crus Mai 15, 2010 Hi, ich habe Verständnisprobleme bei Renten ETF's mit full replication. Wenn ich Staatsanleihen direkt kaufe, entstehen Kursschwankungen durch veränderte Zinslage und Nachfrage. Bei synthetischen ETF's (thesaurierend) wie z.B. dem EUROMTS 1-3 Jahre von Lyxor kommt es zu fast keinen Kursschwankungen, da der Index ja synthetisch ist und täglich über einen Swap ausgeglichen wird. Nur bei einem Renten ETF mit full replication wie dem Government 1-3 Jare von Ishares ist der Kurswert von 2007 (130) auf 138 in 2010 gestiegen. Nur wird der generierte Mehrwert, also der Zins, ja halbjärlich ausgeschüttet. Wieso also verändert sich der Kurs, nur wegen der Nachfrage? (oder steigt der Kurs durch die Verwendung der nichtausgezahlten Zinsen über die 6 Monate?) Wenn es an der Nachfrage liegen würde, dann würde für mich eine Investition in einen Renten ETF keinen wirklichen Sinn machen, da ich bei Investitionen in Staatsanleihen ja gerade dem Risiko eines Kursverlustes entgehen will. Bitte klärt mich auf Ich habe mir über die Suche die Frage nicht selber beantworten können, hoffe daher ein ähnlicher Post existiert nicht schon. Danke im voraus und Grüße crus Diesen Beitrag teilen Link zum Beitrag
Chemstudent Mai 15, 2010 · bearbeitet Mai 15, 2010 von Chemstudent Willkommen im Forum. Irgendwie versteh ich deine Frage aber nicht ganz. Beide genannten ETFs haben sich - ausschüttungsbereinigt - recht identisch entwickelt: Schwarz: Ishares A0J21A Blau: Lyxor A0HGFC Der Kurs der ETFs resultiert vornehmlich selbstverständlich aus den gewichteten Kursen der Staatsanleihen. Würden also die Staatsanleihen im Kurs fallen, so fallen auch die ETFs selbst. Die Replizierungsmethode ist dabei recht unwichtig. Diesen Beitrag teilen Link zum Beitrag
langzeitsparer Mai 15, 2010 · bearbeitet Mai 15, 2010 von langzeitsparer Wenn ich Staatsanleihen direkt kaufe, entstehen Kursschwankungen durch veränderte Zinslage und Nachfrage. Ich versteh die Frage nicht ganz... Wie die Kursschwankungen von Staatsanleihen entstehen, ist dir also klar. Was macht dann ein replizierender ETF? Er kauft eine Menge Staatsanleihen verschiedener Laufzeit. Zinszahlungen von diesen werden gesammelt und zum Ausschüttungstermin ausgeschüttet. Der Kurs des ETFs setzt sich aus den Kursen der gehaltenen Anleihen zusammen + die gesammelten Zinszahlungen + Stückzinsen der Anleihen. Aus diesem Grund sinkt der ETF-Kurs bei der Ausschüttung auch genau um den Ausschüttungsbetrag. Bei Zinsausschüttung einer Anleihe ändert sich der Kurs des ETF dagegen nicht. Und natürlich ändert sich der Kurs des ETF, wenn sich die Zinslage ändert, also die gehaltenen Anleihen veränderte Kurse haben. Ein synthetischer ETF sollte genau die gleiche Kursentwicklung mitmachen. Edit: Verluste vermeiden kannst du mit Staatsanleihen nur, wenn du sie bis zur Fälligkeit hältst. Bei einem ETF kannst du das allerdings nie, da der immer Anleihen nachkauft und du beim Verkauf des ETFs somit immer irgendwelche Anleihen vor Fälligkeit verkaufst Diesen Beitrag teilen Link zum Beitrag
vanity Mai 15, 2010 · bearbeitet Mai 15, 2010 von vanity ... Willkommen im Forum! Indexabbildende ETF, auch solche auf Rentenindices, schwanken nicht wegen Angebot/Nachfrage zu/nach dem ETF, sondern weil sie die Schwankungen des Index nachvollziehen. Ob die Konstruktion des ETF replizierend oder swapbasiert ist, spielt hierbei keine Rolle. Auch die Varianten ausschüttend oder thesaurierend sind hierfür unerheblcih (abgesehen davon, dass ein Ausschütter natürlich bei der Ausschüttung entsprechend im Kurs reduziert wird). Der Index selbst (den würde ich als synthetisch bezeichnen, nicht den ETF) wiederum folgt nach einem fest definierten Regelwerk den Schwankungen der zugrundeliegenden Basiswerte. Erst deren Verhalten wird durch Angebot und Nachfrage bestimmt. Ein Regelwerk zu einem Rentenindex findest du hier: http://indices.markit.com/download/products/guides/Markit_iBoxx_EURBenchmark_Guide.pdf (iBoxx, Dank an otto03 für den Link), trivial ist es nicht. Zu deinen Fragen: Bei synthetischen ETF's (thesaurierend) wie z.B. dem EUROMTS 1-3 Jahre von Lyxor kommt es zu fast keinen Kursschwankungen, da der Index ja synthetisch ist und täglich über einen Swap ausgeglichen wird. Diese Aussage und die Schlussfolgerung zu deiner Beobachtung ist falsch (oder steigt der Kurs durch die Verwendung der nichtausgezahlten Zinsen über die 6 Monate?) Der Kurs eines Renten-ETF (des Index) beinhaltet auch die aufgelaufenen Zinsen, dies ist eines der beiden bestimmenden Elemente (das andere ist die Kursentwicklung der Basiswerte). Nachtrag: Immerhin Bronze geholt! (habt ihr bei dem tollen Wetter nichts Besseres vor?) Diesen Beitrag teilen Link zum Beitrag
Chemstudent Mai 15, 2010 Nachtrag: Immerhin Bronze geholt! (habt ihr bei dem tollen Wetter nichts Besseres vor?) Bei mir ist der Himmel komplett grau. Tolles Wetter sieht anders aus. Diesen Beitrag teilen Link zum Beitrag
vanity Mai 15, 2010 · bearbeitet Mai 15, 2010 von vanity Bei mir ist der Himmel komplett grau. Tolles Wetter sieht anders aus. Hier liegt die Temperatur bei 14° C und damit deutlich oberhalb SMA200. Außerdem regnet es nicht, die Niederschlagsmenge befindet sich damit unterhalb SMA38. Für einen strategiefolgenden Meteorologen ist das tolles Wetter. Diesen Beitrag teilen Link zum Beitrag
Chemstudent Mai 15, 2010 Hier liegt die Temperatur bei 14° C und damit deutlich oberhalb SMA200. Außerdem regnet es nicht, die Niederschlagsmenge befindet sich damit unterhalb SMA38. Für einen strategiefolgenden Meteorologen ist das tolles Wetter. Kauf dir doch ein Wetterzertifikat. Diesen Beitrag teilen Link zum Beitrag
otto03 Mai 15, 2010 Hier liegt die Temperatur bei 14° C und damit deutlich oberhalb SMA200. Außerdem regnet es nicht, die Niederschlagsmenge befindet sich damit unterhalb SMA38. Für einen strategiefolgenden Meteorologen ist das tolles Wetter. Kauf dir doch ein Wetterzertifikat. Gibt es hier: http://www.celsiuspro.com/ Diesen Beitrag teilen Link zum Beitrag
Chemstudent Mai 15, 2010 Gibt es hier: http://www.celsiuspro.com/ Also Vanity: Trade das Wetter. Diesen Beitrag teilen Link zum Beitrag
crus Mai 15, 2010 Hi, danke für das herzliche Willkommen und für die erste Lehrstunde Der Kurs der ETFs resultiert vornehmlich selbstverständlich aus den gewichteten Kursen der Staatsanleihen. Würden also die Staatsanleihen im Kurs fallen, so fallen auch die ETFs selbst. Gut, hätte mir klar sein müssen. Edit: Verluste vermeiden kannst du mit Staatsanleihen nur, wenn du sie bis zur Fälligkeit hältst. Bei einem ETF kannst du das allerdings nie, da der immer Anleihen nachkauft und du beim Verkauf des ETFs somit immer irgendwelche Anleihen vor Fälligkeit verkaufst Diese Tatsache verwirrt mich ein bißchen, da ja die Rückgabe zum Nennwert maßgeblich für die Kursentwicklung (einer einzelnen Staatsanleihe) ist, ich als ETF-Investor darauf aber nicht zurückgreifen kann. D.h. die Rückgabe zum Nennwert fällt bei ETF's weg und ich gehe somit bei einer Investition in einen Renten-ETF ein zusätzliches Risiko gegenüber dem Direktkauf ein, da ich die zukünftige Kursentwicklung ja nicht vorhersagen kann. (Wenn angemommen Italien wie Griechenland zahlungsunfähig wird und in dem Renten-ETF italenische Staatsanleihen enthalten sind, dann sinkt wahrscheinlich der Kurs der italienische Staatsanleihe, Direktkäufer können in so einem Fall abwarten, nur als ETF-Besitzer kann man nur hoffen dass die Kurse irgendwann wieder steigen.) D.h. wiederum dass eine Direkt-Investition sicherer ist als ein Renten-ETF, richtig? Grüße crus Diesen Beitrag teilen Link zum Beitrag
vanity Mai 15, 2010 · bearbeitet Mai 16, 2010 von vanity Gibt es hier: http://www.celsiuspro.com/ Also Vanity: Trade das Wetter. Ich hatte nach deinem Post schon angefangen, darüber nachzudenken wie man das anstellt. Hätte mir aber eigentlich klar sein müssen, dass es sowas schon gibt und otto03 dazu das passende Instrument präsentiert. Das ist aber eher eine Versicherung, zudem funktioniert der Preisrechner (bei mir) nicht. So ist das eben bei diesem Zertifikatekram: Kaum zickt der Basiswert rum, gibt es technische Probleme beim pricing. Ein Future wäre mir lieber. Es hat aber noch ein bisschen Zeit, da das Wetter sich wohl gerade in Backwardation befindet - kein guter Einstiegszeitpunkt. Edit: Verluste vermeiden kannst du mit Staatsanleihen nur, wenn du sie bis zur Fälligkeit hältst. Bei einem ETF kannst du das allerdings nie, da der immer Anleihen nachkauft und du beim Verkauf des ETFs somit immer irgendwelche Anleihen vor Fälligkeit verkaufst .... D.h. wiederum dass eine Direkt-Investition sicherer ist als ein Renten-ETF, richtig? Die Frage lässt sich so pauschal nicht beantworten. Lassen wir zunächst das Ausfallrisiko (dein Hinweis auf GR oder IT) weg, denn das verkompliziert die Anlegenheit noch zusätzlich. Das Ausfallrisiko (des Basiswerts) betrifft natürlich einen ETH-Inhaber genauso wie den Besitzer einer Anleihe. Es bleibt das Zinsänderungsrisiko. Allgemein bekannt ist, dass steigende Zinsen bei Anleihen (und auch ETF darauf) zu Kursverlusten führen. Diese fallen um so heftiger aus, je stärker die Steigerung ist und je länger die Restlaufzeit der Anleihe (oder die abgebildete Laufzeit beim ETF) ist. Allerdings lässt sich dieser Effekt unter halbwegs realistischen Annahmen nicht ad infinitum fortführen, da ja die Kursverluste durch die immer höher werden Zinseinnahmen kompensiert werden. Die Frage ist, ob die Kompensation ausreichend ist. Das wiederum hängt, nebst den schon erwähnten Parametern Zinssteigerungsrate und Restlaufzeit, entscheidend von der vorgesehenen Haltedauer des Investments ab. Hier fangen oft die berühmten Obstsalat-Vergleiche an. Ich kann einen rollierenden ETF nicht über eine Zeitspanne mit einer Anleihe zu einem Zeitpunkt (nämlich dem der Endfälligkeit) vergleichen. Das ist unredlich. Also sollte ich beide Anlageformen auf einen gewünschten Endzeitpunkt der Investition hin betrachten (das Kunststück ist, diesen im Vorhinein zu kennen). Dort verhalten sie sich, abhängig von den Parametern, durchaus unterschiedlich, aber die Aussage, nur mit einem Direktinvest seien Verluste zu vermeiden, ist zu pauschal. Ich würde sie qualitativ dahingehend abwandeln: Bei einem ETF-Invest kann (bei einigermaßen realistischen Annahmen) ein Verlustsituation zum Ende einer vorgegebenen Haltedauer vermieden werden, wenn die abgebildete Restlaufzeit des ETF klein gegenüber der Haltedauer ist. Beispiel 1: Vergleich zwischen einem ETF mit 2-jährigen Papieren (rot) gegenüber einem ETF mit 4-jährigen Papieren (blau) bei einem Anstieg der Zinskurve - 1% auf 3% für 2-jährige innerhalb von 5 Jahren entlang der roten durchgezogenen Linie - 2% auf 4% für 4-jährige innerhalb von 5 Jahren entlang der blauen durchgezogenen Linie Die gestrichelten Linie (in der jeweiligen Farbe) zeigen die insgesamt erzielte Rendite zum entsprechenden Zeitpunkt auf der X-Achse Trotz des stark steigenden Zinsniveaus ist die erzielte Rendite in beiden Fällen nach spätestens 12 Monaten stets positiv. Im dargestellten Zeitfenster (von etwa 12 Jahren) wäre es auch bei jeder Haltedauer stets günstiger gewesen, die Variante mit den längerlaufenden Korb zu wählen, da dessen Zinsvorsprung (1 Prozentpunkt) ausreicht, den höheren Kursverlust bei Zinsanstieg zu kompensieren. Man sieht aber auch, dass z. B. ein Direktinvest in ein 4-jähriges Papier nach 4 Jahren noch besser gewesen wäre. Beispiel 2: Dieselben Zinskurven, aber - ETF mit 5-jährigen (rot) - ETF mit 10-jährigen (blau) Die die Hebelwirkung der längeren abgebildeten Laufzeiten in den ETF führen dazu, dass jetzt aufgrund des steigenden Zinsniveaus das ETF-Invest in beiden Fällen mit einer Zeitspanne negativer Rendite startet. Die dauert über 5 Jahre beim 5y-ETF und etwa 10 Jahre beim 10y-ETF. Aber auch die Beobachtung, dass bei entsprechend langer Haltezeit die Rendite irgendwann positiv wird, also nicht dauerhaft ein Verlust durch den ständigen Tausch in die längste dargestellte Laufzeit eintritt. Im Gegensatz zum Vergleich 2y/4y ist hier aber, trotz des immer höheren Zinsniveaus, die kürzere Variante der längeren im gesamten dargestellten 12-Jahresbereich überlegen. Auch hier wäre ein Direktinvest nach 5 Jahren bzw. 10 Jahren besser gewesen. Und damit nicht der Trugschluss aufkommt, ein Direktinvest sei immer besser als die durch die ETF abgebildete rollierende Anlagemethodik, hier noch das Beispiel 3: - ETF mit 5-jährigen (rot) - ETF mit 10-jährigen (blau) - aber zunächst in einem 5- bis 6-jährigen Zeitraum noch moderat sinkenden und erst dann steigenden Zinsen In einer solchen Situation ist die ETF auf längere Sicht einem Direktinvest überlegen und auch der Zinsvorsprung eines längerlaufenden Engagements führt zu dauerhaften Vorteil. Fazit: Wer die Entwicklung der Zinskurven in der Zukunft kennt, ist klar im Vorteil! Diesen Beitrag teilen Link zum Beitrag
crus Mai 16, 2010 Hi Vanity, danke für die verständliche Antwort. Ich hatte anfangs angenommen Anleihen seien am einfachsten zu verstehen... kurz nochmal in meinen Worten: Bei Zinsänderungen reagiert der Kurs einer Staatsanleihe um sich an den veränderten Zinssatz anzupassen, dies ist notwendig, da der Zins der Anleihe fix ist. Beispiel: Eine 5-jährige Staatsanleihe hat einen Zins von 5%. Im zweiten Jahr steigt der "Marktzins" auf 6%, demnach müsste der Kurs auf 96 fallen. (alle anderen Faktoren ausgeblendet) Kompliziert wird es für mich jetzt beim ETF. Ein ETF-Anbieter hält Anleihen nicht über die komplette Laufzeit und der IShares in meinem obigen Beispiel hat eine durchschnittliche Restlaufzeit von 4,1 Jahren. Allerdings lässt sich dieser Effekt unter halbwegs realistischen Annahmen nicht ad infinitum fortführen, da ja die Kursverluste durch die immer höher werden Zinseinnahmen kompensiert werden. Wie kommt ein ETF bei steigenden Zinsen zu höheren Zinseinnahmen? - durch Zukauf von kürzlich herausgegebenen Anleihen, das ist klar - nur bei den Anleihen, welche bereits gehalten werden, wird der steigende Zinssatz ja über den steigenden Kurs generiert, davon profitiert der ETF aber nun nicht bzw. würde die Anleihe bei einem Verkauf den Kursverlust realisieren müssen Ich habe mir die Jahresberichte etc. bei Ishares angeschaut, nur finde ich zum verwendeten Index nur: Der iShares . Government Bond 3-5 ist ein börsengehandelter Indexfonds (Exchange Traded Fund, ETF), der möglichst genau die Wertentwicklung vom Barclays Capital Euro Government Bond 5 Year Term Index abbildet. Der ETF investiert direkt in die im Index enthaltenen Wertpapiere. Der Index bietet Zugang zu in Euro denominierten Staatsanleihen mit Investment Grade, die von Mitgliedsstaaten der Europäischen Währungsunion (EMU) emittiert wurden und eine ursprüngliche Restlaufzeit von 4,5 bis 5,5 Jahre haben. Der Index enthält ausschließlich Rentenpapiere mit einer errechneten Gültigkeit von drei Jahren und einem mindestens ausstehenden Volumen von 2 Milliarden Euro. Wenn ich bei Google nach "Barclays Capital Euro Government Bond 5 Year Term Index" suche, finde ich nur Treffer die zu Ishares bzw. dem Ishares ETF führen. Im Halbjahresbericht wurden in etwa 15 Anleihen gekauft und 15 verkauft, geführt werden aktuell 15 verschiedene Anleihen, d.h. in 6 Monaten wurden "alle" Anleihen einmal ausgetauscht. Mir fehlt hier das Verständnis für die Bildung des Index. Mir ist zwar klar dass es sich um eine passive Anlage handelt, nur wenn das bedeutet das Anleihen verkauft werden um den Index möglichst nahe zu bleiben, obwohl (unnötige) Kursverluste realisiert werden, fehlt mir hier der Sinn eines ETF. Oder wird hier davon ausgegangen, dass über eine lange Laufzeit sich die Kursverluste und Kursgewinne ausgleichen? Wahrscheinlich verstehe ich wieder irgendwas falsch Grüße crus Diesen Beitrag teilen Link zum Beitrag
vanity Mai 16, 2010 · bearbeitet Mai 16, 2010 von vanity (die angekündigten Bildchen sind im vorhergehenden Beitrag jetzt ergänzt) kurz nochmal in meinen Worten: Bei Zinsänderungen reagiert der Kurs einer Staatsanleihe um sich an den veränderten Zinssatz anzupassen, dies ist notwendig, da der Zins der Anleihe fix ist. Beispiel: Eine 5-jährige Staatsanleihe hat einen Zins von 5%. Im zweiten Jahr steigt der "Marktzins" auf 6%, demnach müsste der Kurs auf 96 fallen. (alle anderen Faktoren ausgeblendet) Prinzip erkannt! Allerdings sinkt der Kurs nur auf etwa 96,5%, da sich die Restlaufzeit dann auch auf 4 Jahre verkürzt hat (genau genommen müssten dein 6% dann der Marktzins für 4-jährige sein) Ein ETF-Anbieter hält Anleihen nicht über die komplette Laufzeit und der IShares in meinem obigen Beispiel hat eine durchschnittliche Restlaufzeit von 4,1 Jahren. Wie kommt ein ETF bei steigenden Zinsen zu höheren Zinseinnahmen? - durch Zukauf von kürzlich herausgegebenen Anleihen, das ist klar - nur bei den Anleihen, welche bereits gehalten werden, wird der steigende Zinssatz ja über den steigenden fallenden Kurs generiert, davon profitiert der ETF aber nun nicht bzw. würde die Anleihe bei einem Verkauf den Kursverlust realisieren müssen So ist es ist. Das steigende Zinsniveau wirkt zunächst negativ (durch Kursverluste, die möglicherweise je nach Heftigkeit sogar die vereinnahmten (bisher niedrigen) Zinsen übersteigen können). Für die Zukunft werden allerdings höhere Zinseinnahmen generiert werden (im Übrigen nicht nur bei den eingewechselten Papieren, sondern auch denen im Bestand - denn deren Wert (die Bezugsbasis) ist mittlerweile ja gesunken). Das gestiegene Zinsniveau kommt also langfristrig zum Tragen. Du kannst es im Bild 2 erkennen, wo nach dem Durchhänger die punktierte Linie langsam wieder nach oben klettert. Mir fehlt hier das Verständnis für die Bildung des Index. Mir ist zwar klar dass es sich um eine passive Anlage handelt, nur wenn das bedeutet das Anleihen verkauft werden um den Index möglichst nahe zu bleiben, obwohl (unnötige) Kursverluste realisiert werden, fehlt mir hier der Sinn eines ETF. Oder wird hier davon ausgegangen, dass über eine lange Laufzeit sich die Kursverluste und Kursgewinne ausgleichen? Eigentlich ist gar kein Verständnis für die Bildung des Index nötig. Er ist halt so definiert, weil jemand das vernünftig fand. Die Antwort gibts du schon selbst. Es ist ein passives Instrument und dieses folgt auf Gedeih und Verderb seinem Regelwerk, ob das im Moment vernünftig erscheint oder auch nicht. Es ist das Los eines passiven Anlegers, solche scheinbar unvernünftigen Bewegungen nachvollziehen zu müssen, eben weil er nicht glaubt schlauer zu sein als der Markt. Von einem ETF auf den DAX erwartest du doch auch, dass er so genau wie möglich dem DAX folgt und nicht mal plötzlich short geht, weil alle wissen, dass der DAX fallen wird. Aber was wäre, wenn der DAX dann doch nicht fällt? Und was ist, wenn das Zinsnveau nun doch nicht steigt? Dann wäre das Geschnatter groß! Im Übrigen kann man, wenn man wider Erwarten doch schlauer als der Markt ist, natürlich auch mit indexfolgenden Renten-ETF aktiv agieren: Z. B. durch rechtzeitiges Umschichten von solchen mit langer Laufzeit in solche mit kurzer Laufzeit (und umgekehrt). Und dann ist es doch gut wissen, dass wenigstens der Index feste Regeln einhält. Diesen Beitrag teilen Link zum Beitrag
langzeitsparer Mai 16, 2010 Noch kurz ein paar Kommentare: - Der ETF kann Kursverluste machen (wenn die Zinsen steigen), allerdings werden diese umso unwahrscheinlicher, je länger man den ETF hält... - Alternativ kann man auch selbst die Strategie nachbauen und einzelne Anleihen kaufen und bis zur Endfälligkeit halten. Kostenlos ist der Kauf von Anleihen mit ~5 Jahren Restlaufzeit und der Verkauf bei der deutschen Finanzagentur. Diesen Beitrag teilen Link zum Beitrag
otto03 Mai 16, 2010 Noch kurz ein paar Kommentare: - Der ETF kann Kursverluste machen (wenn die Zinsen steigen), allerdings werden diese umso unwahrscheinlicher, je länger man den ETF hält... - Alternativ kann man auch selbst die Strategie nachbauen und einzelne Anleihen kaufen und bis zur Endfälligkeit halten. Kostenlos ist der Kauf von Anleihen mit ~5 Jahren Restlaufzeit und der Verkauf bei der deutschen Finanzagentur. Verkauf ist leider nicht kostenlos und teurer als bei günstigen Brokern Diesen Beitrag teilen Link zum Beitrag
langzeitsparer Mai 16, 2010 - Alternativ kann man auch selbst die Strategie nachbauen und einzelne Anleihen kaufen und bis zur Endfälligkeit halten. Kostenlos ist der Kauf von Anleihen mit ~5 Jahren Restlaufzeit und der Verkauf bei der deutschen Finanzagentur. Verkauf ist leider nicht kostenlos und teurer als bei günstigen Brokern Ok, danke. Dann hatte ich das falsch im Kopf. War das früher anders oder hatte ich da schon immer eine Falschinformation? Diesen Beitrag teilen Link zum Beitrag
vanity Mai 16, 2010 · bearbeitet Mai 16, 2010 von vanity Ok, danke. Dann hatte ich das falsch im Kopf. War das früher anders oder hatte ich da schon immer eine Falschinformation? Das war noch nie anders (nie = letzte 10 Jahre, länger zurück blicke ich nicht). Die Kosten betragen 0,4%. Alternativ, wenn es nicht die 5 Jahre sein müssen, geht Kauf/Verkauf kostenlos mit den BuSchas (6 oder 7 Jahre). Die weisen allerdings durch ihren Stufenzins eine ganz andere Charakteristik auf, zudem gibt es Beschränkungen (Mindesthaltedauer 1 Jahr, max. monatlicher Rückgabebetrag 5k). ...nur wenn das bedeutet das Anleihen verkauft werden um den Index möglichst nahe zu bleiben, obwohl (unnötige) Kursverluste realisiert werden, fehlt mir hier der Sinn eines ETF. Oder wird hier davon ausgegangen, dass über eine lange Laufzeit sich die Kursverluste und Kursgewinne ausgleichen? Und nochmal dazu: Es spielt keine Rolle, dass die Anleihen, die unten am Laufzeitband (oder aus anderen Gründen) aus dem Index herausfallen, verkauft werden. Der Verlust (oder Gewinn) ist bereits vorher (durch die Zinsänderung oder die Änderung der Risikoeinschätzung) eingetreten und sowohl im Index als auch im ETF abgebildet. Der Verkauf als solcher ist performanceneutral (angesehen von etwaigen Transaktionskosten, die ich gering einschätzen würde. Weiß jemand, wie replizierende ETF kaufen/verkaufen? OTC?). Ob die Kursgewinne/-verluste sich ausgleichen, ist dem Index egal - es ist nicht seine Aufgabe für den Ausgleich zu sorgen. Sie gleichen sich auch nicht aus, wenn Zinsniveau bei Einstieg in den ETF deutlich gegenüber dem Niveau bei Ausstieg aus dem ETF abweicht. Allerdings werden die Kursgewinne/-verluste im Laufe einer langen Betrachtungsperiode gering gegenüber dem Zinsgewinn. Diesen Beitrag teilen Link zum Beitrag
otto03 Mai 16, 2010 · bearbeitet Mai 16, 2010 von otto03 [ Und nochmal dazu: Es spielt keine Rolle, dass die Anleihen, die unten am Laufzeitband (oder aus anderen Gründen) aus dem Index herausfallen, verkauft werden. Der Verlust (oder Gewinn) ist bereits vorher (durch die Zinsänderung oder die Änderung der Risikoeinschätzung) eingetreten und sowohl im Index als auch im ETF abgebildet. Der Verkauf als solcher ist performanceneutral (angesehen von etwaigen Transaktionskosten, die ich gering einschätzen würde. Weiß jemand, wie replizierende ETF kaufen/verkaufen? OTC?). Kosten für Umschichtungen fallen erstaunlicherweise in der Regel nicht im ETF an, sondern beim Market Maker,designated Sponsor, wunderbares Geheimnis des Creation Prozesses. Der Market Maker muß die indexrelevanten Anleihen liefern um vom ETF Anbieter entsprechende ETF Anteile zu erhalten, die er er dann mit spread kaufen/verkaufen kann, mir ist noch nicht ganz klar wie sich der ETF Anbieter im redemption Prozess die Anleihen beschafft, die er zurückliefern muß, falls sich zwischenzeitlich die Indexzusammensetzung gegenüber dem Creation Prozess geändert hat oder ob der Sponsor permanente Änderungspflichten gegenüber dem ETF Anbieter für die von ihm gehaltenen ETF Anteile hat.. Vielleicht gibt es hier jemanden aus der Branche, der näheres weiß. Diesen Beitrag teilen Link zum Beitrag