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Sapine

Altersvorsorge, Rente (Nachrichten, Analysen und Kommentare)

Empfohlene Beiträge

stagflation
· bearbeitet von stagflation

@enma: welchen Wert man nehmen sollte, hängt stark von der Fragestellung ab. Die Zahlen vom statistischen Bundesamt sind (hochgerechnete) Durchschnittswerte der gesamten Bevölkerung. Oft muss man Korrekturen anbringen.

 

Wenn man Akademiker ist, nicht raucht und gesund ist, ist die persönliche Lebenserwartung ein paar Jahre länger als die durchschnittliche Lebenserwartung. Wenn man trinkt, raucht, stark übergewichtig ist und schon mehrere chronische Krankheiten hat, ist sie entsprechend kürzer. 

 

Für Versicherungen gilt: Zwangsversicherungen können mit den Durchschnittswerten rechnen (plus einem Sicherheitszuschlag). Freiwillige Versicherungen müssen ein paar Jahre extra einplanen (weil man damit rechnen muss, dass sich im Versichertenkollektiv eher Langlebige befinden werden). Bisex-Tarife können für Männer mit den Zahlen für Männer rechnen, Unisex-Tarife sollten auch für Männer mit den Frauen-Werten rechnen.

 

Wenn man ein Entnahme-Depot plant, das das ganze rechtliche Leben funktionieren soll, sollte man nicht mit der Durchschnitts- oder Median-Lebensdauern rechnen, sondern mit dem 90% oder 95% Dezil. Für Männer wäre das ein Alter von 98 Jahren. Bei Frauen kommt man auf über 100 Jahre.

 

Usw.

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chirlu
· bearbeitet von chirlu
vor 40 Minuten von enma:

Wobei ich bei deinem Beispiel ein 50%-Plateau zwischen 60 und 70 sehen würde, also kein direkter Widerspruch.

 

Gut, dann nehmen wir an, dass jeweils ein Drittel mit 60, mit 70 und mit 110 stirbt. Lebenserwartung bei Geburt ist dann 80.

 

vor 1 Stunde von stagflation:
vor 2 Stunden von *Teufel*:

Also da man inzwischen 50,5k je Jahr für einen Rentenpunkt verdienen muss....

Ja, das ist sehr viel Geld, zumindest nach meinem Preisgefühl.

 

Gut dann, dass es auch gar nicht so viel sein wird, denn der endgültige Wert für das Durchschnittsentgelt wird ein Stück niedriger liegen. Den genauen Wert erfahren wir in anderthalb Jahren. Ich hatte das neulich schon einmal erläutert:

Am 7.3.2025 um 09:59 von chirlu:

Nein, sondern sie haben – wie es gesetzlich vorgegeben ist – das vorläufige Durchschnittsentgelt für 2024 ausgerechnet, indem sie die Lohnsteigerung von 2021 auf 2022 doppelt auf das Durchschnittsentgelt für 2022 aufgeschlagen haben, und das vorläufige Durchschnittsentgelt für 2025, indem sie die Lohnsteigerung von 2022 auf 2023 (die sehr hoch war, Inflationsausgleich) doppelt auf das Durchschnittsentgelt für 2023 aufgeschlagen haben.

 

Im Herbst 2025 werden sie das endgültige Durchschnittsentgelt für 2024 errechnen, und – große Überraschung! – es wird ein Stück höher ausfallen als das vorläufige. Das lag nämlich letztlich nur 1,4% höher als das endgültige Durchschnittsentgelt für 2023, was offenkundig unrealistisch ist. Und im Herbst 2026 werden sie das endgültige Durchschnittsentgelt für 2025 errechnen, das dann sehr viel niedriger als das vorläufige sein wird. Denn – anders als es der, wie gesagt: gesetzlich so vorgegebenen, Hochrechnung entsprach – die Löhne werden 2024 und 2025 nicht jeweils um mehr als 6% gestiegen sein.

Ich würde für 2024 mit einem Durchschnittsentgelt von 47000 Euro rechnen und für 2025 mit vielleicht 48500 Euro oder 49000 Euro.

 

vor 1 Stunde von stagflation:

Seit 2002 sind Durchschnittstentgelt und Beitragsbemessungsgrenze (und damit die Kosten für einen Rentenpunkt) gleich schnell gestiegen.

 

Das ist kein Zufall, sondern gesetzliche Regelung. Beide Werte folgen der genau gleichen Lohnentwicklung; allerdings zu etwas unterschiedlichen Stichtagen, so dass sie kurzfristig auseinanderlaufen können.

 

vor 1 Stunde von stagflation:

Was ich noch nicht verstehe: darf man annehmen, dass die Gehälter in den mittleren und unteren Lohn- und Gehaltsklassen so stark gestiegen sind, wie das Durchschnittsentgelt? Oder steigt das Durchschnittsentgelt schneller?

 

Ich würde annehmen, dass der untere Bereich eher stärker gestiegen ist als das Durchschnittsentgelt, und zwar durch den Mindestlohn. Der hat sich von 2015 bis 2025 um etwas mehr als 50% erhöht, das Durchschnittsentgelt nur um weniger als 40%. Das wird sich noch verstärken, falls die SPD ihr Wahlversprechen von 14 Euro oder 15 Euro Mindestlohn durchbringen sollte.

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stagflation
· bearbeitet von stagflation
vor 28 Minuten von chirlu:

Ich würde annehmen, dass der untere Bereich eher stärker gestiegen ist als das Durchschnittsentgelt, und zwar durch den Mindestlohn.

Gut, dann gäbe es kaum einen Grund zur Klage.

 

Ich habe noch etwas angeschaut: die Belastung durch Steuern und Sozialversicherungsbeiträge (Quelle):

Jahr    Brutto     Netto     Abzüge Steuern und 
                             Sozialversicherungen
-----+----------+----------+----------------------
1995   23.984 €   15.966 €          33,4%
2002   26.095 €   17.717 €          32,1%
2010   28.835 €   19.659 €          31,8%
2023   42.450 €   29.096 €          31,5%

Auch die Abzüge für Steuern und Sozialversicherungsbeiträge haben sich nicht stark geändert. Sie sind vielleicht sogar ein bisschen gesunken.

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satgar
· bearbeitet von satgar
vor 5 Stunden von stagflation:

Gut, dann gäbe es kaum einen Grund zur Klage

Ich glaube schon. Da die Anpassung der Löhne hier nur die gesetzlichen Mindestlohn-Empfänger betrifft. Für die freut es mich, dass sie in der vergangenen Jahren am untersten Ende mehr verdient haben, oder auch bald verdienen werden können (15€ geplant). Aber viele darüber , nicht tarifvertraglich gebunden, haben natürlich nichts davon. Derjenige, der schon jetzt 15,50€ oder 16€ verdient (siehe letzte Stern-TV Folge mit einem Bäckermeister und seinem Betrieb). Nicht nur, das der völlig ungelernte an den 15,50€ Jobber jetzt stark heran rückt, der 15,50€ Jobber kriegt da durch nicht mehr Geld. Er muss, wie immer ohne Tarifbindung, selbst dafür sorgen, dass sein Lohn nun „gerecht“ steigt. Und das kriegen viele in diesem doch niedrigen Lohnbereich nur schlecht hin. Das durchschnittsentgelt mag durch die Mindestlöhner am untersten Ende gut beeinflusst worden sein, aber alle darüber bis zum Durchschnitt, gucken da in die Röhre. 
 

P.s. Zu deinem Hinweis mit den Folgen durch Erbschaftssteuer hatte ich auf die Art Argument auf schwachzocker schon reagiert. Ab #1380 von ihm.

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Ramstein
vor 6 Stunden von stagflation:

Gut, dann gäbe es kaum einen Grund zur Klage.

 

Ich habe noch etwas angeschaut: die Belastung durch Steuern und Sozialversicherungsbeiträge (Quelle):


Jahr    Brutto     Netto     Abzüge Steuern und 
                             Sozialversicherungen
-----+----------+----------+----------------------
1995   23.984 €   15.966 €          33,4%
2002   26.095 €   17.717 €          32,1%
2010   28.835 €   19.659 €          31,8%
2023   42.450 €   29.096 €          31,5%

Auch die Abzüge für Steuern und Sozialversicherungsbeiträge haben sich nicht stark geändert. Sie sind vielleicht sogar ein bisschen gesunken.

 

An der Quelle gibt es auch folgende Erläuterungen:

 

Zitat

Zu berücksichtigen ist, dass es sich hier um hochaggregierte Durchschnittswerte handelt. Einbezogen werden sowohl die beitragsfreien Minijobs als auch Beschäftigungsverhältnisse mit einem Einkommen oberhalb der Beitragsbemessungsgrenzen, bei denen also die durchschnittliche Beitragsbelastung unterhalb der Beitragssätze zur Sozialversicherung liegt (vgl. Abbildung II.42). Erfasst werden außerdem die beitragsfreien Beamtengehälter.

 

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slowandsteady
vor 7 Stunden von Ramstein:
vor 9 Stunden von *Teufel*:

Sprich ist es mir möglich reduziere ich Stunden. 

80% Stelle wäre ein Traum. 

Generation Weichei.

Wieso? Teufels Ansatz ist meiner Meinung nach individuell vollkommen rational wenn der Staat schon aufs Durchschnittseinkommen von 50k schon fast den Spitzensteuersatz von 42% verlangt und gleichzeitig "leistungsloses" Einkommen (=reich erben) verschont bzw. weniger besteuert (zB Kapitalerträge nur mit 25%, weniger als mein persönlicher Steuersatz).

Aufgrund der hohen Abgaben lohnt es sich schon lange auch als Gutverdiener nicht mehr, irgendwen im Alltag zu bezahlen anstatt die Leistung selbst zu erbringen (zB Handwerker, Putzfrau, Kita, Gartenpflege, Autoreperatur, Baecker, Friseur, Restaurant...). Stattdessen ist es finanziell besser, weniger zu arbeiten und möglichst alle Arbeiten selbst durchzuführen anstatt von seinem Netto pro Stunde zB ein Handwerkerbrutto von 60/h zu bezahlen. Um 60 pro Stunde netto zu verdienen, damit ich jemand für 60€/h bezahlen kann, müsste man bei 4.5 Wochen a 40h ein Netto von >10k im Monat haben, das verdient auch der typische WPFler nicht.

 

Und genau deswegen beneide ich die zukünftigen Rentner auch nicht. Als 35 jähriger kann man noch alles selbst machen und damit viel Geld sparen. Wer aber durchs Alter oder Krankheit unselbstständig wird, der wird richtig heftig zahlen müssen und hat einen erheblichen finanziellen Nachteil gegenüber den "jungen" und fitten Leuten. Meine Prognose ist, dass das immer schlimmer wird, je höher wir die Abgabenschraube drehen.

Bin gespannt, wann eine extra Steuer für Teilzeitbeschäftigte eingeführt wird, damit die "faule Jugend" endlich mehr arbeitet :narr:

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satgar
· bearbeitet von satgar
vor 23 Minuten von slowandsteady:

zB Kapitalerträge nur mit 25%, weniger als mein persönlicher Steuersatz).

Da werden dir und mir jetzt aber wieder Leute sagen: "jaaa, du hast ja die Steuern auf Unternehmensebene vergessen. Durch diese vorher stattgefundene Besteuerung auf Unternehmensebene (z.B. bei BMW) ist ja eine zusätzliche Gewerbe- und/oder Körperschaftssteuer angefallen" Damit, und mit den 25% Kapitalertragsteuer, sei man auch bei gut 48-50% Steuersatz angelangt. 

 

Das ist rein aus steuertheoretischer Logik auch sogar richtig. Das gilt aber nur in dieser Einfachheit von Konstrukt, und eben auch nur in der Gesamtschau. Das Steuersubjekt "Susanne Klatten" zahlt auf ihre privaten Kapitaleinkünfte, aus denen Sie Ihren Lebensunterhalt bestreitet oder bestreiten kann, trotzdem nur 25%.

 

Aber wenn überhaupt. Denn sie wird über Konstruktionen wie Vermögensholding, Stiftung oder was auch immer es möglich gemacht haben, dass da noch weniger Steuer bei raus kommt. Da gibt es ja genug Gestaltungsmöglichkeiten, die schon Millionäre kennen und anwenden. Da wird ein Milliardär mit all seinen Beratern, sicherlich nicht die normale BMW Gewinnsteuer zzgl. Kapitalertragsteuer gegen sich gelten lassen und Wege finden/nutzen, um das zu mindern.

 

 

Was ich übrigens nie verstanden habe, vielleicht kann @chirlu da ja mal aufschlauen: In vielen Interviews hob Christian Lindner immer hervor, dass man aufpassen müsse, auf welches Niveau man den Spitzen Einkommenssteuersatz treibe. Immerhin gelte dieser für viele Handwerksbetriebe und Mittelständler als Besteuerungsgrundlage für das Unternehmen. Warum ist das so? Oder genauer: warum hat man das so gemacht?

 

Man beraubt sich doch der Möglichkeit, private Subjekte so zu besteuern, wie man es als Staat will, unabhängig davon, dass Unternehmen dadurch betroffen sein sollen. Wieso hat man sowas eingeführt, das für ein Unternehmen, und sei es nur den kleinen Handwerksbetrieb mit 5 Mitarbeitern, die Einkommensteuer = Unternehmensteuer ist? Versteh ich nicht, und hätte ich so nicht geplant. Entweder will ich Privatmenschen besteuern, dann besteuere ich die mit Steuer A. Oder ich will Firmen besteuern, dann besteuere ich die mit Steuer B. Aber diese Vermischung, ist mir irgendwie suspekt und find ich kontraproduktiv. Will ich also einen Bundesliga Fußballer so angemessen besteuern, wie ich das für richtig halte, muss ich immer auch aufpassen, den Handwerksmeister Betrieb Müller und Söhne nicht zu stark mitzubelasten.

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Puppi
· bearbeitet von Puppi
vor 25 Minuten von satgar:

Das ist rein aus steuertheoretischer Logik auch sogar richtig. Das gilt aber nur in dieser Einfachheit von Konstrukt, und eben auch nur in der Gesamtschau. Das Steuersubjekt "Susanne Klatten" zahlt auf ihre privaten Kapitaleinkünfte, aus denen Sie Ihren Lebensunterhalt bestreitet oder bestreiten kann, trotzdem nur 25%.

Das Thema wurde im Forum regelmäßig diskutiert.

Man kann da je nach Sichtweise Argumente für beide Seiten hinwerfen.

Die eine hast du schon genannt (2fache-Besteuerung etc).

Die andere ist, dass die 25% auch für Zinsanlagen gelten (z.B. einfaches Festgeld...da ist dann nix mit vorheriger Besteuerung auf Unternehmensebene...wwnn Frau Klatten ihre Milliarden also in Anleihefonds hätte, würde sie ebenso von den nur 25% profitieren). Außerdem wurde teils argumentiert, dass die Steuer auf verschiedenen Ebenen erfolgt und zwar z.B. zuerst auf Unternehmensebene und dann aber beim Anleger. Es trifft also sozusagen nicht 2x hintereinander immer automatisch die gleichen "Objekte".

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satgar
· bearbeitet von satgar
vor 18 Minuten von Puppi:

Das Thema wurde im Forum regelmäßig diskutiert.

Man kann da je nach Sichtweise Argumente für beide Seiten hinwerfen.

Die eine hast du schon genannt (2fache-Besteuerung etc).

Die andere ist, dass die 25% auch für Zinsanlagen gelten (z.B. einfaches Festgeld...da ist dann nix mit vorheriger Besteuerung auf Unternehmensebene). Außerdem wurde teils argumentiert, dass die Steuer auf verschiedenen Ebenen erfolgt und zwar z.B. zuerst auf Unternehmensebene und dann aber beim Anleger. Es trifft also sozusagen nicht 2x hintereinander immer automatisch die gleichen "armen Schweine".

Ja, absolut. Es gibt für beides durchweg valide Argumente. Bestreite ich nicht.

 

Wenn ich mir allerdings die Vermögensdrift der letzten Jahrzehnte anschaue, muss das ja irgendwo herkommen. Es muss ein systemisches Problem geben, warum die Situation so ist, wie sie ist. Für mich scheint "Steuer" (die ja etwas steuern soll), da schon dran teilzuhaben.


Wenn es zumindest nach Einkommen ginge, wo diese Schere als oftmals nicht so stark ausgeprägt beschrieben wird, wie beim Vermögen....sieht man auch dort eben interessante Punkte:

 

Die Leute oben haben einen gewissen "auffälligen" Abstand zur Gruppe, und die ganz unten auch. Ich hab leider nichts neueres gefunden. Durch die Anpassung vom Mindestlohn sollte evtl. das 1 Dezil weiter nach oben gerutscht sein. Mit einem Midestlohn von 15 EUR vielleicht sogar ins Mittelfeld der Dezile rücken. Aber ganz oben wird es sich wahrscheinlich auch weiter von der Gruppe entfernt haben.

WB08-2025_Einkommensverteilung-Infografik-2_highres.jpg

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slowandsteady
vor 19 Minuten von satgar:

Durch die Anpassung vom Mindestlohn sollte evtl. das 1 Dezil weiter nach oben gerutscht sein. Mit einem Midestlohn von 15 EUR vielleicht sogar ins Mittelfeld der Dezile rücken

Das unterste Dezil ist arbeitslos, chronisch krank u.s.w... Die profitieren genau gar nicht von einer Mindestlohnerhöhung sondern von einer Erhöhung des Bürgergeldes. Eine Mindestlohnerhöhung ist sogar schlecht für diese Gruppe, weil dann alles teurer wird.

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satgar
· bearbeitet von satgar
vor 9 Minuten von slowandsteady:

Das unterste Dezil ist arbeitslos, chronisch krank u.s.w... Die profitieren genau gar nicht von einer Mindestlohnerhöhung sondern von einer Erhöhung des Bürgergeldes. Eine Mindestlohnerhöhung ist sogar schlecht für diese Gruppe, weil dann alles teurer wird.

Wer in welches Dezil reinfällt, hab ich mir nicht angesehen. Aber wenns halt die Bürgergeld-Empfänger, Grundsicherungsempfänger (auch im Alter), Erwerbsminderungsrentner...etc. sind, seh ich da (bzw. dort) trotzdem ein Problem. Die hohe Inflation der Jahre 2023 und 2024 wird da auch für diese Gruppen nicht hilfreich gewesen sein.

 

Übrigens: manche von denen machen dann doch vielleicht mal nen Minijob und profitieren dadurch dann schon vom Mindestlohn und der dortigen Mit-Anhebung des mtl. steuer- und sozialabgabenfreien Lohns (derzeit 538 EUR mtl). Mit 15 EUR Mindestlohn würde das auf ca. 629 EUR möglichen Monatsverdienst steigen.

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dev
vor 58 Minuten von satgar:

Was ich übrigens nie verstanden habe, vielleicht kann @chirlu da ja mal aufschlauen: In vielen Interviews hob Christian Lindner immer hervor, dass man aufpassen müsse, auf welches Niveau man den Spitzen Einkommenssteuersatz treibe. Immerhin gelte dieser für viele Handwerksbetriebe und Mittelständler als Besteuerungsgrundlage für das Unternehmen. Warum ist das so? Oder genauer: warum hat man das so gemacht?

Bei einem Einzelunternehmer ( keine Kapitalgesellschaft ) ist der Unternehmensgewinn mit dem persönlichen Einkommenssteuersatz zu versteuern ( Gewerbesteuer wird angerechnet, aber je Hebesatz kann diese geringer sein ).

 

Bei einer Kapitalgesellschaft ist das Geschäftsführergehalt eine Ausgabe und wird seitens des GF versteuert.

Der Gesellschaftsgewinn ( nach Geschäftsführergehalt + Tantiemen ) wird per Gewerbe- und Körperschaftsteuer belastet.

 

Was dann übrig bleibt, kann das Unternehmen an seine Anteilseigner ausschütten, welche dann noch durch die Kapitalertragssteuer belastet werden.

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satgar
vor 7 Minuten von dev:

Bei einem Einzelunternehmer ( keine Kapitalgesellschaft ) ist der Unternehmensgewinn mit dem persönlichen Einkommenssteuersatz zu versteuern ( Gewerbesteuer wird angerechnet, aber je Hebesatz kann diese geringer sein ).

 

Bei einer Kapitalgesellschaft ist das Geschäftsführergehalt eine Ausgabe und wird seitens des GF versteuert.

Der Gesellschaftsgewinn ( nach Geschäftsführergehalt + Tantiemen ) wird per Gewerbe- und Körperschaftsteuer belastet.

 

Was dann übrig bleibt, kann das Unternehmen an seine Anteilseigner ausschütten, welche dann noch durch die Kapitalertragssteuer belastet werden.

Ja, die Systematik ist mir geläufig. Aber warum ist das so bzw. hat man das so gemacht.

 

Warum gibt es die Form der Personengesellschaft in der Form überhaupt, so dass ich zwischen Fußballer und Handwerksmeister steuertechnisch nicht unterscheiden kann?

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dev
vor 54 Minuten von satgar:

Wenn es zumindest nach Einkommen ginge, wo diese Schere als oftmals nicht so stark ausgeprägt beschrieben wird, wie beim Vermögen....sieht man auch dort eben interessante Punkte:

 

Die Leute oben haben einen gewissen "auffälligen" Abstand zur Gruppe, und die ganz unten auch. Ich hab leider nichts neueres gefunden. Durch die Anpassung vom Mindestlohn sollte evtl. das 1 Dezil weiter nach oben gerutscht sein. Mit einem Midestlohn von 15 EUR vielleicht sogar ins Mittelfeld der Dezile rücken. Aber ganz oben wird es sich wahrscheinlich auch weiter von der Gruppe entfernt haben.

Eventuell sollte man sich das steigende Vermögen in Prozent ansehen, denn wenn der "Reiche" 5% p.a. erzielt und der "Arme" 7% p.a.

Der "Reiche" ist in EUR nur stärker reicher geworden, weil sein investiertes Kapital größer.

 

Deswegen finde ich diese Neiddebatte per Schere falsch, die "Armen" müßten mehr investieren können, dann haben sie auch mehr Vermögen, welches wachsen kann.

 

Aber der Aufschrei ist immer sehr groß:

- wenn der Mindestlohn angehoben wird

- die Erbsteuer angehoben werden soll

usw.

 

Bei der Umsatzsteuer gibt es wenig Proteste, obwohl diese vor allem eine Armensteuer ist, denn sie haben keine Sparrate und zahlen auf alles Umsatzsteuer.

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satgar
· bearbeitet von satgar
vor 2 Minuten von dev:

Eventuell sollte man sich das steigende Vermögen in Prozent ansehen, denn wenn der "Reiche" 5% p.a. erzielt und der "Arme" 7% p.a.

Der "Reiche" ist in EUR nur stärker reicher geworden, weil sein investiertes Kapital größer.

 

Deswegen finde ich diese Neiddebatte per Schere falsch, die "Armen" müßten mehr investieren können, dann haben sie auch mehr Vermögen, welches wachsen kann.

 

Aber der Aufschrei ist immer sehr groß:

- wenn der Mindestlohn angehoben wird

- die Erbsteuer angehoben werden soll

usw.

 

Bei der Umsatzsteuer gibt es wenig Proteste, obwohl diese vor allem eine Armensteuer ist, denn sie haben keine Sparrate und zahlen auf alles Umsatzsteuer.

Stimm ich dir bei allem zu. Grundnahrungsmittel, oder auch sowas wie Windeln, sollten gar keine Ust. haben. In einem großen Bereich der Dezile wird hauptsächlich konsumiert, weil es gar nicht anders geht. Für Energie in der Wohnung, für den Sprit des Autos, den ÖPNV, die Lebensmittel und vieles mehr. 

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dev
· bearbeitet von dev
vor 10 Minuten von satgar:

Warum gibt es die Form der Personengesellschaft in der Form überhaupt, so dass ich zwischen Fußballer und Handwerksmeister steuertechnisch nicht unterscheiden kann?

Oft startet man mit einer Einzelunternehmung, schon allein weil die Buchführung einfacher ist und man diese selbst machen kann.

 

P.S. Bei einer Einzelunternehmung kennt das Einkommen nur ein kleiner Kreis, Finanzamt & Steuerberater.

Hingegen ist bei einer Kapitalgesellschaft ist die Bilanz usw. veröffentlicht.

 

Wir leben nun mal in einer Neidgesellschaft. ;-)

 

P.S. ( 10:07 )

Des weiteren kann einem die Kapitalgesellschaft zu 100% gehören, unterliegt aber Regeln und somit ist das Kapital in dieser nicht einfach zu entnehmen.

Bei einer Einzelunternehmung ist es ohne Probleme möglich.

 

vor 7 Minuten von satgar:

Stimm ich dir bei allem zu. Grundnahrungsmittel, oder auch sowas wie Windeln, sollten gar keine Ust. haben.

Windeln schon, die sind eine Umweltsünde, aber praktisch - weis ich auch.

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satgar
· bearbeitet von satgar
vor 9 Minuten von dev:

Windeln schon, die sind eine Umweltsünde, aber praktisch - weis ich auch.

Ja, versteh ich. Aber sie werden nun mal gerne benutzt^^

 

Was man alleine für so kleine Kinder ausgibt, ist schon der Wahnsinn. Da könnte man doch mehr machen. Kinderkleidung bis Größe 164 (ich sag irgendwas jetzt) auch mit geringeren Steuern versehen, oder oder oder. Konsum ist halt für viele das Problem schlechthin, im täglichen Leben beim täglichen Bedarf. Da tut es richtig weh, wenn es von 16% auf 19% geht oder vielleicht sogar noch mehr wie im Ausland. Die Ust finde ich da vergleichsweise sozial ungerecht.

 

Man darf es aber natürlich auch nicht wieder zu sehr mit Ausnahmen aufblähen. Ein einfaches System wäre mir am liebsten. Ohne Kaffeesteuer, Schaumweinsteuer und was es nicht sonst so gibt. Das is doch alles Käse.

 

Es gibt so verrückte Steuerthemen. Der Weihnachtsbaum, echt oder künstlich, und von welchem Anbieter er gekauft wird.

Die Schnittblumen beim Floristen oder der Gärtnerei, und ob Sie alleine gekauft werden oder in einem Arrangement mit Vase

Das Essen, was to go anders besteuert als im Vor-Ort-Verzehr

Der Kaffee, der je nach Milchanteil anders besteuert wird. Espresso anders als Cafe Late

 

Also da frag ich mich manchmal, wer sich das alles ausgedacht hat^^

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dev
· bearbeitet von dev
vor 9 Minuten von satgar:

Was man alleine für so kleine Kinder ausgibt, ist schon der Wahnsinn. Da könnte man doch mehr machen. Kinderkleidung bis Größe 164 (ich sag irgendwas jetzt) auch mit geringeren Steuern versehen, oder oder oder.

Das war in der DDR so, da haben dann die kleinen Großen diese Kleidung gekauft. Irgendwie schafft jeder Vorteil ein neues Problem.

 

P.S. Wir hatten viel Kleidung getauscht, denn die Kleinen sind schneller Größer als der Verschleiß zuschlägt.

 

vor 9 Minuten von satgar:

Konsum ist halt für viele das Problem schlechthin, im täglichen Leben beim täglichen Bedarf. Da tut es richtig weh, wenn es von 16% auf 19% geht oder vielleicht sogar noch mehr wie im Ausland. Die Ust finde ich da vergleichsweise sozial ungerecht.

Es gibt Länder mit noch höherer Umsatzsteuer.

 

vor 9 Minuten von satgar:

Man darf es aber natürlich auch nicht wieder zu sehr mit Ausnahmen aufblähen. Ein einfaches System wäre mir am liebsten. Ohne Kaffeesteuer, Schaumweinsteuer und was es nicht sonst so gibt. Das is doch alles Käse.

Es gibt einige Steuern die sollen den Konsum reduzieren, z.B. die Alkopopsteuer.

 

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Euronensammler
vor 10 Minuten von dev:

 

vor 11 Minuten von satgar:

Stimm ich dir bei allem zu. Grundnahrungsmittel, oder auch sowas wie Windeln, sollten gar keine Ust. haben.

Windeln schon, die sind eine Umweltsünde, aber praktisch - weis ich auch.

Steuerfreie Windeln im fortgeschrittenen Alter wären natürlich auch ein Zugeständnis an die reifere Wählerschaft 

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Puppi
· bearbeitet von Puppi
vor einer Stunde von satgar:

Wenn es zumindest nach Einkommen ginge, wo diese Schere als oftmals nicht so stark ausgeprägt beschrieben wird, wie beim Vermögen....sieht man auch dort eben interessante Punkte:

Mein Nachbar (65) sagt immer:

Zitat

 

"Die, die in Deutschland am meisten "beschissen" werden, sind die, die 40 Std pro Woche hart arbeiten mit Mindestlohn/geringem Einkommen.

(Fast) jeder, der drunter (Bürgergeld etc) oder drüber ist (Gutverdiener oder sehr Vermögender) lebt hier immer noch verhältnismäßig ziemlich im Paradies."

 

 

Und über die jüngeren Leute, die herumjammern, dass sie später keine Rente bekommen, meint er: 

Zitat

"Sie können gerne tauschen mit der Generation unter Baujahr 1960/deren Leben leben und dann mal sehen, wie der "Wohlstand" damals war und ob die höhere, aktuelle Rente Baujahre das aufwiegt....die sollen ihr Maul halten und froh sein, dass sie das Glück haben, den Großteil ihres Lebens in eine Zeit gefallen zu sein, in welcher der Wohlstand in Deutschland vermutlich den höchsten Peak aller Zeiten hatte!".

Keine Ahnung...vielleicht hat er gar nicht so Unrecht:boxed:.

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satgar
Gerade eben von Euronensammler:

Steuerfreie Windeln im fortgeschrittenen Alter wären natürlich auch ein Zugeständnis an die reifere Wählerschaft

You made my day^^ :-D Herrlich^^

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Puppi
· bearbeitet von Puppi
vor 32 Minuten von dev:

Deswegen finde ich diese Neiddebatte per Schere falsch, die "Armen" müßten mehr investieren können, dann haben sie auch mehr Vermögen, welches wachsen kann.

Die Wahrheit ist aber vermutlich auch:

Gib den ärmeren Haushalten pauschal 1000 Euro mehr netto im  Monat...es würde bei vielen leider recht schnell "versickern", weil großteils leider keine finanzielle Bildung vorhanden ist und der effiziente Umgang mit Geld tendenziell immer weniger gelernt/weiter-"vererbt" wird. Der Lebensstil wird dem Einkommen angepasst durch hirnlosen Konsum (sehe ich in der Verwandtschaft sogar unter Gut-Verdienern).

 

Solange Menschen nicht lernen, effizient mit Geld umzugehen, wird sich wenig ändern. Erst danach könnten sinnvolle Anreize Wirkung entfalten in Bezug auf gute, private Altersvorsorge, z.B. Steuerfreiheit von Aktiengewinnen bei einer längeren Haltezeit von z.B. 15+ Jahren.

vor 32 Minuten von dev:

Eventuell sollte man sich das steigende Vermögen in Prozent ansehen, denn wenn der "Reiche" 5% p.a. erzielt und der "Arme" 7% p.a.

Der "Reiche" ist in EUR nur stärker reicher geworden, weil sein investiertes Kapital größer.

Das exponentielle Wachstum haut halt umso mehr positiv rein, je höher das Vermögen ist und letztendlich zählt halt dann doch nur, wie viel Euro man hat, um sich den Alltag zu finanzieren oder sich eben seine 3. Jacht zu kaufen.

 

Das menschliche Hirn ist nicht gemacht für exponentielles Wachstum.

Daher wird auch nicht verstanden, wie krass der Effekt an Unterschied ist, ob jemand mit 10.000 Euro anfängt, seine 6% p.a. über 30 Jahre zu machen oder ob er mit 1 Mio anfängt.

Das exponentielle Wachstum ist ein völlig unterschätzter Freund der sehr Reichen. Ab einem gewissen Vermögen kannst du praktisch nicht mehr verlieren...es läuft von selbst und auch 5% mehr Steuern darauf würden da nix groß negativ beeinflussen.

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Puppi
· bearbeitet von Puppi
vor 32 Minuten von satgar:

Was man alleine für so kleine Kinder ausgibt, ist schon der Wahnsinn

Finde ich z.B. nicht. 

Bei uns reicht(e) das Kindergeld sogar oft ziemlich gut aus für die Kids. Auch hier kann man mit effizientem Umgang viel bewirken. Wenn ich natürlich den Kids alle 6 Monate die neuesten Air Jordan kaufe, wird es hart:D.

 

Frag mal die älteren Generationen (Baujahr 1950 etc), ob die damals mit Kindern zusätzlich zum Kindergeld entsprechende, familiäre Sozialleistungen wie heute bekamen? Elterngeld, Herdprämie, Landeserziehungsgeld etc.

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stagflation
· bearbeitet von stagflation
vor einer Stunde von Puppi:

Ab einem gewissen Vermögen kannst du praktisch nicht mehr verlieren...es läuft von selbst und auch 5% mehr Steuern darauf würden da nix groß negativ beeinflussen.

 

Ja, so hat es Immobilienpromi Christoph Gröner auch beschrieben:

Am 2.11.2024 um 00:20 von stagflation:

"Wenn sie 215 Millionen haben... und sie schmeißen das Geld zum Fenster raus - dann kommt's zur Tür wieder rein. Sie kriegen es nicht kaputt! Sie kaufen Autos - das Auto kriegt Mehrwert! Sie kaufen Häuser (Immobilien) - die kriegen Mehrwert. Sie gehen in Gold - das Gold kriegt Mehrwert. Sie können es nicht durch Konsum zerstören, das Geld...".

 

Es muss schrecklich sein, wenn man so viel Geld hat!

 

Herr Gröner hat aber wohl doch einen Weg gefunden, seinem Schicksal zu entkommen: Gericht eröffnet zweite Privatinsolvenz

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satgar
vor 3 Minuten von stagflation:

 

Ja, so hat es Immobilienpromi Christoph Gröner auch beschrieben:

 

Es muss schrecklich sein, wenn man so viel Geld hat!

 

Herr Gröner hat aber wohl doch einen Weg gefunden, seinem Schicksal zu entkommen: Gericht eröffnet zweite Privatinsolvenz

Das war ja auch wirklich der größte Medien-Kasper. Also wenn man vom Baulöwen Lugner mal absieht^^

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