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Thomas

Inflation, Deflation

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Thomas

Hallo. Das Thema zur Deflation und Inflation gab es hier anscheinden noch nicht.

Konnte einen interessanten Text dazu finden, der alles gut erklärt.

 

Reale Folgen jeder Inflation:

 

* Zu viel Geld – ensprechend zu viel Schulden

* zu viel Produktionskapazitäten

* zu viel unbezahlbar werdende Arbeitsplätze

 

In allen Bereichenn muss das "zu viel" vernichtet werden. Das geschieht in der Deflation.

 

Der deflationäre Prozess besteht somit aus:

 

* Vernichtung der uneinbringlich gewordenen Geldforderungen, der faulen Schulden als, durch Gläubigerverzicht.

* Abbau der unnütz gewordenen Produktionskapazitäten durch Betriebsschließungen und Unternehmenszusammenbrüche

* Vernichtung der unrentablen Arbeitsplätze

 

Die Deflation ist also die Wirtschaftskrise mit übermäßig vielen Insolvenzen, mit Arbeitslosigkeit und mit verbreitetem Vermögensverfall, auch Depression genannt.

 

Jede Deflation beginnt – am Anfang fast unbemerkt – schon mitten in der Inflation. Noch steigen die Preise, noch wuchern die Schulden. Die Zahl der Pleiten nimmt zu, die Arbeitslosigkeit bleibt. Noch immer aber steigen die Preise, wenn auch weniger starkt, Man spricht von ersten Stabilitätserfolgen, und man bekämpft die Inflation tapfer weiter als den Feind Nr. 1, allerdings auch weiter mit den falschen Mitteln.

 

Und dann kommt die Wende. Die Preise werden stabil, das Wachstum geht auf Null, die Nachfrage stagniert, die Deflation gewinnt die Oberhand. Sie überholt die Inflation, sie bestimmt zunehmend die Konjunktur. Der Konsum stagniert immer mehr: Die einen wollen nicht mehr kaufen, immer mehr aber können nicht mehr kaufen.

 

Die Deflation wird sichtbar. Die Inflationsspirale hat sich umgekehrt. Sie wird zur Deflationsspirale.

 

Alle Notenbanken bilden sich ein, sie wären Herren der Geldversorgung und könnten mit Verknappung oder Vermehrung des Geldes unmittelbar Einfluß auf die Nachfrage und damit auf den Konjunkturverlauf nehmen. Von allen Notenbanken wird übersehen, dass nicht die Geldversorgung das Verhalten der Wirtschaftsteilnehmer und damit die allgemeine Nachfrage steuert, sonder nichts anderes als die Preistrenderwartung im allgemeinen und die Zinstrenderwartung im besonderen. Wer glaubt, dass die verfügbare Geldmenge die Nachfrage bestimmt, der verwechselt ganz einfach Kaufen mit Bezahlen.

 

Zum Bezahlen braucht man Geld, zum Kaufen braucht man es nicht.

 

Jede Deflation beginnt mit einer Inflation. Keine Inflation endet ohne Deflation.

 

Inflation kann man von Anfang an bekämpfen, man kann sie im Keim ersticken. Deflation kann man nicht ersticken, man kann sie nur hinausschieben oder beschleunigen, man kann sie über sich ergehen lassen oder ihre Folgen durch monetäre Manipulation auffangen.

 

Jede Inflation bringt eine Aufblähung der Schulden, eine Aufblähung der Produktionskapazitäten, eine Aufblähung der Arbeitsplätze, eine Wucherung der Geldvermögen. Überall entstehen Überkapazitäten.

 

Diese Überkapazitäten sind aber reale Tatbestände, im Gegensatz zu der Teuerung, die vorbei ist wenn sie abgeklungen ist. Das heisst auch: mit der Wiedergewinnung der Preisstabilität ist die Inflation nicht besiegt. Was danach bleibt, sind diese Überkapazitäten, die abgebaut werden müssen, wenn die Wirtschaft wieder ganz gesunden soll.

 

Dieser Abbau der Überkapazitäten ist die Deflation, ein schmerzhafter Prozeß der Demontage.

 

Zu diesem Prozeß gehören der Abbau der faulen Schulden, der Abbau der Produktionskapazitäten und der Arbeitsplätze, und es gehört dazu der Abbau des viel zu großen Geldvolumens. Dieser Abbau tritt in Erscheinung als Preisverfall, als Insolvenzenanhäufung, als Arbeitslosigkeit, als riesiger Kreditausfall und entsprechend als Geldvermögensverfall.

 

...die inflatorischen Wucherungen setzen sich noch immer fort in Gestalt der anhaltenden immensen überproportionalen Schuldenvermehrung. Auch davon muss das meiste wieder gewaltsam abgebaut werden.

 

Die entscheidenden Denkfehler sind:

 

Inflation ist nicht die Folge von zu viel Geld. Zu viel Geld ist die Folge der Inflation.

 

Inflation ist also niemals die Folge einer zu stark gewachsenen Geldmenge.

 

Richtig ist:

 

* Inflation ist die Folge von Preisspekulationen ("Alles wird teuerer")

* Inflation ist mehr Nachfrage zu steigenden Preisen

* Inflation ist somit überhöhte Verschuldungsbereitschaft

* Inflation bringt Geldvermehrung und Schuldenausweitung

 

Die Inflation ist erst dann zu Ende, wenn die überproportionale Schulden- und Geldvermehrung aufhört, wenn alle entstandenen Inflationsmehrschulden und alle inflationären Geldmengen wieder real beseitigt sind. Dies bedeutet aber: Geld- und Schuldenvernichtung. Dies geht nur mit Gläubigerverzicht.

 

Inflation schafft Überkapazitäten, schafft überproportionale Volumina auf allen Gebieten: Produktion, Arbeitsplätze, Schulden und Geld – real!!! Diese Überkapazitäten müssen beseitigt werden, sonst gibt es keine Normalisierung. Deflationärer Abbau heisst:

 

* Vernichtung von Produktionskapazitäten

* Vernichtung von unrentablen Arbeitsplätzen

* Beseitigung von uneinbringlichen Forderungen bzw. faulen Schulden (Abschreibungen, Wertberichtigungen, Bankenpleiten)

* Reduktion von Geldbeständen (Währungsreform und Währungsschnitt)

 

Deflation ist Stabilisierung, ohne Stabilisierungskrise gibt es keine Stabilität.

 

Dies alles sind zuverlässige und unbarmherzige monetäre Gesetze.

 

Die Vernichtung alter Schulden hat schon begonnen, aber nur zu einem geringen Teil. Der größte Teil der alten, inzwischen zu großen Teilen uneinbringlich gewordenen Schulden steht noch unkorrigiert in den Büchern. Das Kartenhaus der Schulden wird einerseits noch ständig durch neue Karten ausgeweitet und erhöht, es wird andererseits nur durch Betrug noch zusammengehalten. Zugleich: Die Preise fallen. Das ist Deflation und Rezession.

 

Die Schulden sind die Rückseite allen Geldes. Notenbanken wissen das nicht.

 

Der grobe Kunstfehler beruht auf der irrigen Annahme, die Preisinflation sei die Inflation selbst. In Wirklichkeit ist der Kaufkraftverfall einer Währung ein Symptom der Inflationskrankheit. Die eigenliche Krankheit ist die überproportionale, unsinnige Schuldenvermehrung. Immer mehr neue ungesicherte, niemals bezahlbare Schulden verbreiten sich im Wirtschaftskörper als Metastasen bis heute fort. Inzwischen tragen auch immer neue Kredit- und Schuldenvarianten zur unkontrollierten und völlig ausufernden Geldvermehrung bei. Wer schuldet wem? und wie viel ?? Diese Frage kann niemand mehr beantworten.

 

Der deflationäre Bereinigungsprozess ist eine recht gewaltsame Heilung der Inflation, niemals das Resultat einer versuchten Geldverknappungspolitik.

 

Irrtümer von "Fachleuten"

 

1. Irrtum:

 

Mehr Geld bringt mehr konjunkturbestimmende Nachfrage.

 

Das ist die quantitative Kaufkraft-Theorie. Sie ist falsch, weil Geld nicht zum Kaufen, sondern nur zum Bezahlen nötig ist.

 

2. Irrtum:

 

Fallende Preise beleben die Nachfrage

 

 

Fallende Preise sind noch hohe Preise und dämpfen darum die Nachfrage und damit die Konjunktur. Auch fallende Zinsen sind noch hohe Zinsen. Darum fördern fallende Zinsen die Geldanlage, das Sparen. Darum bringen und bedeuten fallende Zinsen natürlich steigende Kurse für Geldanlagewerte (Rentenpapiere), vor allem aber auch für die Währung selbst.

 

Die Weltwirtschaftskrise hat längst begonnen

 

Zuviel Nachfrage entsteht aus Angst vor der Teuerung, aus Angst vor den höheren Preisen von morgen. Rasches kaufen lohnt sich, Sparen bringt Verluste. So ernährt die Inflation die Inflation. Nur eins kann die Inflationsspirale noch aufhalten – eine Umkehrung der Preiserwartung.

 

Diese Umkehrung beginnt immer, wenn die Zinsen zu fallen beginnen. Die deflationäre Gegenbewegung setzt sich dann fort und nimmt zu, solange die Zinsen weiter fallen, vor allem aber, wenn und solange dann auch immer mehr andere Preise ihren inflationären Auftrieb verlangsamen und das Vorkaufen immer weniger lohnen machen.

 

Die Konjunktur kühlt ab.

 

Das neue Erlebnis stabilerer oder rückläufiger Preise dämpft die Kauflust, lässt Sparen wieder lohnend erscheinen. Die Spirale kehrt sich um.

 

Sie wird zur Deflationsspirale.

 

Quelle: http://www.miprox.de/Wirtschaft_allgemein/...d_Inflation.htm

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BernhardBerlin

Ich möchte doch hinzufügen, daß eine Seite für Finanzberatungen von Deflation spricht, wenn man die heutige Situation definieren sollte.

 

http://www.forium.de/do/displayTagesgeldIn...56F00D9AEF41D16

 

Na, das hat mich schon überrascht, weil fast alle "Deflation" negieren.

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TVHOMER

Kurz gesagt:

 

Inflation: Wertverlust des Geldes

Deflation: Wertverlust bzw. Preisverfall von Gütern/Waren und Dienstleistungen

 

 

 

Schönen Gruß vom Boardneuling,

 

 

TVHOMER

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Sperber

Die Inflation ist eine Folge einer höheren Nachfrage, die dem Angebot im Schweinezyklus vorausläuft. Bedingt durch die verzögerte Reaktion auf der Angebotsseite (Produktionskapazitäten müssen erst aufgebaut werden) können diejenigen Unternehmen, die das Produkt bereits herstellen ihre Preise erhöhen. Geschieht das auf breiter Basis und nicht nur für einzelne Produkte, sinkt der empfundene Wert, den die Menschen der Währung beimessen => Inflation. Wurden schließlich die Produktionskapazitäten geschaffen - und wie das in einer freien Marktwirtschaft nun leider oft der Fall ist, dabei weit über den Marktbedarf hinaus geschossen - sinken die Preise wieder, weil das Angebot die Nachfrage wieder übertrifft und sich die Abnehmer die billigsten Anbieter heraussuchen können => Deflation.

 

In der Wirtschaft unterliegt die Investitionsbereitschaft der Teilnehmer Zyklen (eben diesen bekannten Schweinezyklen). Wenn die Menschen optimistisch sind Gewinne machen zu können, dann sind sie nicht nur ausgabefreudiger, sondern leihen sich auch mehr Geld von den Banken um es gewinnbringend zu investieren => die Geldmenge steigt. Sehen sie sich einem Wirtschaftsabschwung bevor wird weniger neuese Geld geliehen und die alten Kredite zurückgezahlt => die Geldmenge sinkt.

 

Inflation und Geldmenge stehen also durchaus im Zusammenhang, sind aber beides Folgen einer wesentlich komplexeren massenpsychologischen Erscheinung. Die Zentralbanken haben auf beides einen kleinen Einfluss durch die Anpassung der Zinsen, über die sie zusätzlich die Investitionsbereitschaft der Unternehmen beeinflussen können. Die Tatsache, dass der Mensch aber ständig zwischen Optimismus und Pessimismus hin- und herpendelt, können sie auch nicht nachhaltig aus der Welt schaffen.

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Skype

befürchtet ihr nun also eine hyperinflation oder denkt ihr eher wir kommen gleich zur deflation?

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LagarMat
befürchtet ihr nun also eine hyperinflation oder denkt ihr eher wir kommen gleich zur deflation?

Danke für's Hochholen!

Den Thread kannte ich überhaupt noch gar nicht.

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Skype

Womit meine Frage ob Hyperinflation oder Deflation noch unbeantwortet bleibt :-) ... Die Hyperinflationsleute frage ich: Wo ist der Unterschied zwischen dieser Krise und dem was in Japan die letzten 10 Jahre passierte.

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Stephan09

Thomas Meinung faende ich in Tat sehr interessant, sag doch mal was Thomas oder Aktiencrash oder so, eure Meinung empfaende ich als sehr interessant.

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XYZ99

Ein interessanter Beitrag zu der Deflations/Inflations-Debatte (welche ja leider über zahlreiche threads verteilt ist und eigentlich hierhin gehören würde, ich habe diesen thread auch grad erst entdeckt...)

Albert Edwards Predicts Deflation Followed By Double-Digit Inflation As "Governments Opt To Default, And Monetization Is Policy Lever of First Resort"

 

In summary, the menu for the next 5 years: Hyperdeflation followed by rampant inflation, with a smattering of stagflation thrown in for good measure. Served chilled. Enjoy.

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