Jetzt mit dem Geld in verschiedene Festgeldlaufzeiten investieren mit der Gefahr, dass die Zinsen rasch und in Naher Zukunft ansteigen? Den vorhandenen Unternehmensanleihen ETF aufstocken? Evtl. Kursrisiken bei Zinsanstieg in Kauf nehmen? Oder doch, zumindest zum Teil, in riskantere EM Staatsanleihen gehen?

 

 

Grüße

Martin

 

Zwei Stichworte:

1. Rohstoffe

2. Währungen

 

 

Beides kann als Hedge gegen das Aktienrisiko eingesetzt werden.

Da Rohstoffe immer aus USD-Sicht bewertet werden, macht es Sinn, beides zu koppeln und z.b. einen Rohstoff-ETF mit einer Fremdwährungsanleihe zu verknüpfen.

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag
Fondsinvestor
· bearbeitet von Fondsinvestor

Ich würde sagen: am besten streuen.

 

Unternehmensanleihen hast du ja schon abgedeckt.

Für den Rest (deine 33%) mal ein konkreter Vorschlag:

- Eine Hälfte Tagesgeld (z.B. bei der Ikano-Bank derzeit 2,22%)

- Ein Hälfte Sparbrief oder Festgeld (z.B: Santander 3 Jahre 3%)

 

Ich nehme eigentlich auch an, dass die Zinsen in nächster Zeit steigen werden, aber weiß mans? Deswegen ein Kompromiss. Die 3 Jahre habe ich mal aus dem Bauch raus gewählt, auch weil es da bei Santander schon etwas mehr Zinsen gibt. Wenn du noch weiter streuen willst, dann halt noch was für die Laufzeit dazwischen.

 

Edit:

EM-Staatsanleihen wären auch noch eine Diversifikationsmöglichkeit. Bin selber in einer Mexiko-Anleihe in Euro. Obs das als ETF gibt, weiß ich nicht.. Rohstoffe und Währungen sind mir persönlich zu riskant, aber gegen eine kleine Beimischung hätt ich auch nix.

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag
sparfux
· bearbeitet von sparfux

Das ist grober Unfug. Ich wundere mich eh immer, dass hier im Forum so wenig Anleihen benutzt werden; Anleihen sind grade dafür gut, wenn man kein Aktienrisiko haben will, aber keine 100%-Sicherheit braucht. Ein Portfolio mit Anleihen ist normalerweise deutlich weniger volatil als ein nur aus Aktien und Sparbriefen gemischtes Portfolio...

Kannst Du das bitte auch belegen, speziell den letzten Teil?

 

Die Rendite erhält man ja bekanntlich für eingegangene Risiken und eine Diversifikation erhält man nur, wenn man in andere Risiken "investiert" und nicht, wenn man in Produkte investiert, die die Risiken nur anders "verpacken". Von den eingegangenen Risiken her betrachtet hat man bei Unternehmensanleihen 3 Risiken:

 

- unternehmerisches Risiko (das Unternehmen geht Pleite oder hat zumindest finanzielle Schwierigkeiten)

- Inflationsrisiko (Inflation fürht zu steigenden Zinsen)

- Risiko der Änderung der Real-Zinsen (Zinssätze nach Inflation, beispielsweise getrieben durch die Wirtschaftspolitik der Zentralbanken)

 

Das erste hat man auch bei Aktien, die beiden anderen bei einlagengesicherten Sparbriefen oder AAA-Staatsanleihen.

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag
Ramstein

Das ist grober Unfug. Ich wundere mich eh immer, dass hier im Forum so wenig Anleihen benutzt werden; Anleihen sind grade dafür gut, wenn man kein Aktienrisiko haben will, aber keine 100%-Sicherheit braucht. Ein Portfolio mit Anleihen ist normalerweise deutlich weniger volatil als ein nur aus Aktien und Sparbriefen gemischtes Portfolio...

Kannst Du das bitte auch belegen, speziell den letzten Teil?

Das kann er natürlich nicht (oder kaum), da für die Sparbriefe vor Fälligkeit keine Kurse existieren. Das allerdings als "geringe Volatilität" auszulegen ist gewagt, denn es ist eigentlich eine nicht vorhandene Liquidität. Wenn ich jetzt Anleihen solider deutscher Unternehmen betrachte, war die Ausfallquote trotz aller Krise extrem gering, und der YTM war und ist bei Buy-and-Hold sehr ordentlich. Allerdings erfordert es etwas mehr Gehirneinsatz, als nur die jeweils best-verzinsten Sparbriefe aus der Liste bei modern-banking.de rauszusuchen. Und natürlich sollte genügend Kapital da sein, dass eine Diversifizierung ohne exzessiv hohe Handelsgebühren machbar ist.

 

TO endless-summer könnte sich durchaus 5 bis 7 Anleihen zu nominal je 5.000 im 2-4 Jahresbereich kaufen und hat noch TG über. Das würde ich jedenfalls machen, aber jeder muss selbst erkennen wie groß das Karo ist, das er trägt.thumbsup.gif

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag
sparfux

Kannst Du das bitte auch belegen, speziell den letzten Teil?

Das kann er natürlich nicht (oder kaum), da für die Sparbriefe vor Fälligkeit keine Kurse existieren.

Man kann auch Staatsanleihen als Referenz nehmen. Die haben Kurse und der Risiko/Rendite Vorsprung für Unternehmensanleihen sollte noch größer sein, als bei einer Mischung aus Aktien und AAA-Staatsanleihen.

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag
Malvolio

Ich würde mir ein gutes Tagesgeldangebot suchen oder nach guten Angeboten für kurz bis mittelfristige Festgeld- oder Sparbriefanlagen suchen. Man kann natürlich auch an Renten gehen. Aber hier sind höhere Renditen natürlich auch wieder mit höheren Risiken verbunden.

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag
bb_florian
· bearbeitet von bb_florian

Das ist grober Unfug. Ich wundere mich eh immer, dass hier im Forum so wenig Anleihen benutzt werden; Anleihen sind grade dafür gut, wenn man kein Aktienrisiko haben will, aber keine 100%-Sicherheit braucht. Ein Portfolio mit Anleihen ist normalerweise deutlich weniger volatil als ein nur aus Aktien und Sparbriefen gemischtes Portfolio...

Kannst Du das bitte auch belegen, speziell den letzten Teil?

 

Nein, kann ich nicht. Aber das findet man doch bestimmt in irgendeinem Buch oder Paper oder sonstwo. Schau dir auch einfach mal die täglichen Schwankungen im DAX an und der jeweiligen Unternehmensanleihen; das ist eine ganz andere Größenordnung!

Wenn du einen festen Anlagehorizont hast, ist es sogar ziemlich klar, wenn du ein Portfolio mit Unternehmensanleihen mit passender Fälligkeit mit einem aus Sparbriefen und Aktien gemischten Portfolio vergleichst (der Aktienkurs zum Zeitpunkt deines Anlagahorizonts ist ziemlich unsicher... auch wenn es ein sehr gut diversifiziertes Aktienportfolio ist. Der Rückzahlungswert des Portfolios der Unternehmensanleihen unterliegt ziemlich geringen Schwankungen, wenn es gut diversifiziert und nicht Junk ist.) Aber auch die Volatilität sonst sollte deutlich geringer sein. Deine Gewinnaussichten sind natürlich nicht ganz so gut. Wenn du bei Aktien zu einem guten Zeitpunkt kaufst und wieder verkaufst, ist deine Rendite natürlich deutlich höher. Aber das schafft der Durchschnittsanleger nicht, also spielt das keine Rolle für diese Überlegung :)

 

Die Rendite erhält man ja bekanntlich für eingegangene Risiken und eine Diversifikation erhält man nur, wenn man in andere Risiken "investiert" und nicht, wenn man in Produkte investiert, die die Risiken nur anders "verpacken". Von den eingegangenen Risiken her betrachtet hat man bei Unternehmensanleihen 3 Risiken:

 

- unternehmerisches Risiko (das Unternehmen geht Pleite oder hat zumindest finanzielle Schwierigkeiten)

- Inflationsrisiko (Inflation fürht zu steigenden Zinsen)

- Risiko der Änderung der Real-Zinsen (Zinssätze nach Inflation, beispielsweise getrieben durch die Wirtschaftspolitik der Zentralbanken)

 

Das erste hat man auch bei Aktien, die beiden anderen bei einlagengesicherten Sparbriefen oder AAA-Staatsanleihen.

 

Aktien haben tatsächlich den Vorteil, dass du natürlich damit vor Inflation "sicher" bist. (Da muss man sich überlegen, ob man das braucht...)

 

Der Aktienwert hängt von der Erwartung der zukünftigen Geschäftsentwicklung ab, und schwankt damit ziemlich stark; die Anleihe hängt von der Erwartung einer Insolvenz ab. Das sind zwei ziemlich verschiedene Dinge (außer wenn Insolvenz als ziemlich wahrscheinlich betrachtet wird). Bei einer Aktie spekulierst du auf die zukünftigen Überschüsse, und damit oft auf das Wachstum des Unternehmens.

Wenn wir dafür einen extra Thread aufmachen, dann diskutieren vielleicht ein paar mehr Leute mit und wir kommen zu einer interessanteren Diskussion :)

 

---

 

Und nochmal zusammengefasst, was ich gut an Unternehmensanleihen finde, im Vergleich zu Aktien/Sparbriefen:

- Du kassierst eine Risikoprämie gegenüber Staatsanleihen, wobei das Risiko zumindest im Investment-Grade-Bereich relativ klein ist, d.h. du hast das eher unwahrscheinliche Risiko eines Ausfalls, was für einen nicht verschuldeten Privatanleger oft tragbar ist

- Du kannst jederzeit verkaufen, wenn du Geld brauchst (was natürlich je nach Marktentwicklung einen Verlust bedeutet, aber es geht überhaupt)

- ... oder wenn du deine Laufzeiten ändern willst, weil du auf die Zinsentwicklung wetten willst...

 

Nachteile sind:

- Für Kleinanleger hohe Gebühren, schwierig und aufwändig zu diversifizieren (es gibt glaube ich kaum gute und günstige Fonds)

- mit Gebühren sind die Renditen oft schon unter denen von Sparbriefen (Sparbriefe und Anleihen haben einfach ganz unterschiedliche "Investoren"kreise)

- kein Inflationsschutz

usw...

 

D.h. ich kann verstehen, warum viele -vor allem kleinere- Anleger Anleihen auslassen, die Behauptung "Unternehmsanleihen kann man aus Sparbriefen und Aktien zusammenmischen" mag ich so aber nicht unwidersprochen stehen lassen :)

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag
H.B.

 

D.h. ich kann verstehen, warum viele -vor allem kleinere- Anleger Anleihen auslassen, die Behauptung "Unternehmsanleihen kann man aus Sparbriefen und Aktien zusammenmischen" mag ich so aber nicht unwidersprochen stehen lassen :)

 

Nichts für ungut.

Aber wenn High-Yield-Anleihen die einzige Anleihen-Klasse ist, die eine relative Stärke aufweist, sollte man beim Neuaufbau sehr selektiv vorgehen.

Wenn sich nämlich die Profis aus dem breiten Markt zurückziehen, ist es nicht unbedingt klug, sich dort zu engagieren.

Wenn sich die Yunk-Bonds nur noch an solch exotischen Börsenplätzen, wie Bond-M in Stuttgart an Privatanleger verkaufen lassen ist Vorsicht geboten, ebenso, wenn die Stückelung neu emmitierter Anleihen Privatanleger als Zielgruppe nahelegt. Das ist nämlich ein untrügliches Zeichen, dass die Anleihekonditionen den kritischen Prüfungen professioneller Marktteilnehmer nicht standhalten.

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag
bb_florian

Wenn sich die Yunk-Bonds nur noch an solch exotischen Börsenplätzen, wie Bond-M in Stuttgart an Privatanleger verkaufen lassen ist Vorsicht geboten, ebenso, wenn die Stückelung neu emmitierter Anleihen Privatanleger als Zielgruppe nahelegt. Das ist nämlich ein untrügliches Zeichen, dass die Anleihekonditionen den kritischen Prüfungen professioneller Marktteilnehmer nicht standhalten.

 

Das ist eine Erklärungsmöglichkeit, und ich halte selber keine BondM-Anleihen, weil mir Rendite/Risiko nicht genug ist :)

Es gibt aber noch eine andere Erklärungsmöglichkeit dafür: Junk-Anleihen können von Versicherern, Banken und anderen Instis nur schlecht gehalten werden, aus regulatorischen Gründen oder weil das Risiko schlicht zu hoch ist; als Privatanleger mit 100% Eigenkapital kann ich sowas viel eher halten, als wenn ich Schulden habe. Für Privatanleger ist es eigentlich viel leichter, Unternehmen zu finanzieren als für Banken, weil Privatanleger den Verlust eher verkraften können als eine Bank mit meinetwegen 10% Eigenkapitalquote. Es könnte also auch eine ziemlich coole Idee sein, die erst in ein paar Jahren in eine Blase mündet... (Dass allerdings die ganzen Solarunternehmen auf BondM Geld kriegen, ist schon ziemlich verdächtig, weil es in dieser Branche eigentlich genug Schnäppchen momentan für Anleger gibt; die kriegen denke ich zu diesen Konditionen nirgendwo anders im Moment Geld her...)

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag
endless_summer
· bearbeitet von endless_summer

Ich möchte mich für Eure vielen Informationen und Einschätzungen bedanken! Es wird wohl eine Mischung aus Sparbriefen und Tagesgeld werden. Die Hälfte des Geldes soll in Sparbriefen zwischen 1-3,4 Jahren angelegt werden, mit dem Rest werde ich die Zinsen nächstes Jahr beobachten und ggf. weitere Sparbriefe, oder auch Anleihen kaufen.

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag

Erstelle ein Benutzerkonto oder melde dich an, um zu kommentieren

Du musst ein Benutzerkonto haben, um einen Kommentar verfassen zu können

Benutzerkonto erstellen

Neues Benutzerkonto für unsere Community erstellen. Es ist einfach!

Neues Benutzerkonto erstellen

Anmelden

Du hast bereits ein Benutzerkonto? Melde dich hier an.

Jetzt anmelden

×
×
  • Neu erstellen...