Crazy Casino Oktober 14, 2010 Angenommen: Ich habe mein Geld für 5 Jahre angelegt. Und habe den Aktienanteil so gewählt, dass der erwartbare Maximalverlust meiner Risikoneigung entspricht (wie hoch dieser sein sollte, soll hier nicht weiter betrachtet werden). Meine Zielrendite für den Aktienanteil sind z.B. 10%p.a. (auch geht es mir nicht darum, ob das realistisch ist,ob es mehr oder weniger sein sollte) Mich interessiert nun, wie man im Verlauf dieser 5 Jahre am geschicktesten den Aktienanteil nach und nach in festverzinsliche Papiere umschichtet (um das Risiko zu senken wenn man dem Entnahmetag näher kommt). Ich denke eine Überlegung ist einigermaßen einfach: Wenn ich bereits nach zwei Jahren den Betrag auf dem Konto habe, den ich bei 10%p.a. am Ende der 5 Jahre erwarten würde, schichte ich natürlich alle Aktien SOFORT in festverzinsliche Papiere um. Damit hätte ich mein Ziel schon erreicht :-) Das andre Extrem ist ebenfalls logisch: Wenn ich nach 1 Jahr mit einem dicken Minus auf dem Konto dastehe, dann schichte ich natürlich GAR NICHTS um, weil ich duch die Reduzierung der Aktienquote natürlich die Chancen verringere, dass meine Geldanlage bis zum Ende der Laufzeit dieses Minus wieder ausgleichen kann. Auch der letzte Fall ist klar für mich: Wenn ich nach zwei Jahren,einen Deopwert habe, der dem Wert entspricht, den die Anlage nach 2 Jahren mit 10%p.a. haben sollte, dann schichte ich so um, dass der Aktienanteil angemessen für eine nur noch 3-Jährige Geldanlage ist. Kniffelig wird es jedoch bei allen anderen Fällen: Mal angenommen ich befinde mich schon in Jahr 3 und meine Anlage hat jedes Jahr underperformt und vielleicht sogar Verluste gemacht. Nun stecke ich in einem Konflikt (der stärker wird, je näher ich dem Endzeitpunkt komme): Soll ich die Nerven bewahren und die Asset Allokation auch für die letzten zwei jahre unverändert lassen (denn immerhin habe ich die Aktienquote ja für die 5-jahreslaufzeit gewählt, mit dem Risiko, dass ich zu tragen bereit war). ODER schichte ich jetzt doch lieber um weil es zu riskant wäre den erhöhten Aktienanteil bis ganz zum Schluss zu halten (was aber dann auch wahrscheinlich bedeutet, dass ich Verluste realisiere, aber eben auch begrenze). Wie gesagt, es geht mir hier nicht um mein konkretes Beispiel und ob die von mir gewählten Zahlen realistisch sind. Mich interessiert vor allem, ob es eine allgemeingültige Empfehlung geben kann. Eine intellegigente Vorgehensweise beim nach und nach Umschichten um auf der einen Seite die Volatilität zum Ende einer Geldanlage zu begrenzen (durch Umschichten) aber gleichzeitig nicht unnötig Renditechancen zu verschenken (sonst könnte ich ja auch gleich von vornherein ausschließlich Renten halten ) Wie ist Euer System / Eure Vorgehensweise? Diesen Beitrag teilen Link zum Beitrag
H.B. Oktober 14, 2010 Darf ich dich auf einen kleinen Denkfehler aufmerksam machen? Ein Aktieninvestment hat ein definiertes Chance-Risiko-Profil. Derzeit kann man es unter Risikoaspekten als Inflationshedge betrachten, bei einer geschickten AssetAllocation hat dies sogar das Potenzial, der hiesigen Inflationsentwicklung vorauszulaufen. Wie die 1930er und 1880er Jahre zeigen, sind Deflationäre Zeiten per se kein Knock-Out-Kriterium für Aktien. Das zeigt auch die Stock-Picking-Performance in Japan in den letzten beiden Jahrzehnten . Ein Renteninvestment hat ein völlig anders Chance-Risiko-Profil. Hier muss man schon sehr geschickt sein, um dem Inflationsrisiko gerecht zu werden. Wenn du also deine Aktienzielrendite "im Kasten" hast, ist die Wahrscheinlichkeit durchaus signifikant, dass du in den Folgejahren deine Erträge mit Renteninvestments weginflationierst.. Erreichst du deine Zielrendite bei Aktien nicht, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass du entweder in eine Marktstörung hinein die Aktienquote hochgefahren hast oder schlicht das deflationäre Umfeld unterschätzt hast. Die strategische AssetAllocation ist zu komplex, um sie mit einem derart simplen Ansatz abbilden zu können. Diesen Beitrag teilen Link zum Beitrag
Crazy Casino Oktober 14, 2010 · bearbeitet Oktober 14, 2010 von Crazy Casino Darf ich dich auf einen kleinen Denkfehler aufmerksam machen? Ein Aktieninvestment hat ein definiertes Chance-Risiko-Profil. Derzeit kann man es unter Risikoaspekten als Inflationshedge betrachten, bei einer geschickten AssetAllocation hat dies sogar das Potenzial, der hiesigen Inflationsentwicklung vorauszulaufen. Wie die 1930er und 1880er Jahre zeigen, sind Deflationäre Zeiten per se kein Knock-Out-Kriterium für Aktien. Das zeigt auch die Stock-Picking-Performance in Japan in den letzten beiden Jahrzehnten . Ein Renteninvestment hat ein völlig anders Chance-Risiko-Profil. Hier muss man schon sehr geschickt sein, um dem Inflationsrisiko gerecht zu werden. Wenn du also deine Aktienzielrendite "im Kasten" hast, ist die Wahrscheinlichkeit durchaus signifikant, dass du in den Folgejahren deine Erträge mit Renteninvestments weginflationierst.. Erreichst du deine Zielrendite bei Aktien nicht, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass du entweder in eine Marktstörung hinein die Aktienquote hochgefahren hast oder schlicht das deflationäre Umfeld unterschätzt hast. Die strategische AssetAllocation ist zu komplex, um sie mit einem derart simplen Ansatz abbilden zu können. Vielen Dank für Deine Ausführungen! Könntest Du bitte vielleicht noch kurz ergänzen, welche Implikationen dies nun auf meine Fragestellung hat? Ich denke falsch? Verstanden! Mein Ansatz ist zu simpel für die Komplexität der Welt? Verstanden! Was mir jetzt noch helfen würde, wäre ein praktischer Tipp zum Handling dieser Problematik. Wenn ich es richtig sehe, ist Dein Punkt, dass Du hier das Risiko siehst, eine Anlage in rein festverzinslichen Wertpapieren könnte hinter der Inflation zurück bleiben? 1. Ich stimme zu, das ist nicht auszuschließen (ich würde übrigens auch niemals den Aktienanteil komplett auf 0 fahren, aber über die optimale Aktienquote wollte ich - wie oben erwähnt - ja gar nicht unbedingt sprechen). 2. Um den Fokus wieder auf meine Fragestellung zu lenken, lass uns doch einfach eines annehmen: 2.1. Der Aktienanteil sei immer hoch genug, um die Inflation im Griff zu behalten. ODER 2.2. Der festverzinsliche Depotanteil bestehe aus einem Tagesgeldkonto, welches stets über der Inflation verzinst. Diesen Beitrag teilen Link zum Beitrag
DAX43 Oktober 14, 2010 beim Aktienanteil ist es ganz einfach.....höre auf zu denken und lasse die Kurse für dich entscheiden.Kaufe nur bei einem Aufwärtstrend ( Indizes z.B. über der 200 Tagelinie, und verkaufe Aktienanteil, zu jeder Zeit, beim unterschreiten dieses Trends. Wenig Aufwand, Verlustkontrolle sowie erhalten der Renditechance bei steigenden Kursen. Diesen Beitrag teilen Link zum Beitrag
nord_sued Oktober 14, 2010 Dein vorgehen ist eher von Portfoliotheorie - oder irgendeinem Ansatz aus dieser "Ecke" inspiriert. Als fundamental orientierter Anleger fällt mir bei Deinem Post auf, dass Du das Marktumfeld mit keinem Wort erwähnst. Sind Aktien hoch oder niedrig bewertet? Wie ist das Zinsumfeld in Deinem Exempel? Siehst Du "Blasen" in einem Bereich? Klar, man kann das so technokratisch machen, wie oben beschrieben. Ist ein Ansatz. Man kann aber auch die eigene Meinung für seine Entscheidungen bemühen. Nur ein Gedanke. Diesen Beitrag teilen Link zum Beitrag