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TerracottaPie

Portfolioumschlag bei Anleihen-ETFs

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TerracottaPie
· bearbeitet von TerracottaPie

Auf der Suche nach der TER irgendeines iShares-ETF habe ich gestern mal den Jahresbericht überflogen. Schön: iShares gibt neben der TER auch die PTR in Prozent an, also den Portfolioumschlag pro Jahr. Weniger schön: Als ich das gesehen habe, stockte mir bei einigen ETFs der Atem - vor allem bei Anleihen-ETFs (von denen ich den einen oder anderen besitze).

 

Hier mal ein paar Zahlen:

 

ISHARES € CORPORATE BOND : 193,68 %

ISHARES $ TREASURY BOND 1-3: 357,48 %

ISHARES DJ EURO stoxx SELECT DIVIDEND: 152,33 %

 

Die meisten Anleihen-ETFs liegen tatsächlich noch vor einem Strategie-ETF wie dem Select Dividend. Und mit ETFs auf marktbreite Aktien-Benchmark-Indizes muss man sie gar nicht erst vergleichen.

 

Vermutlich liegt der hohe Portfolioumschlag in den Laufzeitbegrenzungen der Indizes begründet. Aber ich hatte - möglicherweise naiv - nicht damit gerechnet, dass da so viele Transaktionen stattfinden. Gibt's eine Faustregel, wieviel Rendite das ungefähr kostet?

 

Der € Corporate Bond hat seinen Index im abgelaufenen Jahr um 0,6 % underperformt (TER: 0,2 %), der $ Treasury Bond (TER: 0,2 %) steht nur 0,21 % schlechter da. Lohnt es sich also überhaupt, sich darüber Gedanken zu machen?

 

Edit: Hab gerade noch ein paar andere angeschaut - bei Staatsanleihen-ETFs, die eine größere Laufzeiten-Spannweite abbilden, ist die PTR tatsächlich deutlich niedriger.

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Bärenbulle
· bearbeitet von Bärenbulle

Ist schon sehr interessant. Aber ist das nicht eigentlich auch egal? Rendite kostet es keine sofern keine Tracking-Error auftritt. Man kann doch Swapper kaufen, das sind die Tracking-Error eher klein oder gar positiv.

 

Deine Corporate-Bond-Beispiel ist natürlich die Härte. Aber eigentlich hat das Teil ja dann wirklich einen ungewöhnlich hohen Tracking-Error. Scheint mir aber eher eine Ausnahme zu sein. Von so grossen Trackingerrors habe ich (selbst bei Replikatoren) eigentlich noch nie gehört.

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Schinzilord

Ist schon sehr interessant. Aber ist das nicht eigentlich auch egal? Rendite kostet es keine sofern keine Tracking-Error auftritt. Man kann doch Swapper kaufen, das sind die Tracking-Error eher klein oder gar positiv.

 

Ich denke schon, dass es Rendite kostet. In der TER sind zwar die Transaktionskosten enthalten, nicht jedoch der Spread und der Marketimpact, wenn für ein paar Millionen Anleihen gekauft / veräußert werden.

Meines Erachtens sind dann genau die 0.4Prozentpunkte der Spread und Marketimpact, und nur ein sehr kleiner Teil eine unzureichende Zusammensetzung gegenüber der Benchmark.

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TerracottaPie

Ist schon sehr interessant. Aber ist das nicht eigentlich auch egal? Rendite kostet es keine sofern keine Tracking-Error auftritt. Man kann doch Swapper kaufen, das sind die Tracking-Error eher klein oder gar positiv.

 

Ich denke schon, dass es Rendite kostet. In der TER sind zwar die Transaktionskosten enthalten, nicht jedoch der Spread und der Marketimpact, wenn für ein paar Millionen Anleihen gekauft / veräußert werden.

Meines Erachtens sind dann genau die 0.4Prozentpunkte der Spread und Marketimpact, und nur ein sehr kleiner Teil eine unzureichende Zusammensetzung gegenüber der Benchmark.

 

Meines Wissens sind sämtliche mit den Transaktionen verbundene Kosten (also sowohl Börsengebühren als auch Spreads und Market-Impact-Kosten) nicht in der TER enthalten. Deshalb führt iShares die PTR auch als zusätzliche Kenngröße auf.

 

Was den Tracking Error angeht: Bei Transaktionen fallen ja defitiniv Kosten an, also sollten sie sich auch irgendwie auf die Rendite auswirken - und zwar negativ. Oder? Das Gegenbeispiel wäre zwar der US-Staatsanleihen-ETF, dessen Tracking Error offenbar genau der TER entspricht - aber vermutlich hätte das Ergebnis ohne Transaktionskosten noch besser ausgehen. Oder verstehe ich da was falsch?

 

Letzten Endes sind das halt auch nur zwei völlig willkürliche Beispiele, und ich weiß auch nicht, ob man die Auswirkungen irgendwie systematisch erfassen kann. Spreads und Market-Impact-Kosten z. B. dürften bei US-Staatsanleihen sehr gering sein - bei Corporate Bonds dagegen ein gutes Stück höher.

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Grumel

Ich rate mal ins blaue das die market impact und orderkosten bei Deutschen oder Französischen Staatsanleihen recht gering sind, würde aber fonds mit so hohem Umschlag trotzdem nicht anrühren.

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TerracottaPie

Ich hab noch einen: im Jahresbericht des Lyxor ETF EuroMTS global ist auf Seite 48 ebenfalls die PTR aufgeführt.

 

Und zwar: 1 303,82 %. Lese ich das richtig? Mehr als tausend Prozent? Der ETF ist übrigens swap-basiert. Ist es deshalb egal, wie viel da umgeschlagen wird?

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Ramstein

Ich vermute mal, dass die meisten Trades außerbörslich, also ohne Transaktionskosten, gemacht werden.

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Schinzilord

Wahrscheinlich tradet der 5y ETF bei zu geringer Restlaufzeit in den 3y ETF beim gleichen Anbieter. Also de facto ohne Spread und TA.

Das wäre natürlich auch eine Möglichkeit, auf Kosten von einem Gammelfonds einen anderen aktiven Fonds zu puschen. Einfach den Spread immer zu Gunsten des Topfonds wählen...

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supertobs

Bei einer durchschnittlichen Laufzeit von 8 Jahren und annähernd gleicher Verteilung müsste doch nur 1/16 jährlich neu gekauft werden?

 

Wie kommt das denn zustande? Sind das Verleihgeschäfte oder unterstützen die Fonds die Mutterbank bei entsprechenden Zocks?

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Torman

Bei einer durchschnittlichen Laufzeit von 8 Jahren und annähernd gleicher Verteilung müsste doch nur 1/16 jährlich neu gekauft werden?

 

Wie kommt das denn zustande? Sind das Verleihgeschäfte oder unterstützen die Fonds die Mutterbank bei entsprechenden Zocks?

 

Die Indizes werden regelmäßig angepasst. Dabei werden immer die neuesten, liquidesten Anleihen aufgenommen und die vor einem Jahr oder früher emittierten herausgeworfen.

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TerracottaPie

Die Indizes werden regelmäßig angepasst. Dabei werden immer die neuesten, liquidesten Anleihen aufgenommen und die vor einem Jahr oder früher emittierten herausgeworfen.

 

Heißt das, auch Anleihen, die ansonsten die Kriterien erfüllen würden, fliegen raus, wenn eine neuere, liquidere kommt? Weil die Zahl der Anleihen im Index beschränkt ist?

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vanity
· bearbeitet von vanity

Heißt das, auch Anleihen, die ansonsten die Kriterien erfüllen würden, fliegen raus, wenn eine neuere, liquidere kommt? Weil die Zahl der Anleihen im Index beschränkt ist?

 

In diesem Thread https://www.wertpapier-forum.de/topic/26836-etf-oder-fonds-eine-alternative/?do=findComment&comment=467946 wird die Indexzusammenstellung schon diskutiert. otto03 hat das Regelwerk für den eb.rexx verlinkt. In Kapitel 2.7 ist das Auswahlverfahren beschrieben (monatliche Anpassung). Wenn ich es richtig überflogen habe, ist innerhalb der in Frage kommenden Anleihen (die über Laufzeit und Spread bestimmt werden) Marktkapitalisierung das Hauptkriterium für die Aufnahme/Gewichtung im Index. Dazu gibt es Nebenbedingungen wie maximale Anzahl der enthaltenen Anleihen und maximales Gewicht einer einzelnen Anleihe.

 

Regelwerk eb.rexx: http://deutsche-boerse.com/dbag/dispatch/de/binary/gdb_content_pool/imported_files/public_files/10_downloads/50_informations_services/30_Indices_Index_Licensing/21_guidelines/30_bonds_indices/ebrexx_guide.pdf

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