aragon7 Dezember 26, 2016 @aragon7 Da sind wir ja offensichtlich bezüglich der EU und dem Euro einer Meinung. Hier im Forum wird das ja teilweise deutlich optimistischer eingeschätzt. Meine Meinung war übrigens schon 2001 so und hat sich (leider) nicht mehr geändert. Wie auch, wenn man sich das ganze Desaster anschaut ...(s. a. meine damalige Einstiegsfrage hier im Forum: "Immobiliendarlehen bei Währungsreform"). Deine Frage zu "eventuellen Verlusten bei Bankeinlagen im Falle einer Währungsumstellung" kann Dir natürlich kein Mensch vollumfänglich beantworten. Es sei denn, er hätte die ominöse Glaskugel ... Vielleicht zu Deiner Beruhigung oder als Denkanstoß: - Ich kenne einige gut situierte Menschen aus mediterranen Ländern, die in den letzten Jahren Gelder (Bankeinlagen) aus ihren Ländern abgezogen und nach Deutschland transferriert haben, ebenfalls als Bankeinlage. So schlecht muß man also Deutschland da nicht aufgestellt sehen. Zumindest innerhalb der EU für mich (noch) der Einäugige unter den Blinden. Nicht wenige spekulieren auch darauf, daß eine Umstellung in eine wie auch immer geartete deutsche Währung vorteilhaft wäre, da diese dann aufwerten würde. Geht mir viel zu weit, erwähne es aber mal. - Hohe Liquidität (auch in Form von Tages-/Festgeldern) halte ich übrigens auch. Das Argument "auf den allernötigsten Umfang begrenzen" teile ich so nicht. Wie es wirklich weiter geht, weiß doch kein Mensch. Also z. B.: Geld kann man drucken - Vertrauen aber nicht. Insofern könnte auch irgendwann das Vertrauen in unser buntes Zettelgeld schwinden. Dann wären die Eingriffsmöglichkeiten der EZB vielleicht noch geringer. Will sagen: Auch eine richtige Rezession/Deflation halte ich nicht für völlig ausgeschlossen. Dann kann es sehr vorteilhaft sein, reichlich liquide Mittel zu haben. - Ein probates Mittel war es immer auch einen gewissen Anteil der Liquidität in Fremdwährungen zu halten (das Maß muß natürlich jeder für sich bestimmen). Und Sicherheit hat wie immer ihren Preis (Wechselkursrisiken). - Übrigens: Ohne Zinsen gibt es ja auch keine Opportunitätskosten der Bargeldhaltung mehr. Warum also nicht (einen gewissen) Teil der Liquidität auch bar vorhalten. Klar, auch dies hat einen Preis (z. B. Schliessfach). - Liquide finde ich auch Gold (in vernünftiger Beimischung), da es jederzeit zu Geld gemacht werden kann (für mich ist Gold Geld und zwar das ultimative Geld; warum sonst halten es die Zentralbanken in diesen Volumina !?) Das ist aber eine sehr subjektive Sicht. Nichtsdestotrotz: Was spricht dagegen einen Teil der Liquidität in Gold zu halten ? Einen gewissen Schatzcharaker/Wertaufbewahrungsfunktion hat es auf jeden Fall. Auch dies hat natürlich seinen Preis (Spread An-und Verkauf, Kursschwankungen, Kosten für Aufbewahrung usw.). - Tangible Assets können ebenso Teil der Liquidität sein (in einem sehr überschaubaren Umfang natürlich). Mit Uhren beispielsweise habe ich über lange Zeiträume ganz solide Erfahrungen gemacht. Mit der richtigen Uhr (aber auch einem Diamanten) ist man weltweit - fast rund um die Uhr - sofort wieder flüssig. Preis hierfür: Eventuelle Abschläge (übrigens: keine meiner Uhren könnte ich heute gebraucht für den Preis kaufen, den ich einstmals neu bezahlt habe). To make a long story short: Auf eine gewisse Liquidität würde ich niemals verzichten wollen. Als Eingriffreserve aber auch strategisch (Stichwort: Deflation). Bankeinlagen in Deutschland sind (noch) relativ sicher - besonders im Vergleich zu anderen EU-Ländern. Es gibt daneben viele weitere Möglichkeiten Liquidität zu halten sowohl als Geldwert (Fremdwährungen) auf Konten aber auch in bar - daneben gibt es weitere Möglichkeiten (Gold, Tangible Assets usw.) die jedenfalls als eine Art Ersatz-Liquidität dienen können, obwohl die Gegenstände auch Sachwertcharakter haben. Aber sie sind längst nicht so immobil wie Immobilien ! Ausschließlich auf Bankeinlagen würde ich mich jedenfalls heute nicht mehr verlassen, wenn es darum geht "Liquidität" sicherzustellen. Dafür bin ich auch bereit, die üblichen Preise (s. o.) in Kauf zu nehmen. Vielleicht kann Dir der ein oder andere Vorschlag bei Deinem Problem "Spannungsfeld mittelfristige Finanzplanung und der heutigen Unsicherheit von Bankeinlagen" eine kleine Hilfe sein ... Mein Ansatz: Ich hoffe immer das Beste - bereite mich aber auch auf andere Szenarien vor. Zudem: Es wird für den aufmerksamen Beobachter wohl Anzeichen geben, daß eine Assetklasse (Euro als Bankeinlage) u. U. gefährdet sein könnte. Auch wenn Regierungen hierfür gerne das Wochenende bevorzugen ... Deine Formulierung "Assetklasse Cash" verwende ich für Bankenlagen nicht, weil juristisch gesehen Bargeld und Bankeinlagen zwei völlig verschiedene Dinge sind. Danke für deine ausführlichen Darlegungen ...... letztendlich kann man die Frage nicht endgültig beantworten womit es auch keine Auflösung der Problematik gibt. Ein guter Ansatz scheint mir zu sein, sich über die relative Sicherheit des Standorts Deutschland im Klaren zu sein, verbunden mit der Hoffnung, dies möge so bleiben. Zudem profitieren wir im Falle eines Falles sicherlich von Vorschusslorbeeren, die der Markt einer deutschen Euro-Folgewährung auf Grund jahrezehntelanger Erfahrung mit der DMark geben würde. Zudem wird es sich keine Regierung leisten können, die Masse der Anleger bzw. Sparer (und das ist der Großteil der Deutschen) so radikal zu rasieren, dass es existienziell weh tut. Somit mag ein kleiner Trost darin liegen, sich im Vorfeld bereits mit einem Teilverlust abzufinden und sich halt zu überlegen, wieviel man da schlimmstenfalls verkraften kann. Diesen Beitrag teilen Link zum Beitrag
tom1956 Dezember 26, 2016 · bearbeitet Dezember 26, 2016 von tom1956 @aragon7 Kein Problem. Habe ich gerne gemacht. Über die Jahrzehnte sammelt sich halt ein bißchen Know-How und Erfahrung an. Exakt von Dir formuliert: Frage nicht beantwortbar und damit auch Auflösung der Problematik unmöglich. Sprich: Das Spannungsfeld bleibt bestehen. Man kann sich aber gut fragen: Wenn ich schon Bankeinlagen halten muß (und das sollte man definitv), wo wären die dann innerhalb der EU sicherer als in Deutschland !? Das sollte zumindest etwas zur Beruhigung beitragen. Außerdem: Es gibt ja einige aufgezeigte Alternativen, die - wie immer - halt auch ihren Preis haben. Habe mal irgendwo in einem Interview gehört (Marc Faber ?): Sinngemäß ... "Es ist keine Frage mehr, ob es knallt, sondern nur noch wann es kracht. Wie es dann abläuft, weiß kein Mensch. Eines wird aber wie immer sein: Die allermeisten Menschen werden sehr viel oder Alles verlieren. Wer es z. B. schafft "nur" die Hälfte zu verlieren, könnte danach zu den Gewinnern zählen". Vielleicht nicht die schlechteste Herangehensweise. Und dabei hoffen, das (vielleicht) doch noch Alles gut wird ... Diesen Beitrag teilen Link zum Beitrag
aragon7 Dezember 26, 2016 Dann sehen wir uns das Ganze weiter an und bleiben dabei sehr sehr aufmerksam ....... Diesen Beitrag teilen Link zum Beitrag
Marcise Dezember 28, 2016 Anbei die Performancedaten des Passivdepots... 2014: 8,44% 2015: 1,82% 2016: 8,91% Diesen Beitrag teilen Link zum Beitrag
Marcise Dezember 29, 2016 Nach einer aktuellen Recherche über die Anlagemöglichkeiten bei der FFB im Bereich ETF nehme ich ein paar Tauschgeschäfte vor. Es gibt mittlerweile neue Möglichkeiten, insb. mit iShares, die ich interessant finde: Folgendes überlege ich aktuell: ComStage ETF iBOXX EUR Sov. Germany Cap 5-10 TR UCITS ETF I austauschen gegen iShares eb.rexx ® Government Germany 5.5-10.5 (DE) Grund: Zu geringes Fondsvolumen und bessere Anbieterdiversifikation ComStage ETF iBOXX EUR Liquid Sover. Div. 5-7 TR UCITS ETF I austauschen gegen iShares Euro Government Bond Capped 1.5-10.5yr UCITS ETF DE Grund: Zu geringes Fondsvolumen und bessere Anbieterdiversifikation ComStage ETF MSCI USA Small Cap TRN UCITS ETF I austauschen gegen iShares S&P SmallCap 600 UCITS ETF Grund: Anbieterdiversifikation Fällt raus aufgrund steuerlicher Aspekte. ComStage ETF MSCI Europe TRN UCITS ETF I austauschen gegen iShares STOXX Europe 600 (DE) Grund: Anbieterdiversifikation ComStage MSCI Europe Small Cap TRN UCITS ETF I austauschen gegen LYXOR UCITS ETF MSCI EMU SMALL CAP Grund: Anbieterdiversifikation und ich mag durchaus ein wenig mehr € AMUNDI IDX SOL. - AMUNDI MSCI PACIFIC EX JAPAN - AE (D) austauschen gegen ComStage MSCI Pacific TRN UCITS ETF I Grund: Der Amundi hat Japan nicht mit im Index. --> ist umgesetzt LYXOR ETF MSCI EMERGING MARKETS austauschen gegen db x-trackers MSCI Emerging Markets Index UCITS ETF 1C Grund: Der Lyxor EM ist seit 2014 wieder steuerschädlich. Der DBX ist es bisher nicht. Ich prüfe (und berechne kfm.) diese Themen jetzt noch mal genau und werde einige oder alle umsetzen. Wenn alles umgesetzt wird, dann habe ich folgende Anbieter im Depot: Diesen Beitrag teilen Link zum Beitrag